Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Da ises

Garfield, Friday, 07.05.2004, 14:47 (vor 7945 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 07. Mai 2004 10:03:22:

Hallo Emmalein!

"Manche Dinge lassen sich in dieser Weise nicht verstehen, Polemik und Überzeichnung aber sehr leicht schon."

Tut mir leid, aber so verstehe ich diese Passage im RoteMännerInfo nicht!

"Wer mir privat schreibt, darf wissen: Privates bleibt privat und wird nicht an die Öffentlichkeit gezerrt."

Das glaube ich dir gern. Es ging mir vor allem darum, daß solche Praktiken sehr wohl auch bei gewissen Radikalfeministinnen sehr beliebt sind. Vermutlich gibt es auch Radikalmaskulisten, die so etwas abziehen - das kann ich schlecht beurteilen, weil ich davon nichts mitbekomme. Man muß aber gerade im Internet grundsätzlich auch bedenken, daß dort nicht immer alles so ist, wie es zu sein scheint.

"Geld ist mir nicht wirklich wichtig, wenn ich mich verliebe."

Das bedeutet aber eben auch, daß du offensichtlich wenig Wert darauf legst, einen Partner zu haben, der später die Kindererziehung übernimmt. Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, daß du einen Partner mit niedrigem Einkommen ablehnen würdest - aber es ist dir eben auch nicht wichtig, so einen Partner zu finden. Offensichtlich bereitet dir also die Vorstellung, daß du vielleicht selbst für die Kinder zu Hause bleiben wirst, gar nicht so ein großes Kopfzerbrechen.

"Ich bin also absolut nicht materialistisch bei meiner Partnerwahl vorgegangen, ganz im Gegensatz zu dem ,was meist von vielen Maskulisten über Frauen behauptet wird."

Ich persönlich glaube nicht daran, daß es Frauen, die sich bewußt oder unbewußt Männer mit hohem Einkommen suchen, dabei immer nur direkt um Geld und um Luxus geht. Es gibt zwar solche Frauen, aber ich denke, meist sind andere Gründe da wichtiger.

Die Ernährerfunktion gehört fest zum althergebrachten Männerbild, und deshalb finden Frauen Männer eben "männlicher", wenn sie dieser Funktion möglichst gut gerecht werden. Viele Frauen wünschen sich Männer, zu denen sie "aufschauen" und auf die sie stolz sein können, Männer, um die ihre Freundinnen sie beneiden. Deshalb legen Frauen oft auch Wert darauf, daß ein Mann eine gewisse Intelligenz hat. Dahinter steckt letztendlich auch wieder die Erwartung, daß ein solcher Mann durch seine Fähigkeiten eben ein besserer Ernährer ist.

Viele Frauen legen auch sehr wohl Wert auf einen gewissen gesellschaftlichen Status. Im Gegensatz zu Männern konnten sie einen solchen Status schon immer ohne eigene Leistung einfach nur durch Heirat bekommen. In früheren Zeiten ließ sich die Frau eines Generaldirektors dann auch üblicherweise mit "Frau Generaldirektor" anreden, obwohl sie selbst diese berufliche Stellung ja gar nicht hatte.

Und letztendlich bietet ein hohes Einkommen natürlich finanzielle Sicherheit. Selbst wenn eine Frau keinen Wert auf Luxus legt - es ist auch dann ein gutes Gefühl, zu wissen, daß man sich viel leisten kann und zumindest in absehbarer Zeit keine finanziellen Probleme haben wird.

Darüber hinaus kann man mit viel Geld sein Leben interessanter und abwechslungsreicher gestalten. Man kann Reisen überallhin machen, man kann sich auch kostspielige Hobbies leisten usw. Geld kann sehr wohl glücklich machen. Vor allem dann, wenn man selbst nichts dafür tun muß, sondern sich ganz darauf konzentrieren kann, das Geld auszugeben.

"Je mehr Leute da sind, die den Beruf machen können, desto weniger wird bezahlt."

Jain. Die Qualifikation spielt schon auch noch eine Rolle.

"Ausserdem gibt es viele Frauen, die gerne etwas machen möchten, was mit Menschen zu tun hat. Das sind aber dann oft Berufe im sozialen Bereich. Dafür ist aber meistens nicht so viel Geld da."

Und was meinst du, wieso vor allem Frauen sich für solche Berufe entscheiden? Wieso Frauen ein niedriges Gehalt weniger abschreckt als Männer?

"Das Problem: Die höchste Fruchtbarkeit bei Frauen liegt nun mal bei Mitte 20. Danach nimmt die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, rapide ab."

Aber im Alter um die 30 klappt das meist schon noch!

"Die meisten, die heute dabei sind, mussten warten, bis die Kinder 10 oder 12 Jahre waren! 10 oder 12 Jahre machen einen Riesenbatzen an Rentenzahlungen aus."

Ja, aber Männer kommen durch Wehr- oder Zivildienst und Zeiten von Arbeitslosigkeit heute immer öfter auch locker auf 10 Jahre, in denen sie nur geringe oder gar keine Rentenbeiträge zahlen konnten!

Außerdem sind die Frauen, die nur mal 10 Jahre für Kinder beruflich aussetzen mußten, ja gar nicht das Problem. Wenn sie ansonsten auf Vollzeit gearbeitet haben, kriegen sie ja trotzdem noch eine passable Rente. Problematisch ist das vor allem für diejenigen, die fast ständig Hausfrauen waren und maximal noch auf Teilzeit gearbeitet haben. Und die können sich nicht einfach damit herausreden, daß sie ja nur für die Kinder ihre Karriere aufgeben mußten.

"Doktorarbeiten müssen immer veröffentlicht werden, das ist das Wesen einer Doktorarbeit. Es gibt kleine Verlage, die sich sogar auf die Veröffentlichung von Doktorarbeiten spezialisiert haben."

Ja, aber was nützt es denn, wenn so ein kleiner Verlag ein paar hundert Exemplare einer Doktorarbeit veröffentlicht, die dann in irgendwelchen Archiven und Fachbibliotheken verschwinden? So kriegen sie vielleicht mal einige Fachleute zu lesen, aber die Öffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit. Das ist doch keine wirkliche Veröffentlichung.

Freundliche Grüße
von Garfield


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