Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Verhandlungsmoral

Nick, Tuesday, 28.12.2004, 16:07 (vor 7708 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Verhandlungsmoral von Arne Hoffmann am 28. Dezember 2004 12:05:10:

"Wenn heute ein Mann oder eine Frau Lust auf Sex mit irgendeinem Menschen hat, dann ist die Frage `Darf ich das?´ oder `Was sagt der Pastor dazu?´ sekundär bis nicht vorhanden. Selbstreferentiell sein heißt, sich nach den eigenen Wünschen zu richten und nicht nach dem, was andere vorgeben."

Vom 'Dürfen' war ja nicht die Rede gewesen, Arne, sondern von dem, was dabei herauskommt.

Die (bürgerliche) Idee, über alles, selbst über Ethik zu verhandeln, ging nur solange gut, wie die absoluten, unverhandelbaren Grundlagen derselben noch weitgehend bis wenigstens halbswegs Konsens waren. Auch die 'Selbstbindungen' gründeten immer auf absoluten Vorgaben. Letztere entfallen nun zusehends - und das geht nicht gut.

Heute wird über Unverhandelbares verhandelt. Auch das 'darf' man - definitionsgemäß, weil man ja alles darf, wenn man auch das so aushandelt. Aber dann passiert eben auch wirklich alles. Die Frage ist also garnicht, ob man das 'darf' (diese Frage ist eigentlich urkomisch), sondern ob ein selbstreferenzieller Mensch, also einer, der sich nur auf sich selbst bezieht, damit frei und glücklich werden kann - denn das war das Versprechen - oder ob er sich wie ein Narr verhält. Ich bejahe letzteres (ohne dem Narren dadurch irgendein 'Recht' zu beschneiden). Und die Gegenwart belegt meine Ansicht. Wir reden hier schließlich dauernd darüber.

Man muß unterscheiden zwischen dem, was 'irgendwelche Leute' (z.B. Alice Schwarzer) vorgeben, und dem, was dem Menschen tatsächlich als sein Maß vorgegeben ist.

Sonst erlebt man, wie "Freiheit" zur Sklaverei wird. Genau davon war die Rede.

Gruß vom
Nick


gesamter Thread:

 

powered by my little forum