Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Womit...

Garfield, Monday, 19.01.2004, 14:08 (vor 8053 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Womit... von Xenia am 17. Januar 2004 18:00:23:

Hallo Xenia!

Es ist aber keine Erfindung des Feminismus, auch das Privatleben zu reglementieren. Solche Reglementierungen hat es schon immer gegeben.

Beispielsweise gab es im Mittelalter in manchen Ländern Gesetze, die vorschrieben, mit welchen Gegenständen ein Mann seine Frau schlagen durfte. Da war dann oft tatsächlich auch festgelegt, wie dick ein dazu verwendetet Stock maximal sein durfte.

Von Feministinnen wird das heute als Beweis für die furchtbare Unterdrückung von Frauen in der damaligen Zeit gewertet.

Tatsächlich wurden solche Gesetze aber eher zum Schutz der Frauen erlassen. Man wollte damit sicher stellen, daß Männer ihre Frauen nicht zu sehr verletzen.

Umgekehrt, also für den Fall, daß Frauen mit Gegenständen auf Männer einprügeln, war natürlich nichts gesetzlich reglementiert.

Tatsächlich bedeutete das, daß eine Frau, die von ihrem Mann mit einem Stock geschlagen wurde, der die gesetzlich festgelegte maximale Dicke überschritt, ihn dafür verklagen konnte. Umgekehrt konnte jedoch ein Mann seine Frau niemals verklagen, wenn sie ihn geschlagen hatte. Auch nicht, wenn sie mit einem dicken Feldstein auf ihn eintrommelte. Nur wenn sie ihn dabei tötete, konnte es für sie unangenehm werden. Solange sie ihn aber nur verletzte, brauchte sie keine Strafverfolgung befürchten.

Ganz im Gegenteil: Häufig wurde ein Mann dafür bestraft, wenn herauskam, daß seine Frau ihn geschlagen hat.

Übrigens haben Studien zum Thema der häuslichen Gewalt ergeben, daß Frauen dabei häufiger zu Waffen greifen als Männer... Das wird im Mittelalter auch nicht anders gewesen sein. Ignoriert wurde es damals aber auch schon genauso wie heute.

Freundliche Grüße
von Garfield


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