Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Das Glück

Nick, Friday, 14.01.2005, 19:02 (vor 7691 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Interessanter Artikel im schweizer von Jolanda am 14. Januar 2005 14:08:01:

Liebste Jolanda!

Ja, der Artikel ist das sensible, präzise Soziogramm / Psychogramm einer unermeßlichen menschlichen Katastrophe: ein epidemischer Wahn, hoch ansteckend, absolut tödlich, vollkommen unheilbar!

Du sagst es ganz richtig: Die Liebe von Mann und Frau bedeutet, "einander zu dienen"! Das ist das ganze, schlichte Geheimnis, das einfache Tor zum ganz einfachen Glück des Menschen. Es kostet nichts, es ist umsonst, es ist ein Geschenk. Dieses Tor ist aber für die allermeisten Menschen inzwischen fest verschlossen und verrammelt mit Bergen von Unrat. Auch die, die noch den Schlüssel dafür im Herzen haben (mehrheitlich sind das heute in der Tat Männer), bleiben dennoch meistens stecken in dem Gerümpel und dem Schutt, der hinter der behutsam geöffneten Tür aufgetürmt ist: es ist eben fast immer schon jemand anders vorher da gewesen... und mußte urinieren.

Menschliche Freiheit bedeutet die innere und äußere Möglichkeit, das Richtige zu unterscheiden und es tun zu können, und nicht das Verkehrte. Das ist der Rahmen, der vorgegeben ist und den auszufüllen ein Leben wert ist. Auch die Möglichkeit der Umkehr gehört mit zu dieser menschlichen Freiheit, 100 Mal, 1000 Mal, öfter noch, solange es noch nicht vorbei ist.

Das Ziel des Menschen liegt nicht in der Ferne - und ganz gewiß nicht im Kerker des eigenen Ego - sondern im anderen Menschen, für die meisten sonderlich in jenem so ganz und gar anders gearteten Gegenstück, jener verstörend geheimnisvollen, letztlich unergründlichen "zweiten Ausgabe" des Menschen, auf daß beide aneinander und in der Hingabe an dieses Geheimnis des "ganz Anderen" Ergänzung, Vollständigkeit, Frieden im Herzen finden mögen. Das ist in sich so überaus weise, so einfach und schlicht, so gut von Grund auf und so vollkommen in seiner ganzen Anlage. Aber es ist fast immer zerstört!

"Wer sein Leben behalten will, der wird es verlieren, aber wer sein Leben verliert, der wird es finden" - über diesen abgründig wahren Satz wird heute oft nur noch gehöhnt und gelacht: Siegel der Hölle, zu der sich die Menschen selbst verdammen!

Gesegnet sind die, die sich die Intimität dieser einfachen Wahrheit vom menschlichen Glück bewahrt haben. Flieh! Flieh! Flieh weit, weit weg von jedem, der da einzudringen sucht, um zu vernichten, was in ihm selbst schon längst gestorben und verwest ist!

Das Leben ist ein kurzer Blitz, ein Nichts beinahe, ein Hauch, der schon verweht ist, wenn der gebeugte Grashalm sich wieder aufrichtet. Nichts läßt sich halten, alles entrinnt im Moment seines Erscheinens, nichts Äußeres hat irgend eine Bedeutung, die über das hinausginge, was es eben ist. Nichts - außer der Liebe!

Der Tod der Liebe bedeutet das endgültige Ende des Menschen. Das Leben hat, so kurz und flüchtig es auch sei in der Zeit, die ganze Ewigkeit in sich enthalten, die ungeschmälerte Fülle des Seins, ohne Abzug, ohne Verlust, ohne Tod. Das Leben ist entweder ganz diese Ewigkeit - oder es hat überhaupt niemals irgend ein Leben gegeben und wird auch niemals eines geben. "Wer sein Leben behalten will..."

Wer sucht, der findet auch, mit Gewißheit. Der Mensch ist frei. Er wählt - und seine Wahl wird als endgültig anerkannt sein. Nichts wird fehlen. Wüßten also die Menschen, was "Freiheit" bedeutet, was dieses unfaßbar köstliche Gut, diese erhabene Würde, eigentlich wirklich bedeutet, sie wären über alle Maßen vorsichtig und sorgsam in ihrer Wahl und würden hernach diesen Schatz behüten und bewahren wie ein zerbrechliches Beinahe-Nichts, damit ihm nicht etwa ein Unheil zustoße und es nicht verloren gehe.

Sie wissen es nicht! Sie verlieren alles, weil sie ihre Wahl getroffen haben: "ICH selbst" und sonst nichts weiter.

Das ist der Tod.

Ein lieber Gruß an dich
von Deinem Freund Nick


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