Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft

Garfield, Thursday, 24.03.2011, 16:19 (vor 5413 Tagen) @ Bero

Hallo Bero!

Du hältst den Staat für unfehlbar und für geeigneter? Also jetzt unseren Staat??

Der war gut! :)

Früher, als man der Bevölkerung z.B. die Privatisierung der Post schmackhaft machen mußte, hieß es immer, private Firmen wären ja viel effizienter, der Service würde sich verbessern und alles würde billiger werden.

In letzter Zeit hört man davon nicht mehr viel. Eigentlich gar nichts mehr. Gar nicht so sehr, weil dieser Drops jetzt gelutscht ist. Der Staat hat ja schon noch Anteile z.B. bei der Deutschen Bahn. Nein, es wäre einfach zu peinlich, solche Behauptungen weiterhin zu verbreiten.

Nehmen wir mal die Deutsche Post: Ist da irgendetwas billiger geworden? Wenn ja, dann wurde dafür etwas Anderes umso mehr verteuert. Insgesamt sind die Preise fröhlich gestiegen. Und wie sieht es mit dem Service aus? Die Schlangen in den Postfilialen sind eher länger als kürzer geworden. Ich erlebe es immer wieder, daß die Schlange aus dem Schalterraum heraus reicht. Was auch damit zusammen hängt, daß es immer weniger echte Postfilialen gibt. Zwar gibt es immer mehr kleine Filialen in verschiedenen Läden, aber da stehen dann oft nur Aushilfen am Schalter. Meist Hausfrauen, die gar nicht wissen, was sie da tun. Mein Schwager wollte neulich mal einen internationalen Antwortschein an so einem Schalter kaufen und kam mit einem Formular für Auslandsüberweisungen nach Hause... Wenn man da als Kunde der Frau hinter dem Schalter nicht exakt erklären kann, was man braucht, dann hat man schon verloren, wenn es um etwas geht, was nicht so ganz gewöhnlich ist.

Früher sah man in größeren Orten auch überall Briefkästen. Jetzt kannst du immer länger suchen, um noch einen Briefkasten zu finden. Es werden immer weniger.

So ist das eben, wenn man alles privatisiert und dann das Profitinteresse im Vordergrund steht. Da wird am Personal gespart und damit zwangsläufig auch am Service, und an der Wartung auch.

So kam es ja auch zu dem Unglück mit der BP-Bohrinsel. Auch da hat man sich gedacht, daß viele Sicherungsmaßnahmen auch viel Geld kosten. Mit dem bekannten Ergebnis. Und bei TEPCO in Japan ist es ja prinzipiell auch wieder so. Die können sich ja nun auch nicht damit herausreden, daß ein Erdbeben dort so ein unwahrscheinliches Szenario war.

Deshalb wäre es eben besser, wenn so gefährliche Anlagen nicht in Privatbesitz wären. Nicht weil der Staat unfehlbar ist, sondern weil bei staatlichen Firmen das Profitinteresse nicht zwangsläufig über allem steht. Irgendein Politiker soll ja kein Kernkraftwerk leiten. Es würde völlig reichen, wenn man dafür sorgt, daß die Anlagen von kompetentem Personal bedient werden und daß man dieses Personal nicht ohne Rücksicht auf Verluste zu Kostensenkungen drängt.

Kontrollen durch staatliche Behörden lösen das Problem leider nicht wirklich, wie das Beispiel der BP-Bohrinsel ja auch wieder deutlich gezeigt hat. Da werden die zuständigen Beamten einfach geschmiert, und dann läuft da alles ohne Kontrollen weiter.

Freundliche Grüße
von Garfield


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