Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Mordernisierung des Sexuellen - und was das alles gekostet hat

Nick, Thursday, 30.12.2004, 19:09 (vor 7706 Tagen) @ Simon

Als Antwort auf: Re: Die Mordernisierung des Sexuellen - und was das alles gekostet hat von Simon am 30. Dezember 2004 15:37:56:

"Hallo Susu, zwar halte ich die Philosophie Foucaults für antiaufklärerischen Unfug (eine sehr gute linke Kritik an Foucault hat m.E. Jean Améry geleistet, der als einer der ersten deutschsprachigen Autoren überhaupt Foucault rezipiert hat), aber gegen Nick hast Du recht. Leute wie er können oder wollen nicht akzeptieren, daß Religion in der säkularisierten Gesellschaft Privatsache ist. Das ist das gleiche Phänomen wie bei den islamischen Fundamentalisten. Ob christliche oder islamische Reaktionäre – sie zählen zu den Feinden der „offenen Gesellschaft“ (Popper), indem sie Liberalismus, Individualismus und Glücksstreben „Werte“, Demut und Hierarchie entgegensetzen. Es ist auch fruchtlos, mit ihnen zu diskutieren; sie wissen ja eh schon alles und sind um keinen Preis bereit, ihre Überzeugungen auch nur probeweise infrage zu stellen. Ich fände es verheerend, wenn solche Leute Einfluß auf die Männerbewegung gewännen. Über Foucault streiten wir uns ein andermal. ;-)
Simon"

Woher weißt du denn, was ich "kann und will"?
Weißt du eventuell alles, ohne es erst eigens belegen zu müssen?
Bin ich der "Feind der offenen Gesellschaft"? Oder bist vielleicht du es?
Bedeutet "offene Gesellschaft" für dich das was übrig bleibt, nachdem du alles ausgeschlossen hast, was dir nicht paßt?

Ich bejahe die offene Gesellschaft, du hingegen führst sie nur im Munde. Religionsfreiheit bedeutet nun mal nicht nur "Freiheit von der Religion" für die, die ohne sie leben wollen, sondern eben auch "Freiheit zur Religion" für die, die glauben. Dieses Recht nehme ich wahr, mehr nicht - und bestreite dir das deine in keiner Weise. Du bestreitest mir mein Recht? Etwa der "Freiheit" wegen? Du machst dich lächerlich.

Religion ist im säkularen Staat nicht auf andere Art und Weise "Privatsache", als jede andere weltanschauliche Position. Ich nehme lediglich wie jeder Andere das Recht wahr, meine Ansichten frei zu vertreten. Führst du hier etwa die Rede dafür, daß das in Zukunft zu unterbleiben hat? Gar als Plädoyer für die "offene Gesellschaft"? Dann bist du ganz offenbar ein demagogischer Heuchler.

Wenn sich "Liberalismus, Individualismus und Glücksstreben" einzelner (oder gar des Staates - denn v.a. darum ging es im vorigen Posting) gegen die Freiheit anderer richtet, dann kritisiere ich das. Das muß ich sogar: der Freiheit und ihres Schutzes wegen. Exakt das und nichts anderes habe ich getan. Freie Rede ist nun mal kein Selbstmordattentat auf die Freiheit, sondern einfach: freie Rede.

Deine Rede dagegen ist durch und durch antiliberal, da du mir die meine bestreiten willst. Insofern tust du exakt das, was du mir vorwirfst und ich gebe es genau so an dich zurück: "Deine Rede ist das gleiche Phänomen wie bei den islamischen Fundamentalisten." Basta!

Im übrigen erweist es sich, daß du weder denken noch argumentieren, sondern nur schwafeln kannst. "Offene Gesellschaft" ist in deinem Beitrag nichts als ein verwilderter, konfuser Slogan, der sich gegen den Inhalt des Begriffes richtet.

Schäm dich (falls du wenigstens das kannst).

Nick


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