Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Verhandlungsmoral

Arne Hoffmann, Tuesday, 28.12.2004, 14:05 (vor 7709 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: mein Senf von ein weiterer Andreas am 28. Dezember 2004 10:32:32:

Alles ist erlaubt, aber es geschieht nach Regeln und unterliegt einer "Verhandlungsmoral":

Ein Widerspruch in sich selbst. Moral gebietet.

Das ist in der Ethik sehr umstritten. Insbesondere in der Rechts- und Staatsphilosphie (Hobbes, Locke, Rousseau, Kant, Buchanan, Gauthier, Rawls) spricht man von einer "Konsensethik" - Stichwort "Gesellschaftsvertrag" und "moralische Selbstbindungen". Aber wenn ich das weiter ausführe, komme ich vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Deshalb nur kurz zum Thema "Verhandlungsmoral" im Zusammenhang mit Sex. Das bedeutet eigentlich nur, dass zwei mündige Leute untereinander ausmachen dürfen, was sie im Bett miteinander anstellen (z. B. Fesselspiele), ohne sich danach zu richten, was die Position des Papstes oder Alice Schwarzers dazu ist.

So spricht Rolf Girndorf, der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) von einer gewachsenen „Selbstreferentialität“ der jungen Generation: "Unsere Arbeit in der Sexualberatung zeigt, dass in den letzten 30 Jahren ein sehr positiver Wandel eingetreten ist. Wenn heute ein Mann oder eine Frau Lust auf Sex mit irgendeinem Menschen hat, dann ist die Frage `Darf ich das?´ oder `Was sagt der Pastor dazu?´ sekundär bis nicht vorhanden. Selbstreferentiell sein heißt, sich nach den eigenen Wünschen zu richten und nicht nach dem, was andere vorgeben."

Verhandlungsmoral bedeutet natürlich einen gleichwertigen Verhandlungspartner.

Arne


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