Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Da ises

Garfield, Thursday, 06.05.2004, 16:43 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 09:20:44:

Hallo Emmalein!

"Wahre Vaterliebe zeigte ein Vater, der seine Tochter für 30 Euro verkaufte."

Was ist daran schlimm? Wenn ich so etwas lesen würde, dann würde ich das als Ironie verstehen. Also eben so, daß gerade das Gegenteil von wahrer Vaterliebe gemeint war. Das fände ich durchaus angemessen, wenn ein Vater seine Tochter für 30 Euro verkaufen würde. Genauso angemessen finde ich das eben auch, wenn eine Mutter ihre Tochter für 30 Euro verkauft.

Ich habe das keineswegs so verstanden, daß allen Müttern unterstellt wird, ihre Töchter für 30 Euro zu verkaufen.

Wenn hier zuweilen geschrieben wird, daß Feminismus Parallelen zum Faschismus aufweist, dann bezieht sich das auf den Radikalfeminismus.

Natürlich sind nicht alle Feministinnen radikal eingestellt. Es ist aber heute so, daß die Gleichberechtigung der Frau hierzulande längst erreicht ist. Somit gibt es kaum noch echte Feministinnen. Die Mehrzahl der heute real existierenden Feministinnen sind entweder Radikal- oder Berufsfeministinnen. Die einen wollen es in ihrem verbohrten Wahn so sehen, daß wir im Patriarchat leben und daß die bösen Männer die armen Frauen ganz furchtbar unterdrücken und ausbeuten, und die anderen sind darauf angewiesen, das zumindest teilweise so zu sehen, weil sie nur so ihre berufliche Existenz weiterhin rechtfertigen können.

"Faschismus hat das Ziel, dass sich eine Gruppe (der priviligierten Rasse) der anderen Gruppe (der unterpriviligierten Rasse) unterordnet."

Genau das ist das Ziel von manchen Radikalfeministinnen. Die ganz extremen unter ihnen wollen Männer nicht nur unterordnen, sondern sogar komplett ausrotten.

"Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden."

Also Emmalein, das stimmt nun definitiv nicht, und zwar noch nicht einmal für manche weniger radikale Feministinnen! In feministischen Foren im Internet wird häufig Zensur betrieben, wobei nicht etwa nur Beiträge von Störern gelöscht werden (was ja normal ist), sondern sehr wohl auch sachliche, feminismuskritische Beiträge. Das "Forum" der "Feministischen Partei" war dafür ein Paradebeispiel. Auch das Gästebuch von "Emma" ist moderiert, man läßt also nur Beiträge zu, die ins Konzept von "Emma" passen. Feministische Veranstaltungen finden häufig unter Ausschluß von Männern statt, und auch Feminismuskritikerinnen werden ebenfalls häufig von feministischen Funktionärinnen angefeindet. Das geht bis hin zu Morddrohungen.

"Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre)."

Emmalein, ich habe früher auch gelegentlich in feministischen Foren geschrieben. Ich bin dabei nie unsachlich geworden, und trotzdem wurden meine Beiträge häufig gelöscht. Und auch Beiträge von anderen Leuten, die sich feminismuskritisch geäußert haben.

"Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie."

Schade, daß das "Forum" der "Feministischen Partei" nicht mehr existiert. Da konnte man nämlich sehr gut sehen, was Radikalfeministinnen unter Meinungsfreiheit verstehen und wie sie mit Andersdenkenden umgehen.

"In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten."

Emmalein, dieser Beitrag stammte von irgendeinem Spinner. Und er wurde hier obndrein auch längst gelöscht. Wieso verallgemeinerst du sowas?

"Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt."

Ja ja, aber warum verkaufen sich feminismuskritische Bücher nicht? Wenn unsere Gesellschaft wirklich so männerorientiert wäre, wie Feministinnen gern behaupten, müßten solche Bücher doch völlig dem Zeitgeist entsprechen, und man dürfte kaum feministische Bücher finden. Wie erklärst du dir, daß es genau umgekehrt ist?

Außerdem spielt die Befürchtung, Ärger mit Feministinnen zu bekommen, für Verlage auch sehr wohl eine Rolle.

"In diesem Kontext stand in dem Text nicht drin, dass dort Feministinnen sagen, dass ein Jungentag unnötig wäre."

Das sehen diverse staatliche Behörden und Ämter aber offensichtlich so. Während der "Girlsday" öffentlich gefördert wird, hält sich die öffentliche Unterstützung für einen ähnlichen Tag für Jungen sehr in Grenzen.

"In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte."

Nun, wenn Frauen das so wichtig wäre, würden sie Partner mit niedrigem Gehalt bevorzugen. Wie erklärst du dir, daß sie das offensichtlich nicht tun?

"...Männer werden nie gefragt, wie sie die Kinderbetreuung bei der Arbeit organsieren Frauen schon, ich keinne einige persönlich, die diese Frage im Bewerbungsgespräch gestellt bekommen haben, aber keinen einzigen Mann, dem das je passiert ist)."

Dafür kann ein Mann seinen Job verlieren, wenn er Erziehungsurlaub nimmt, während dasselbe bei Frauen üblicherweise akzeptiert wird.

Männer können heute auch mal für einige Jahre arbeitslos sein, und in der Zeit können sie dann auch nicht soviel an Rentenbeiträgen zahlen. Keine Frau wird durch Kinder zum Hausfrauendasein gezwungen. Während des Erziehungsurlaubs ist sie finanziell weiter versorgt, und die Kinder müssen nicht bis zum 21. Lebensjahr rund um die Uhr betreut werden. Wenn eine Frau sich dafür entscheidet, Hausfrau zu sein, dann muß sie mit den Folgen ihrer Entscheidung eben leben, genauso wie ein Mann das in derselben Situation muß.

"Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute."

Aha? Woher willst du denn wissen, wann die heutigen Arbeitslosen sterben? Solche Statistiken kann man doch nur mit den Menschen erstellen, die bereits gestorben sind. Das sind größtenteils ältere Menschen. Wenn die lange Zeit arbeitlos waren, dann schon zu Zeiten, als es auf dem Arbeitsmarkt noch nicht so schlimm aussah. Sie waren also zumeist arbeitslos, weil sie entweder keine gute Qualifikation hatten oder weil sie zu den Leuten gehörten, die sehr ungern arbeiten. Im ersten Fall war es häufig so, daß sie körperlich schwere Arbeit machten, im zweiten Fall dagegen haben sie ihre Gesundheit häufig z.B. durch Alkohol ruiniert. So ist es dann auch kein Wunder, daß die Arbeitslosen früherer Zeiten kein hohes Lebensalter erreichten und manchmal noch früher starben als ein Mann, der sein ganzes Leben lang schwer gearbeitet hat. Für viele der heutigen Arbeitslosen wird das aber anders aussehen.

"Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute."

Warum eigentlich nicht? Wie ist das im angeblichen Patriarchat möglich?

"Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert."

Aha. Deshalb gibt es also keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit? Deshalb gibt es zwar Frauengesundheitszentren, aber kein einziges Männergesundheitszentrum? Wie paßt das und vieles andere zu deiner Theorie, daß sich alles an Männern orientieren würde? Und welches Gesetz orientiert sich eigentlich allein an männlichen Bedürfnissen? Mir fällt da jetzt kein einziges ein.

Freundliche Grüße
von Garfield


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