Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Da ises

Emmalein, Thursday, 06.05.2004, 12:20 (vor 7946 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 05. Mai 2004 18:02:57:

Hi, Garfield,

nicht das Ankreiden des skandalösen Verhaltens dieser Frau laste ich der RotenMännerInfo an, sondern den Stil, mit der das verbreitet wird.

Ich kann es ja mal umformulieren :Wahre Vaterliebe zeigte ein Vater, der seine Tochter für 30 Euro verkaufte.

Wird es jetzt klarer, was ich meinte? Hier wird Vaterliebe mit dem Verhalten gleichgesetzt, dass ein Vater seine Tochter für 30 Euro verkauft. Das bedeutet: Vaterliebe ist keine Liebe, sondern eine Versklavung. Und zwar in jedem Fall. Dieses Verhalten definiert Vaterliebe.

Würdest Du eine solche Formulierung nicht für demagogisch halten? Ich schon! Und deswegen halte ich dieselbe Formulierung für demagogisch, wenn sie gegen Mütter und Frauen gebraucht wird.

"Der Ausdruck "Reichsmädchentag" setzt Feminismus mit Faschismus gleich. Das ist Demagogie pur!"
Wirklich? Der Radikalfeminismus weist aber tatsächlich erschreckende Parallelen zum Faschismus auf.

Warum Feminismus nicht mit Faschismus gleichzusetzen ist, habe ich schon einmal ausführlich beantwortet. Gegenargumente kamen keine. Daher nehme ich an, dass es keine gibt.

Aber ich bin ja nicht so und setze die Argumente auch noch ein weiteres Mal hier hinein, vielleicht hast Du sie beim ersten Mal ja auch einfach nicht gesehen, kann ja passieren, hier schreiben ja auch noch viele andere Leute hier.

Also:

1. Faschismus hat das Ziel, dass sich eine Gruppe (der priviligierten Rasse) der anderen Gruppe (der unterpriviligierten Rasse) unterordnet. Feminismus hat aber das Ziel, gleiches Recht mit der Gruppe die er für priviligiert hält (die Männer) für die in seinen Augen Unterpriviligierten (die Frauen) zu erreichen. Man kann sagen, dass er an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist, aber nicht ,dass er dasselbe ist, wie Faschismus.

2. Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden. Sogar noch heute. Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre).

Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie. In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten. Wenn das kein Fake war, was ich nicht weiss, ist das in meinen Augen eher eine faschistische Methode als die der Diskussionssuche. Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt. Verleger wollen Geld verdienen. Das ist in meinen Augen auch völlig legitim. Der Kapitalismus ist keine Kuschellandschaft.

In diesem Kontext stand in dem Text nicht drin, dass dort Feministinnen sagen, dass ein Jungentag unnötig wäre. Es wird über eine Ausweitung des Tages auch für Jungen in Brandenburg berichtet. Von daher verstehe ich diese Kritik nicht - sie hat nichts mit der Textkritik zu tun.

"Die weibliche Biographie, Ausbildung, Kinder, teilweise Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit kommt in der Rente sehr viel schlechter weg. "

Das hat aber nichts mit ihrem Geschlecht zu tun, Emmalein. Ein auf Teilzeit arbeitender oder häufig arbeitsloser Mann kann auch keine hohe Rente erwarten. Und Arbeitslosigkeit betrifft Männer zunehmend stärker als Frauen. Und zwar teilweise sehr wohl aufgrund ihres Geschlechts.

In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte.

"Kinder haben kostet - und Frauen ganz besonders."
Männer kosten Kinder also nichts? Wie paßt das zu der Tatsache, daß die meisten Unterhaltszahler männlich sind? Und daß es auch überwiegend Männer sind, die die Haushaltskassen durch ihre Berufstätigkeit füllen?

Kinder haben kostet Männer auch, aber doch weniger als es Frauen kostet.
Kinder haben heisst für Frauen:

1. Gegenwartsbenachteiligung, weil weniger Geld im Augenblick da ist (das ist bei den Männern und den Frauen gleich) und weil die Berufschancen mit Kind sinken (das ist bei Männern und Frauen verschieden; die Verantwortung für Kinder wird eindeutig bei der Frau gesehen, Männer werden nie gefragt, wie sie die Kinderbetreuung bei der Arbeit organsieren Frauen schon, ich keinne einige persönlich, die diese Frage im Bewerbungsgespräch gestellt bekommen haben, aber keinen einzigen Mann, dem das je passiert ist).

2.Zukunftsbenachteiligung, weil teilweise Elternzeit und weniger Erwerbstätigkeit sich rentenmindernd auswirken und Vollzeitarbeit mit Kind heute in D noch immer nur möglich ist, wenn man entweder sehr viel mit seiner Arbeit verdient, also eine echte Karriere macht und nicht nur einen Beruf ausübt oder wenn man Omma im Hintergrund hat, die kostenlos mitbetreut.

Das sind höhere Oppoturnitätskosten als bei Männern mit durchgängiger Erwerbsbiographie.

"Einseitig wird die Ursache angenommen, dass sie weniger oft voll erwerbstätig seien. Wir wissen aber nicht wirklich, warum Frauen länger leben als Männer! Da können auch andere Sachen mit hineinspielen, wie etwa eine gesündere Lebenseweise (was wir nicht genau wissen) oder bessere Gesundheitsvorsorge (wobei wir da nicht wissen, ob aus eigenem Antrieb oder wegen Begünstigung)."
Ach, Emmalein... Wenn ich neben einem Haus einen zerbrochenen Dachziegel liegen sehe und im Dach des Hauses ein Loch ist, dann ist mir klar, daß der Ziegel aus diesem Dach gefallen ist. Auch wenn ich es nicht gesehen habe. Natürlich kann ich dann die Scherben zusammenpuzzeln, den Ziegel ausmessen, auf das Dach steigen und prüfen, ob er mit den Ziegeln dort identisch ist. Ich kann auch ein Simulationsprogramm schreiben, das mir unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse exakt ausrechnet, ob ein Ziegel aus diesem Loch genau auf diese Stelle fallen und genau so zerbrechen konnte. Ich kann auch die chemische Zusammensetzung des Ziegels überprüfen lassen, um sicherzugehen, daß er wirklich von diesem Dach stammte. Letztendlich wird sich dann nur das herausstellen, was ich ohnehin bereits wußte.
Da nun Männer tatsächlich oft mehr, härter und gefährlicher arbeiten als Frauen, ist doch wohl klar und logisch, daß sich das negativ auf ihre Gesundheit und damit auf ihre Lebenserwartung auswirkt. Wenn sie weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen werden als Frauen, trägt das natürlich auch dazu bei, daß das Durchschnittsalter von Männern niedriger ist.
Und wenn Frauen z.B. mit 30 schon kostenlose Hautkrebsvorsorge bekommen, Männer aber erst mit 45, dann ist doch wohl klar, daß allein das dazu führt, daß mehr Frauen als Männer ab 30 Hautkrebsvorsorge-Untersuchungen machen lassen. Was willst du denn da noch untersuchen?
"Was überigens gegen diese These spricht: Arbeitslose sterben früher als Leute mit Arbeit."
Das spricht keineswegs gegen diese These. Die ehemaligen Arbeitslosen, die heute sterben, sind zu Zeiten arbeitslos geworden, als Arbeitslosigkeit vor allem Menschen mit niedriger Qualifikation traf. Es sind also überwiegend Menschen, die in körperlich schweren Jobs tätig waren, die sich eben negativ auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben.

Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute. Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute.

"Normen sind nicht identisch mit Über- und Unterordnung. Eine Norm sagt aus, was "norm -al", der Norm gemäss ist. Was das Mass aller Dinge ist. Woran sich alles orientiert. Und das hat nichts mit Faschismus zu tun. Hier wird demagogisch eine Logik aufgebaut, die nicht zutreffend ist."
Das solltest du der Autorin dieses Geschreibsels sagen, auf das sich das RoteMännerInfo an der Stelle bezieht. Die hat sich das nämlich so zusammen fantasiert und behauptet, daß weiße, heterosexuelle Männer sich zur Norm erklärt hätten und alle anderen Gruppen unterdrücken würden.

Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert.

Es grüsst in Eile
das Emmalein


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