Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nope

Friedwilli, Tuesday, 08.02.2005, 21:17 (vor 7666 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Nope von Arne Hoffmann am 08. Februar 2005 15:19:54:

Hi Optimist,

Das, was Du mit Deiner Wahrnehmung und Erfahrung beschreibst ist das, was ich mit dem zarten Pflänchen der Akzeptanz meinte. Ich stimme Analytiker zu, dass eine Schwarz-Weis-Malerei hier weitaus mehr Schaden als Nutzen bringt und ich gehe davon aus, dass Du dies nicht wirklich anders siehst.

Natürlich nicht. Ich habe oft genug als Vorbild die Situation in den USA erwähnt, wo liberale Feministinnen wie Wendy McElroy und liberale Männerrechtler miteinander Bündnisse schmieden und beiden Geschlechtern zuliebe zusammenarbeiten. Beispielsweise hielte ich Engagement gegen Zwangsprostitution für eine sinnvolle Sache, schließlich geht es gegen Sklavenhandel und Massenvergewaltigungen. Andererseits kann der Einsatz gegen Zwangsprostitution nicht das oberste Thema der Männerbewegung sein, solange wir so wenig effektiv arbeitende Unterstützer für unsere eigenen Anliegen haben, während unsere gesamte Gesellschaft zugunsten der Frauen-Unterstützung ausgerichtet ist.

Das Sensibilisieren für die Problemlage der Diskriminierung und Verarschung kann nicht durch eine Umkehrung desselben erfolgen.

Wo nimmst du innerhalb der Männerrechtsbewegung solche Tendenzen wahr?

Sehe ich auch so - aber das kann nicht dadurch erreicht werden indem "die Frauen" als pauschalisiert dümmlich und böse dargestellt werden. Damit erreicht man bestenfalls die "jetzt erst recht" Trotzreaktion.

Klar, abgesehen davon, dass es schwachsinnig ist. Ich nehme aber in dem politisch ernsthaft arbeitenden Kern der Männerbewegung solche Tendenzen kaum bis gar nicht wahr. Es kann natürlich sein, dass jemand in einem Forum postet, alle Frauen wären doch absolut unmöglich, weil er sich gerade über ein aktuelles Ärgernis Luft machen will.

Die meisten Menschen halten den Feminismus ja fälschlicherweise für das Streben nach Gleichberechtigung mit dem er einmal angefangen hatte. Indem man auf die Auswüchse des Radikalfeminismus aufmerksam macht erzielt man da vermutlich bessere Wirkung als wenn man die Methodik kopiert.

Zustimmung.

Ich glaube nicht, dass es Dir um eine Gegendarstellung oder einen "Gegenschlag" geht - sondern um eine Richtigstellung. Die Mitnahmeeffekte die Du angesprochen mögen zutreffen - aber was wird passieren, wenn man der großen Mehrheit der Frauen vermittelt, sie hätten eine Umkehrung der Verhältnisse zu befürchten?

Klar. Das sollte mittlerweile eigentlich zur Genüge deutlich geworden sein. Ich weiß auch nicht, wie eine "Umkehrung der Verhältnisse" aussehen sollte. Nur noch Männerbeauftragte und keine Frauenbeauftragte mehr? Frauen statt Männer zum Militär? Frauenhäuser zugunsten von Männerhäusern abschaffen? Solche Absurditäten wären ja die von dir angesprochene "Umkehrung". Ich kenne aber niemanden bei uns, der solche Positionen vertreten würde.
Herzliche Grüße
Arne

Wollen wir doch ehrlich sein, wer schickt gerne Frauen in den Krieg? Männer doch wohl nicht. Es geht daher nicht ums Umkehren, sondern um eine Zukunft die einvernehmlich und partnerschaftlich gestaltet werden kann. Erhebliche Diskriminierung von Männern behindert diesen Fortschritt zur Zeit. Wären Männer in allen Lebensbereichen gleichberechtigt, würde allein die Mannesehre jede Diskusion über Wehrpflicht verhindern. Es ist daher wie Arne sagt:

Andererseits kann der Einsatz gegen Zwangsprostitution nicht das oberste Thema der Männerbewegung sein, solange wir so wenig effektiv arbeitende Unterstützer für unsere eigenen Anliegen haben, während unsere gesamte Gesellschaft zugunsten der Frauen-Unterstützung ausgerichtet ist.
Friedwilli


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