Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Männertod durch Gender Mainstreaming

Bruno, Wednesday, 10.09.2003, 01:48 (vor 8184 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Männertod durch Gender Mainstreaming von Lars am 08. September 2003 19:31:23:

Hallo Lars,

ich bin völlig deiner Meinung, dass der Gender Mainstreaming-Ansatz für Männer sehr positiv ist oder besser wäre, wenn er in der Praxis so umgesetzt werden würde, wie er sich in der Theorie anhört. Aber die Praxis sieht, wie du auch schon bemerkt hast, anders aus. Einige Beispiele:

1. Seit Februar diesen Jahres existiert ein zentrales Gender Mainstreaming (GM) Reaferat für die Bundesregierung. Sitz dieses Referates ist das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also ein Ministerium, das zwar auch für Väter, Jungen und männliche Senioren, aber nicht allgemein für alle Männer zuständig ist. Das bedeutet, das GM-Referat, das die Sichtweise von Frauen und Männern berücksichtigen soll, hat gar kein Manndat für die Berücksichtigung aller männlicher Mitbürger. Damit wird GM schon im Ansatz verhindert.

2. Das Chancengleichheitsreferat im Bildungsministerium ist bis auf einen männlichen Bürosachbearbeiter weiblich besetzt. Das GM-Logo hat die Aufschrift „Frauen im Beruf“. Das zeigt, dass die männlichen Sichtweise gar nicht gewünscht ist. Dies spiegeklt sich in der Tatsache wieder, dass es ausschließlich geschlechtsspezifische Bildungsprogamme und –initiativen für Mädchen, nicht jedoch für Jungen gibt, obwohl Jungen das schlechtere Bildungsniveau aufweisen.

3. In allen Parteien und den meisten Gremien bzw. Ministerien ist GM im Frauenressort angesiedelt. Ein Mann, der eine Frage zu Männerbesnchtieligungen und GM hat landet immer wieder im Frauenressort und die erklären einem dann, dass man sich nur für Frauenbelange interessiert. Siehe Sozialminiaterium Baden-Württemberg: GM unter der Rubirk Frauen. Siehe verdi: Infobroschüre sagt, dass für GM Frauenräten zuständig sind, also keinerlei Interesse, männliche Sichtweisen zu berücksichtigen.

4. Aktuell die Diskussion um die Genanalyse bei der Vaterschaftsermittlung. Soweit ich weiß, wurde auch so argumetiert, dass dies die Persönlichkeitsrechte der Fraue und des Kindes verletzen würde. Diese Argumentation ist ein klarer Verstoß gegen GM. Denn das Persönlichkeitsrecht des Mannes wird hier völlig ignoriert. Zudem wird das Persönlichkeitsrecht des Kindes nur teilweise berücksichtigt. Denn dieses hat ein legitimes Recht zu wissen, wer sein Vater ist.

Durch die sytematische Ausgrenzung der männlichen Beanchteiligungsfelder wird GM zu einem reinen Frauenfördermittel missbraucht.

Es wundert mich, weshalb wir nicht mehr bei unserer Argumentation auf den GM-Ansatz abheben. Als Beispiel hier möchte ich nennen die Wehrpflicht.

Die einseitig männliche Wehrpflicht ist die Folge einer historisch geschlechtsspezifiusch Männern zugeteilten Rolle in der Gesellschaft, etwas, was GM ja bekämpfen will. Dies wird in der Wehrpflicht-Diskussionen meines Wissens nie erwähnt.

Gruß

Bruno


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