Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: den Esel schlagen und den Sack meinen

Optimist, Monday, 07.02.2005, 17:20 (vor 7667 Tagen) @ Analytiker

Als Antwort auf: den Esel schlagen und den Sack meinen von Analytiker am 06. Februar 2005 23:58:02:

Hi,

Uneingeschränkte Zustimmung!

Unrecht kann nicht durch weiteres Unrecht ausgeglichen werden, es hebt sich nicht gegenseitig auf - es kumuliert!

Im Feminismus wurden und werden in unzähligen Beispielen Männer als pauschalisierte Gruppe angegriffen, diffamiert und diskriminiert. Das ist Unrecht und nebst den meisten Männern sieht es auch die überwiegende Mehrzahl an Frauen so. Die Mehrheit der Frauen die ich kenne hält den Feminismus für eine überkommene sexistische Ideologie die nach der Erfüllung der ursprünglichen Zielsetzungen inzwischen nur zum persönlichen Profit und Profilierung einzelner Frauen dient. Ich finde dies erfreulich und gut.

Das, was mich an Quoten, Frauenförderprogrammen und dem Feminismus so stört ist, dass eine Diskriminierung von einigen Frauen durch einige Männer von widerum anderen Frauen zum Anlass genommen wird eine "ausgleichende" Diskriminierung gegen ander Männer zu begründen und damit sich selbst und einige andere Frauen einen Vorteil zu erschaffen. Genannt wird das ganze dann "affirmative action", "positive Diskriminierung" oder "ausgleichende Gerechtigkeit" - von Gerechtigkeit ist es aber denkbar weit entfernt.

Indem teile der Männerbewegung versuchen dieselben Parolen und Methoden mit umgekehrten Vorzeichen anzuwenden machen sie nicht auf das von Anderen begangene Unrecht aufmerksam - sie begeben sich selber ins Unrecht. Dazu kommt dann noch das sie damit das zarte Pflänchen der gesellschaftlichen Anerkennung zertrampeln. Unrecht hebt sich nicht auf - es kumuliert!

Man hat mir schon gesagt, damit die Erfolge des Feminismus nachzumachen - aber es sind nicht die Erfolge die damit kopiert werden sondern die Fehler und die Miserfolge. Im selben Athemzug habe ich auch schon eine Begründung zu hören bekommen bei der sich mein Nackenhaar sträubte: sinngemäß "aber die machen es doch auch so". Was ist das? Es ist das Bekennteniss "wir sind genauso blöd wie die". Mehr noch, indem die selben Fehler begangen werden obwohl man sie hat sehen können und daraus lernen sind diejenigen die sie kopieren nicht nur genauso blöd, sondern mit Abstand noch blöder als deren feministische Vorbilder.

Insbesondere die vielen Frauen die der Männerbewegung aufgeschlossen bis sympathisch gegenüberstehen werden verletzt und verschreckt wenn sie Grund zu der Annahme bekommen, dass es nicht um die Beseitigung von Unrecht geht sondern um dessen Umkehrung.

Beispiel Gewalt:

Gewalt ist männlich... tönt es nun schon seit Jahrzehnten aus feministischen Sprachrohren.
Gewalt ist weiblich... ist die dilletantische Kopie dieses Schwachsinns.
Die Behauptung Gewalt sei weiblich halte ich für genauso menschenverachtend, diskriminierend und diffamierend wie die vorangegangene Behauptung sie sei männlich.

Nein. Gewalt ist ASOZIAL!

Gewalt ist asoziales Verhalten und wenn sie durch eine Frau oder einen Mann begangen wird, dann liegt die Ursache nicht darin, dass diese Person eine Frau oder ein Mann ist sondern das sie asozial ist! ... und es gibt bedauerlicherweise immer noch viel zu viele asoziale Gewalttäterinnen und Gewalttäter in Deutschland und sonstwo auf der Welt.

Ich stimme der Meinung von Analytiker vollumfänglich zu und sehe die genannten "gemeinsamen Gegensätze" darin, dass die absolute Mehrheit von Frauen und Männern durch die Agitation einiger weniger ausgenutzt und diffamiert werden. Der Feminismus bietet einigen wenigen Frauen einen persönlichen Vorteil. Gleichzeitig bringt er der Mehrheit der Frauen garnichts, wenn nicht gar Nachteile. Einigen wenigen Männern bringt er konkrete Nachteile und für den Rest bleibt die abstossende Wirkung der gehässigen Diffamierung. Der Feminismus/ die Quote bietet der angehenden Professorin/ Managerin/ Amtsleiterin Vorteile gegenüber dem angehenden Professor, Manager oder Amtsleiter. Dies geschieht auf Kosten der 0815-Frau und beleidigt den 0815-Mann.

Es ist Diskriminierung, es ist Sexismus, es ist menschenverachtend und widerlich - und auch wenn es zehn mal so sehr aus feministischen Sprachrohren ertönt - es bleibt falsch!

Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Frauen (wie Männer ebenso) ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit haben und sogar, dass die allermeisten derjenigen die die feministischen Parolen blind repitieren dies unterlassen würden sobald sie die dahinter stehenden Motive und Zerrbilder erkennen. Der Feminismus nützt einigen wenigen Frauen auf Kosten der großen Mehrheit von ihnen. Mit der Verbreitung dieser Erkenntnis kann man viele neue Freunde gewinnen - mit hasserfülter Agitation gewinnt man Feinde.

Irgendwer hatte mal hier im Forum in einem Thread die Analogie vom Hammer und dem Amboss angeführt. Die blinde, sexistische Agitation gegen "die Frauen" ist beim Thema Feminismus in etwa so nützlich wie der 20kilo-Vorschlaghammer für den Goldschmied. Mit einem Schlag kann alles bisher erreichte zertrümmert werden.

viele Grüße,

Optimist


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