Staatsgläubigkeit
hatte. Anfang der 1990er Jahre war es noch so, daß mir nie ein Brief
verloren gegangen ist. Dann wurden Mitte der 1990er Jahre nach und nach in
ganz Deutschland automatische Sortier-Zentren eingeführt. Von da an
verschwanden immer wieder mal Briefe.
Ich habe exakt gegensätzliche Erfahrungen. Verlorengegangene Post ist ein Phänomen, das ich zuletzt vor ca. 20 Jahren erlebt habe. Und ich verschicke und bekomme viel Post. Erstaunlich eigentlich. Darf ich fragen, auf welchem Planeten du lebst? Denn es muss ein anderer sein als meiner.
Mich interessieren als Postkunde keine Standards. Ich möchte sicher sein,
daß ein Brief, den ich aufgebe, ankommt.
Irgendwann? Mir reicht das nicht. E+1 bedeutet Einlieferungstag plus 1, und das klappt auch bei mehr als 90% der Sendungen.
Ich habs auch schon mehrmals erlebt, daß
Briefe mit wirklich wichtigen Unterlagen oder Dingen verschwunden sind.
Z.B. ein Brief mit einer neuen EC-Karte, den meine Bank mir zugeschickt
hatte.
Ich in den letzten zehn Jahren nicht.
Das habe ich erwähnt, weil früher immer wieder behauptet wurde, daß
Privatisierung zu Preissenkungen führen würde. Das ist jedoch definitiv
nicht der Fall, obwohl die Deutsche Post massiv Personal abgebaut hat.
Das ist normal, wenn die Preise vorher nicht realistisch und (quer-)subventioniert waren. Wie gesagt - auch die Subventionen zahlst du mit.
Paket annimmt. Und wenn du da mit einem Wunsch kommst, der etwas
ausgefallen ist, und gerade niemand da ist, der sich damit auskennt, dann
stehen die vollkommen im Wald.
Auf meinem Planeten habe ich es ausschliesslich anders erlebt. Und zwar so auffallend, dass ich mich gefragt habe, wie oft wohl die Post ihre Vertragspartner zu Schulungen verdonnern mag.
kam und da einen ganz neuen Anschluß haben wollte, dann sagte man ihm,
daß das leider etwas kostet, daß er es aber auch deutlich günstiger
haben kann, wenn er erstmal zum T-Punkt geht, sich von der Telekom gratis
den Anschluß einrichten läßt und danach zur Konkurrenz wechselt.
Das sind aber keine Folgen einer Privatwirtschaft, sondern im Gegenteil die von inkompetentem staatlichen Handeln. Ähnlich war es auch im Strommarkt: wie kann man verordnen, dass ein Stromanbieter mit seinem direkten Wettbewerber Durchleitungsgebühren frei aushandeln muss? Das sagt einem ein Drittklässler, das das nicht funktionieren kann.
Die Preise in der Telekommunikation sind übrigens rapide gefallen. Im Gegensatz zur Post ist dieser Markt frei und es gibt echte Konkurrenz.
Die Telekom steht im Vergleich zur konkurrenz recht gut da, aber nicht,
weil sie so überragend tollen Service hat, sondern weil der Service bei
den - schon immer privaten - Konkurrenten teilweise wirklich
grottenschlecht ist.
Auch hier habe ich vollkommen andere Erfahrungen, sowohl selbst gemachte als auch von Bekannten.
Ich glaub dir ja gern, daß das bei Behörden problematisch ist. Das wiegt
aber die Nachteile durch Privatisierung nicht auf.
Welche? Was du anführst, existiert so entweder nicht auf meinem Planeten oder es sind Nachteile von immer noch stark staatlich regulierten Märkten. Ein sehr schlechter Beleg für Nachteile der Privatwirtschaft also.
ist, dann ist das so und wird entsprechend nach unten kommuniziert. Wenn
dagegen - bei gefährlichen Anlagen - die Sicherheit oberste Priorität
hat, dann ist das eben auch so, und dann kann auch mal Sicherheit vor
Gewinnstreben kommen.
Sicher nicht. Auch bei einem Betrieb in Staatsbesitz zählt das Betriebsergebnis. Und da der Staat chronisch klamm und ein Aasgeier erster Güte ist, wird es so etwas, was du schreibst, da garantiert nicht geben.
Schlamperei gibt es auch in der Privatwirtschaft.
Aber nicht in dem Ausmass. Denn sie mendelt sich weg. Beim Staat wuchert und gedeiht sie dagegen prächtigst. Es gibt dort kein funktionierendes Korrektiv.
Das war in der Sowjetunion. Die Sowjetunion war eine offene Diktatur, die
sich nicht sehr um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung scherte und wo
sich die obersten Parteibonzen für die Avantgarde des Proletariats
hielten.
Also wie bei uns? Ein ausgezeichnetes Argument für den Staatsbesitz, muss ich sagen. :o)
jemanden, der ernsthaft behauptete, man könne z.B. aus einem Gerstenkorn
eine Weizenpflanze ziehen. Natürlich konnten da auch Atomphysiker machen,
was sie wollten, wenn sie das vor den Parteifunktionären nur plausibel
erklärten.
So war das nicht. Der RBMK war ebenso wie der (sicherheitstechnisch bessere) WWER natürlich ein Staatsauftrag. Entschieden haben das nicht irgendwelche durchgeknallten Forscher mit Narrenfreiheit, sondern natürlich Parteifunktionäre. Die Risiken waren übrigens von Anfang an genauestens bekannt, darum wurde auch kein einziger RBMK-Reaktor ins Ausland verkauft, anders als der Exportschlager WWER. Eine Katastrophe im Inland nahm man in Kauf, im Glauben, sie vertuschen zu können. In kleinerem Ausmass als Tschernobyl hat das ja auch immer geklappt (z.B. Majak).
Es waren Kostengründe, die den Ausschlag gaben. Ebenso beim WWER, der erst als Exportversion ein Containment bekam. Also genau das Denken, was du der Privatwirtschaft vorwirfst.
Ja, aber du siehst doch, daß es immer wieder solche Unglücke gibt und
daß die immer wieder durch unterlassene Vorsichtsmaßnahmen zumindest mit
verursacht werden. Manchmal werden sie sogar einzig und allein dadurch
verursacht.
Ich sehe nicht, dass Fukushima durch unterlassene Vorsichtsmassnahmen verursacht wurde. Welche sollten das sein? Das Kraftwerk hat offenbar den gültigen Sicherheitsstandards entsprochen. Wenn die zu niedrig sein sollten, ist das wiederum etwas, das der Staat in seiner Verantwortung hat, nicht das Unternehmen.
werden müsse, daß also mehr Reibach fließen muß. Ja, und dann überlegt
man in den mittleren bis unteren Führungsetagen, wie man das hinbekommen
kann. Jeder will vor seinen Vorgesetzten gut dastehen, also fängt man an
zu tricksen.
Stimmt schon. Und das gibt es deiner Meinung nach nicht in staatlichen Strukturen? Wie kommst du auf so einen haarsträubenden Unsinn?
begünstigt, daß man Betriebswirtschaftler anstelle von Ingenieuren auf
Führungsposten setzt. Die sehen dann nur noch ihre Excel-Listen und wissen
überhaupt nicht mehr, was sie anrichten, wenn sie die Leute an der Basis
zu sehr unter Druck setzen.
Das ist der einzige Punkt, bei dem ich dir recht gebe. Die Auswahlmethoden von Führungspersonal heutzutage sind katastrophal. Ohne Bindung ans Unternehmen, ohne irgendein Verhältnis zu dem Produkt, das die Firma herstellt, und nach fünf Jahren beim Absprung auf die nächste Stufe der Karriereleiter. Die nassforschen Typen von der Uni, Generation McKinsey.
Das ist allerdings in staatlichen Strukturen exakt das Gleiche. In der Privatwirtschaft wird es sich aus ökonomischen Gründen korrigieren, wenn es erst einmal als ineffizienter Irrweg erkannt ist.
Davon profitiert ja die Privatwirtschaft genauso. In Japan setzt man jetzt
auch Feuerwehr und Armee ein.
Es handelt sich auch um eine nationale Katastrophe, an der TEPCO nicht schuld ist. Wäre es ein von TEPCO verursachter Unfall, bin ich sicher, dass dem Unternehmen diese Leistungen in Rechnung gestellt würden.
Ich bin nun wirklich nicht staatsgläubig. Ich denke nur, daß der Staat
manchmal das kleinere Übel ist, verglichen mit der privaten Wirtschaft, wo
immer nur der Reibach zählt.
Da denkst du falsch. Der Staat ist das bei weitem grössere Übel. Du weisst sehr gut um die Auswahlmethoden des Personals, seien es Politiker oder Beamte/Angestellte. Beim Staat gilt sogar die Frauenquote. Denen traust du kompetentere, sorgfältigere Entscheidungen zu als irgendwelchen zumindest kostenbewussten Managern? Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man auf so eine Idee kommen kann.
Du liest dich so, als hättest du ein grundsätzliches Problem mit Gewinnerzielungsabsichten ("Reibach"). Es klingt schon regelrecht hasserfüllt und neidzerfressen. Darum siehst du, was du gern sehen willst. Bist du eigentlich Kommunist?
gesamter Thread:
- OT: TEPCO - grosskriminelle Lügner und Fälscher -
Bero,
23.03.2011, 18:58
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft -
Borat Sagdijev,
23.03.2011, 19:17
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft -
Bero,
23.03.2011, 19:59
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DvB,
25.03.2011, 07:39
- Evacuating JAPAN - Women and children first - Oliver, 25.03.2011, 08:26
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft - Bero, 25.03.2011, 12:45
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft -
DvB,
25.03.2011, 07:39
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Garfield,
23.03.2011, 20:11
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Bero,
23.03.2011, 20:56
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Angela aus Berlin,
23.03.2011, 21:37
- Der, unser, Staat ist das Problem! -
Lausemädchen,
23.03.2011, 21:56
- Der, unser, Staat ist das Problem! - Bero, 23.03.2011, 22:58
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft -
Bero,
23.03.2011, 22:57
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft - DvB, 25.03.2011, 22:56
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft - 2, 24.03.2011, 00:15
- Der, unser, Staat ist das Problem! -
Lausemädchen,
23.03.2011, 21:56
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Garfield,
24.03.2011, 16:19
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Lausemädchen,
24.03.2011, 17:04
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Garfield,
24.03.2011, 18:17
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Lausemädchen,
24.03.2011, 19:06
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Garfield,
24.03.2011, 19:14
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft - Lausemädchen, 24.03.2011, 19:28
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Garfield,
24.03.2011, 19:14
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Lausemädchen,
24.03.2011, 19:06
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Garfield,
24.03.2011, 18:17
- Staatsgläubigkeit -
Bero,
24.03.2011, 17:16
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Garfield,
24.03.2011, 19:07
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Bero,
24.03.2011, 20:26
- Kleine Nachbemerkung - Bero, 24.03.2011, 20:30
- Staatsgläubigkeit -
DvB,
25.03.2011, 10:06
- Staatsgläubigkeit - Bero, 26.03.2011, 00:52
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Bero,
24.03.2011, 20:26
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Garfield,
24.03.2011, 19:07
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24.03.2011, 17:04
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Angela aus Berlin,
23.03.2011, 21:37
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23.03.2011, 20:56
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Bero,
23.03.2011, 19:59
- Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so... -
DvB,
25.03.2011, 07:26
- Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so... -
Bero,
25.03.2011, 12:59
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DvB,
25.03.2011, 14:47
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Bero,
25.03.2011, 15:37
- Kohlekraftwerke - DvB, 25.03.2011, 22:38
- Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so... -
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25.03.2011, 15:37
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25.03.2011, 12:59
- Alle Fakten zu Fukushima - Bero, 25.03.2011, 13:02
- OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft -
Borat Sagdijev,
23.03.2011, 19:17