Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: / Zur Abtreibungsfrage

hquer, Friday, 12.09.2003, 14:03 (vor 8182 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: / Zur Abtreibungsfrage von Lars am 11. September 2003 16:41:18:

Ich glaube, das hat nichts mit der "Spaßgesellschaft" zu tun. Es war schon immer so, daß ausgerechnet sozial schwache Paare am "fruchtbarsten" waren. Und schon seit Generationen rätseln Akademiker aus der aufgeklärten Mittelschicht über die Gründe für dieses Paradoxon: Uninformiertheit? Phlegma? Fatalismus? Tradition? Oberflächlicher und kurzlebiger Kinderwunsch? Im Eifer des Gefechts Kondom vergessen?
Wir werden es wohl nie erfahren. Ich vermute, tief im inneren unserer Problemstadtteile herrschen noch Mentalitäten, die für Akademiker aus der aufgeklärten Mittelschicht einfach nicht nachvollziehbar sind; die man wohl nur "verstehen" kann, wenn man selber dort aufgewachsen ist ...

Vollkommen korrekt und ich bin ebenfalls Deiner Meinung, daß die Abtreibungsproblematik eher liberal gehandhabt werden sollte. Jedoch ein Einwand zum feministischen Standpunkt "Mein Bauch gehört mir":

Ja natürlich - jedoch nicht immer der Inhalt. Ein Kind wurde von zweien gezeugt und "gehört" somit auch beiden. Von Vergewaltigungsfällen und medizinisch indizierten Notlagen abgesehen, fordere ich ein Vetorecht für die betroffenen Männer bei Abtreibungen. Dies stellt keine große Behinderung der betroffenen Frauen dar. Denn war die Schwangerschaft eher ein "Unfall", wird wohl der Mann kaum etwas dagegen haben. (Das Vetorecht wäre auch gleichzeitig eine Sicherung der Frau durch Verantwortungsübernahme des Mannes). Gleichzeitig würde durch ein (positives) Vetorecht ausgeschlossen, daß Männer ihre Frauen zur Abtreibung zwingen können. Der Impuls muß von der Frau kommen - denn diese hat ja dann alle biologischen Folgen zu tragen. Die psychischen Folgen haben jedoch beide zu schultern.

Mich stört einfach, daß eine Frau ohne jegliche Rücksprache mit dem werdenden Vater über den Tod des gemeinsamen Nachwuchses entscheiden kann.

meint hquer


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