Re: Da ises
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 06. Mai 2004 13:43:11:
Hi, Garfield,
vom Stil her konnte das ganze aber so verstanden werden - das habe ich kritisiert.
Von mir ist immer wieder gesagt worden, ich sei Feministin. Mir ist das nun herzlich gleichgültig, ob nun jemand von mir sagt, ich sei Feministin, die Wiedergeburt von der Kaiserin Sissi persönlich oder die Enkeltochter von Tod aus Terry Pratchett; wenn Feministin bedeutet, dass ich andere Gedanken äussere als ein Fussabtreter, wie Rachel Welsh das sagt, dann bin ich eine. Und wenn es heisst, der Männerbewegung nicht in allen Dingen recht zu geben, dann bin ich auch eine.
Ich bin aber keine, wenn es darum geht, dass Frauen Männern übergeordnet sein sollen oder dass tatsächlich objektive Ungerechtigkeiten gegenüber Männern sich eingebürgert haben ,weil der Feminismus an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist. Wenn also das Unterhaltsrecht tatsächlich zu einer extremen Männerarmut führt (gibt es dazu eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen?), muss man den Selbstbehalt erhöhen. (Ausserdem sollte, wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, der Ehegattenunterhalt wegfallen, weil er auf einem veralteten Frauenbild beruht, heute kann jede Frau trotz Ehe arbeiten gehen - nur Kinder erschweren die Situation in D leider ziemlich.)Und wenn die Gesundheitsvorsorge für Männer massiv schlechter ist als für Frauen, muss sich das angleichen. Und wenn Männer nicht die gleichen Pflichten, sondern mehr haben in Staatsbürgerlicher Form, wie bei der Wehrpflicht, muss das abgeschafft werden. Such Dir also aus, ob du mich Feministin nennen willst oder nicht.(Es ist mir, nebenbei gesagt, ziemlich gleichgültig, wie man mich nennt, solange es nicht beleidigend ist).
"Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden."
Also Emmalein, das stimmt nun definitiv nicht, und zwar noch nicht einmal für manche weniger radikale Feministinnen! In feministischen Foren im Internet wird häufig Zensur betrieben, wobei nicht etwa nur Beiträge von Störern gelöscht werden (was ja normal ist), sondern sehr wohl auch sachliche, feminismuskritische Beiträge. Das "Forum" der "Feministischen Partei" war dafür ein Paradebeispiel. Auch das Gästebuch von "Emma" ist moderiert, man läßt also nur Beiträge zu, die ins Konzept von "Emma" passen. Feministische Veranstaltungen finden häufig unter Ausschluß von Männern statt, und auch Feminismuskritikerinnen werden ebenfalls häufig von feministischen Funktionärinnen angefeindet. Das geht bis hin zu Morddrohungen.
"Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre)."
Emmalein, ich habe früher auch gelegentlich in feministischen Foren geschrieben. Ich bin dabei nie unsachlich geworden, und trotzdem wurden meine Beiträge häufig gelöscht. Und auch Beiträge von anderen Leuten, die sich feminismuskritisch geäußert haben.
Nun ja, aber ich schreibe in einem feministischen Forum, das sogar aus dem alten "Emma-Forum" entstanden ist, und zumindest hier immer als feministisches Forum bezeichnet wird (man kann es auch anders sehen), in dem genau so ein Teilnehmer von dem ich hier gerade berichtet habe, existiert und munter seine Beiträge verfasst. Und die Administratrix sieht es als Zeichen ihrer demokratischen Gesinnung an, dass dieser Typ da schreiben darf. So viel Demokratie ist ja schon fast selbstzerstörerisch!
Allerdings ist es auch jedem Administrator überlassen, welche Beiträge er zulässt und welche halt nicht. In einem anderen Forum, in dem ich schreibe, erscheinen auch nicht alle meine Beiträge, auch wenn sie alle sehr sachlich gehalten sind. Die Administratrix scheint wohl in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen gemacht zu haben und ist jetzt sehr streng mit der Zensur, also sozusagen das genaue Gegenteil von der anderen Administratrix. Aber kann ich auch verstehen - ich weiss nicht, wie schlimm ihre negativen Erfahrungen vorher gewesen sind.
"Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie."
Schade, daß das "Forum" der "Feministischen Partei" nicht mehr existiert. Da konnte man nämlich sehr gut sehen, was Radikalfeministinnen unter Meinungsfreiheit verstehen und wie sie mit Andersdenkenden umgehen.
"In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten."
Emmalein, dieser Beitrag stammte von irgendeinem Spinner. Und er wurde hier obndrein auch längst gelöscht. Wieso verallgemeinerst du sowas?
Die Formulierung war "möglicherweise" und "einige Teile". Möglicherweise enthält, dass es so nicht unbedingt sein muss. Einige Teile sagt aus, dass nicht alle gemeint sind, also keineswegs verallgemeinert wird. Ich hoffe, das war jetzt eindeutig genug.
"Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt."
Ja ja, aber warum verkaufen sich feminismuskritische Bücher nicht? Wenn unsere Gesellschaft wirklich so männerorientiert wäre, wie Feministinnen gern behaupten, müßten solche Bücher doch völlig dem Zeitgeist entsprechen, und man dürfte kaum feministische Bücher finden. Wie erklärst du dir, daß es genau umgekehrt ist?
Männerorientiert soll die Gesellschaft ja gar nicht unbedingt sein, sondern patriarchial orientiert. Sprich: An einer bestimmten Vorstellung von Mann und Frau orientiert. An bestimmten Rollenbildern, die inzwischen teilweise überkommen sind, aber dennoch von vielen Teilen der Gesellschaft liebevoll gepflegt werden
. Dass sich teilweise auch Männer an diesen Rollen reiben, liegt daran, dass eben auch für Männer die Welt nicht mehr so ist, wie sie mal war. Nur ist das Problem, was Männer da haben, noch nicht so lange in der Diskussion und deswegen noch nicht so diskussionsbeherrschend. Und es gibt noch keine wirklich etablierten Grössen der Männerbewegung, die andere protegieren könnten.
Verlage für etwas neues zu gewinnen, ist immer erst mal sehr schwer. Und im Prinzip weiss ich auch nicht, ob ich mir dieses Buch von Arne Hoffmann zugelegt hätte, wenn es nicht so intensiv diskutiert worden wäre. Besonder s reizen mich nämlich umstrittene Bücher, weil sie meistens etwas Neues aussagen - sonst wären sie nicht umstritten.
Mit anderen Worten: Auch Männer können Probleme mit den alten überkommenen patriarchialen Rollenvorstellungen haben, vor allem in Bereichen, die als von der Frau beherrscht angesehen wurden (wie etwa Kinderbetreuung). Das klingt jetzt vielleicht erst mal merkwürdig, aber wer ein wenig nachdenkt, kann dann doch das vielleicht nachvollziehen.
Das sehen diverse staatliche Behörden und Ämter aber offensichtlich so. Während der "Girlsday" öffentlich gefördert wird, hält sich die öffentliche Unterstützung für einen ähnlichen Tag für Jungen sehr in Grenzen.
Das ist schade, hat aber nichts mit dem betreffenden Text zu tun.
"In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte."
Nun, wenn Frauen das so wichtig wäre, würden sie Partner mit niedrigem Gehalt bevorzugen. Wie erklärst du dir, daß sie das offensichtlich nicht tun?
Ich habe mir meine Partner nie nach Verdienst ausgewählt. Es sind dennoch zum Grossteil Leute geworden, die entweder akkademische Laufbahnen anstrebten oder bereits akkademische Laufbahnen eingeschlagen hatten. Intelligente Männer sind für mich einfach interessanter als dumme. Die sind nicht so spannend
.
Das bedingt, dass zum Beispiel der Vorgänger meines jetzigen Freundes mit seinen 5000 Euro monatlich einen ganz ordentlichen Verdienst hatte, einen höheren, als ich ihn je erreichen werde. In manchen Branchen werden Leute eben exorbitant bezahlt. Meistens da, wo es wenig Leute gibt, die das gut können. In der Zeit gab es noch wenig gute Programmierer, und nach dem, was ich weiss, war der Typ verdammt gut in seinem Job.
Die meisten Frauen im akkademischen Bereich arbeiten in Bereichen, in denen es auch schon Männer gab oder Männer gibt - oder in denen es eben keine Männer gibt ,weil sie zu schlecht bezahlt sind für ein akkademisches Studium (z. B. der Bereich Grundschullehrer). Da gibt es also genug Leute. Deswegen sind die Gehälter in akkademischen Bereichen, in denen es auch viele Frauen gibt, nicht so exorbitant hoch.
Wenn frau sich nun in einen Akkademiker verliebt, ist die "Gefahr" gross, dass der mehr verdient als sie. War mir damals aber egal, dass ich nie soviel Geld kriegen würde wie der Typ, ich war verknallt und fertig aus.
Männer können heute auch mal für einige Jahre arbeitslos sein, und in der Zeit können sie dann auch nicht soviel an Rentenbeiträgen zahlen. Keine Frau wird durch Kinder zum Hausfrauendasein gezwungen. Während des Erziehungsurlaubs ist sie finanziell weiter versorgt, und die Kinder müssen nicht bis zum 21. Lebensjahr rund um die Uhr betreut werden. Wenn eine Frau sich dafür entscheidet, Hausfrau zu sein, dann muß sie mit den Folgen ihrer Entscheidung eben leben, genauso wie ein Mann das in derselben Situation muß.
Die Kinder brauchen aber gerade dann intensive Betreuung, wenn die Kinderlosen mit ihrer Karriere richtig durchstarten können. Die Frauen, die zu Hause bleiben, haben einen Riesen-Karrierenachteil.
Die Kindererziehung wird nur sehr geringfügig in der Rente mit berücksichtigt, Arbeitslosigkeit aber stärker. Es ist in meinen Augen vor allem wegen der schlechten ausserhäusigen Betreuungslage der kleinen Kinder deswegen doch eine strukturelle Benachteiligung. Das kannst Du anders sehen, wirst mich in diesem Punkt aber nicht umstimmen.
"Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute."
Aha? Woher willst du denn wissen, wann die heutigen Arbeitslosen sterben? Solche Statistiken kann man doch nur mit den Menschen erstellen, die bereits gestorben sind. Das sind größtenteils ältere Menschen. Wenn die lange Zeit arbeitlos waren, dann schon zu Zeiten, als es auf dem Arbeitsmarkt noch nicht so schlimm aussah. Sie waren also zumeist arbeitslos, weil sie entweder keine gute Qualifikation hatten oder weil sie zu den Leuten gehörten, die sehr ungern arbeiten. Im ersten Fall war es häufig so, daß sie körperlich schwere Arbeit machten, im zweiten Fall dagegen haben sie ihre Gesundheit häufig z.B. durch Alkohol ruiniert. So ist es dann auch kein Wunder, daß die Arbeitslosen früherer Zeiten kein hohes Lebensalter erreichten und manchmal noch früher starben als ein Mann, der sein ganzes Leben lang schwer gearbeitet hat. Für viele der heutigen Arbeitslosen wird das aber anders aussehen.
"Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute."
Warum eigentlich nicht? Wie ist das im angeblichen Patriarchat möglich?
Wenn sich jemand für das Thema interessiert, dann kann er dazu eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen. Wenn sich niemand dafür interessiert, gibt es dazu auch keine Untersuchung. Es gibt genug Männer, die Ärzte werden; wenn Du einen angehenden Arzt im Bekanntenkreis hast (hab ich leider nur sehr oberflächlich, der wohnt in Hannover, weil man be iuns in der Stadt keine Medizin studieren kann), hau ihn doch an, daraus eine Doktorarbeit zu machen. Es ist halt noch niemand drauf gekommen. Verhindern würde es aber mit Sicherheit auch keiner!
"Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert."
Aha. Deshalb gibt es also keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit? Deshalb gibt es zwar Frauengesundheitszentren, aber kein einziges Männergesundheitszentrum? Wie paßt das und vieles andere zu deiner Theorie, daß sich alles an Männern orientieren würde? Und welches Gesetz orientiert sich eigentlich allein an männlichen Bedürfnissen? Mir fällt da jetzt kein einziges ein.
Das Rentenrecht orientiert sich an der ununterbrochenen Erwerbsbiografie, die überwiegend Männer haben, die Sprache (wenn man die als Recht sieht) orientiert sich an der männlichen Form als Norm, das Scheidungsrecht verwendet Vokabeln, die eher aus männlicher Sicht Sinn machen (SorgeRECHT, aber UnterhaltsPFLICHT, als ob die Sorge nicht auch mit vielen Pflichten verbunden wäre!), und, und, und..
Mir fehlt die Zeit ,das alles aufzulisten.
Ich muss nämlich heute noch dringend alles aufräumen, ich fahr am WE weg.
Es grüsst in Eile
das Emmalein
gesamter Thread:
- Rote Männer Info Nr. 68 (n/t)
-
Odin,
04.05.2004, 20:56
- Da ises -
Odin,
04.05.2004, 20:57
- Re: Da ises -
Sam,
05.05.2004, 17:21
- Re: Da ises - Sam, 05.05.2004, 22:46
- Re: Da ises -
Emmalein,
05.05.2004, 19:35
- Re: Da ises -
Garfield,
05.05.2004, 21:02
- Re: Da ises -
Peter,
06.05.2004, 01:06
- Re: Da ises -
Jolanda,
06.05.2004, 13:52
- Re: Da ises -
Peter,
07.05.2004, 01:46
- Re: Da ises - Odin, 07.05.2004, 20:52
- Re: Da ises -
Peter,
07.05.2004, 01:46
- Re: Da ises -
Jolanda,
06.05.2004, 13:52
- Re: Da ises -
Emmalein,
06.05.2004, 12:20
- Re: Da ises - Andreas, 06.05.2004, 14:23
- Re: Da ises - Bruno, 06.05.2004, 15:22
- Re: Da ises -
Garfield,
06.05.2004, 16:43
- Re: Da ises -
Emmalein,
06.05.2004, 17:38
- Akademiker, nicht 'Akkademiker' (n/t) - Mic, 06.05.2004, 17:58
- Re: Da ises -
Garfield,
06.05.2004, 20:30
- Re: Da ises -
Emmalein,
07.05.2004, 13:03
- Re: Da ises -
Garfield,
07.05.2004, 14:47
- Re: Da ises -
Emmalein,
07.05.2004, 15:12
- Re: Da ises -
Garfield,
07.05.2004, 16:35
- Re: Da ises -
Emmalein,
10.05.2004, 15:31
- Re: Da ises -
Garfield,
10.05.2004, 16:32
- Re: Da ises -
Sven74,
10.05.2004, 16:53
- Re: Da ises - Emmalein, 10.05.2004, 17:15
- Re: Da ises - Emmalein, 10.05.2004, 16:55
- Re: Da ises -
Sven74,
10.05.2004, 16:53
- Re: Da ises -
Garfield,
10.05.2004, 16:32
- Re: Da ises -
Emmalein,
10.05.2004, 15:31
- Re: Da ises -
Garfield,
07.05.2004, 16:35
- Re: Da ises -
Emmalein,
07.05.2004, 15:12
- Re: Da ises -
Garfield,
07.05.2004, 14:47
- Re: Da ises -
Emmalein,
07.05.2004, 13:03
- Re: Da ises -
Emmalein,
06.05.2004, 17:38
- Re: Da ises -
Peter,
06.05.2004, 01:06
- Re: Da ises - Bruno, 06.05.2004, 15:10
- Re: Da ises -
Garfield,
05.05.2004, 21:02
- Re: Da ises -
Sam,
05.05.2004, 17:21
- Da ises -
Odin,
04.05.2004, 20:57