Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Mordernisierung des Sexuellen - und was das alles gekostet hat

Nick, Friday, 31.12.2004, 19:45 (vor 7705 Tagen) @ Simon

Als Antwort auf: Re: Die Mordernisierung des Sexuellen - und was das alles gekostet hat von Simon am 31. Dezember 2004 14:54:50:

"Ich bestreite Dir nicht Dein Recht, zu glauben. Allerdings bestreite ich Dir sehr wohl Dein Recht, die Gesellschaft in Deinem Sinne umzumodeln."

Und wie begehe ich dieses "Verbrechen" deiner Wahrnehmung nach angeblich? Indem ich schreibe und argumentiere? Ein 'Gedankenverbrechen' also? Oder auf andere Art? Wenn ja: auf welche? Wenn nein, dann bleibt es dabei: du möchtest mir gerne das Schreiben und Argumentieren 'untersagen'... natürlich der "Freiheit" wegen. Du machst dich also erneut furchtbar lächerlich. Warum?

"Dieses Recht [Deine Ansichten frei zu vertreten] bestreitet Dir keiner. Aber Du willst mehr. Du willst eine andere Gesellschaft. Dann mußt Du auch damit leben, daß Dir andere entgegentreten, die eine solche Gesellschaft nicht wollen."

Damit kann ich sehr gut leben, wenn derjenige, der mir entgegentritt, denkfähig ist und sauber zur Sache argumentiert. Damit muß ich hingegen keineswegs leben, sondern darf es einfach als irrelevantes, dummes Geschwafel übergehen, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind. Bei dir sind sie nicht gegeben, denn du stellst Behauptungen aufgrund deiner Vorurteile auf, ohne sie zu belegen, und leitest aus eben diesen Behauptungen ab, daß dir dein Vorurteil argumentativ nicht genommen werden kann: "Es ist sinnlos, mit ihm zu diskutieren" - das war deine Ausgangsthese gewesen. Wie willst du mir denn sonst entgegentreten, außer argumentativ?

Und von wegen "du willst mehr": reicht es dir aus, deine Ansichten zum gegenwärtigen Feminat frei zu vertreten, einfach so, ohne daß du damit andere von der Richtigkeit deiner Positionen überzeugen willst? Oder willst du mehr? Wenn ja: was? Eine andere Gesellschaft vielleicht? Müßtest du in dem Fall auch damit leben, daß dir andere entgegentreten, die deine Gesellschaft nicht wollen? Und wenn ja: wie erwartest du dann, daß man dir entgegentreten möge? Mit Argumenten? Oder vielleicht mit Verboten? Wie willst du mir denn entgegentreten, wenn du es argumentativ nicht tust? Gegen letzteres hätte ich ja, wie gesagt, nicht das Allergeringste einzuwenden, vorausgesetzt du kannst tatsächlich denken und argumentieren.

Aber erklär uns allen doch jetzt bitte noch mal genau, wie du das mit der "offenen Gesellschaft" im Einzelnen gemeint hast. Du findest ja offenbar, daß ich dich da ganz falsch verstanden habe. Ich bin inzwischen allerdings erst recht zu der Überzeugung gelangt, daß du darunter so ungefähr das verstehst, was analog ein sizilianischer Mafioso meint, wenn er seine Leute, die des nachts bestimmte Personen mit einbetonierten Füßen vor der kalabrischen Küste versenken, als "tolerante, humanitäre Organisation" bezeichnet... und eventuelle Kritiker, die das in Zweifel zu ziehen wagen, dadurch überzeugt, daß er sie eben mit einbetonierten Füßen vor der kalabrischen Küste versenken läßt. Aus rein humanitären Gründen natürlich, und der Toleranz wegen. Der schämt sich schließlich auch nicht dafür, sondern findet einen solchen Gedanken einfach anmaßend...

Versteh mich recht: es geht hier darum, daß dein Verhältnis zur toleranten, offenen Gesellschaft analog ist zum Verhältnis des Mafioso zur Humanität. Will heißen: bei dir sehe ich Freiheit, Demokratie und Toleranz in ähnlich "guten Händen", wie die Menschlichkeit in den Händen jenes Mafioso. Noch genauer: "Obacht auf Simon! Der Typ ist seinem Wesen nach totalitär." Ich habe damit indes natürlich weder gesagt, du seiest ein Mafioso, noch inszeniere ich mich als Opfer. Soll man denn mitten am Tag träumen, Simon? Dafür müßte ich dir schließlich eine Bedeutung beimessen, die du dir zweifellos anmaßt, die du aber bei Weitem nicht besitzt.

Wenn jetzt erwartungsgemäß wieder nur gestammeltes, argumentationsfreies 'Meinen' und 'Finden' als Ausdruck deiner verbohrten Vorurteile kommt, dann werde ich das vermutlich kommentarlos übergehen.

Nick


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