Re: OFFENSIV argumentieren!
Als Antwort auf: OFFENSIV argumentieren! von Lars am 08. September 2003 20:07:20:
Überhaupt fällt mir gerade auf, daß wir hier oft viel zu defensiv diskutieren: Wir REAGIEREN auf feministische Forderungen und Maßnahmen, und begründen warüm wir dagegen sind. Im allgemeinen "kommt es jedoch besser", wenn man offensiv diskutiert und sagt, woFÜR man ist, und dann die andere Seite reagieren muß!
Hallo Lars,
mit dem offensiven Argumentieren gegenüber Feministinnen und feministisch beeinflußten Frauen (also fast allen) ist es eine vertrackte Sache. Geht man hin und benennt - offensiv - die Diskriminierung von Männern etwa im Hinblick auf Wehrpflicht, Quotenregelung oder Sexualverhalten, ist die Reaktion doch genau die gleiche, wie wenn man - reaktiv - den Feminismus kritisiert: etwa so: "Ach Du Armer, hast Du etwa Probleme mit Frauen, hast Du Angst um Deine Privilegien (!) als Mann, willst Du Frauen weiterhin (!) niederhalten?"
Diese feministischen Falschbehauptungen von den männlichen Privilegien und dem Niederhalten von Frauen müssen zuerst einmal öffentlichkeitswirksam widerlegt werden, bevor positive Forderungen überhaupt Gehör finden.
Ich denke, man sollte es so aufziehen:
Erster Schritt: Nach Männerförderung rufen (und nicht Frauenförderung ablehnen; das würde nur dazu führen, daß endlos für und wieder Frauenförderung diskutiert wird, und damit in jedem Fall wieder nur die Situation von Frauen im Blickpunkt steht! und im Zweifellsfall kommt auch noch das Totschlagwort "frauenfeindlich")
Gut und schön, aber ich bin gar nicht unbedingt FÜR Männerförderung, ich bin vielmehr GEGEN Frauenförderung. Gäbe es die von feministischer Seite durchgesetzte Frauenförderung nicht, gäbe es auch keinen Grund, eine spezifische Männerförderung zu fordern. Es ist doch so, daß wir hier alle in erster Linie GEGEN etwas sind, was nützt es denn, wenn wir uns jetzt den Zwang auflegen, unbedingt konstruktiv sein zu müssen? Okay, dann gibt es vielleicht in ein paar Jahren neben den Lehrstühlen für Frauenforschung auch solche für Männerforschung. Wollen wir das, wollen wir eine sich immer weiter vergrößernde Kluft zwischen den Geschlechtern akzeptieren und irgendwann bei der Vorstellung landen, Männer und Frauen seien gänzlich unterschiedliche Spezies?
Zweiter Schritt: Die Feministinnen können Forderungen z. B. nach einer jungengerechteren Schule u. ä. nur ablehnen, in dem sie öffentlich erklären, daß die Probleme von Jungen oder Männern nichts mit Diskriminierung zu tun hätten, sondern selbstverschuldet sein.
Aber das tun sie doch schon längst. So offensiv kann man gar nicht argumentieren, daß sie von diesem Dogma abließen. Probleme von Frauen/Mädchen seien gesellschaftliche Probleme, die aus der Rolle als Opfer des Patriarchats resultieren, Probleme von Männern/Junges hingegen seien Privatsache, und die öffentliche Klage darüber gilt als Jammerei. Ein solches Denken wäre erst einmal durch vehemente Kritik zu _destruieren_, bevor wieder Platz für _konstruktive_ Vorschläge ist. Letztere können sonst wieder nur allzu leichtfertig als Retourkutsche oder Backlash abgetan werden. Zunächst einmal wäre, durch Kritik, im öffentlichen Bewußtsein zu verankern, daß diese Backlash-Theorie falsch ist.
Dritter Schritt: Die Feministinnen dann fragen: "Dann sind Männer also dümmer, schlechtere Menschen?" Das wiederum können Feministinnen öffentlich natürlich auch nicht sagen!
Doch, können sie, tun sie auch. Und von Männern wird erwartet, daß sie mit Humor darauf reagieren. Die meisten - alte Kavalierschule - folgen dieser Erwartung dann auch. Denen, die's nicht tun, wird unterstellt, sie hätten Probleme mit Frauen oder sonstige soziale oder psychische Defizite.
D. h. man muß sie dahin bringen, daß sie ihr implizites anti-egalitäres Credo "Frauen sind bessere Menschen" EXPLIZIT bekräftigen müssen, daß sie sich selbst als anti-egalitär outen müssen!
Ich wiederhole mich: das haben sie bereits getan, das tun sie immer noch ständig, und sie gedenken auch damit fortzufahren. Worum es geht, ist, daß MÄNNER, über die engen Zirkel der Männerrechtler hinaus, endlich erkennen, daß all dies ernstgemeint ist und sie nicht verpflichtet sind, stets gute Miene zum bösen Spiel zu machen, in der Erwartung, daß das alles schon nicht so ernst gemeint ist, man Damen nicht widerspricht, man als Mann keine Schwäche zeigen darf usw.
gesamter Thread:
- Männertod durch Gender Mainstreaming -
Odin,
08.09.2003, 21:20
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming -
Lars,
08.09.2003, 22:31
- OFFENSIV argumentieren! -
Lars,
08.09.2003, 23:07
- Re: OFFENSIV argumentieren! -
Simon,
09.09.2003, 20:22
- Anklage ist die beste Verteidigung -
Lars,
10.09.2003, 17:19
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Simon,
10.09.2003, 18:37
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Lars,
10.09.2003, 21:37
- Schlüsselwort "Doppelmoral" - Lars, 10.09.2003, 21:51
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Ferdi,
11.09.2003, 00:14
- / Zur Abtreibungsfrage -
Lars,
11.09.2003, 13:40
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
Ferdi,
11.09.2003, 15:04
- Re: / Zur Abtreibungsfrage - Odin, 11.09.2003, 21:47
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
Jolanda,
11.09.2003, 17:49
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
Lars,
11.09.2003, 19:41
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
hquer,
12.09.2003, 14:03
- Re: / Zur Abtreibungsfrage - Lars, 12.09.2003, 15:16
- Re: / Zur Abtreibungsfrage - Manfred, 12.09.2003, 23:44
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
hquer,
12.09.2003, 14:03
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
Lars,
11.09.2003, 19:41
- Re: / Zur Abtreibungsfrage -
Ferdi,
11.09.2003, 15:04
- / Zur Abtreibungsfrage -
Lars,
11.09.2003, 13:40
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Lars,
10.09.2003, 21:37
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Garfield,
10.09.2003, 18:57
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
hquer,
12.09.2003, 13:46
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung - Garfield, 12.09.2003, 14:46
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
hquer,
12.09.2003, 13:46
- Re: Anklage ist die beste Verteidigung -
Simon,
10.09.2003, 18:37
- Anklage ist die beste Verteidigung -
Lars,
10.09.2003, 17:19
- Re: OFFENSIV argumentieren! - Manfred, 13.09.2003, 21:20
- Re: OFFENSIV argumentieren! -
Simon,
09.09.2003, 20:22
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming - MalSehen, 09.09.2003, 16:34
- Link zu "Gender-Mainstreaming" - Andreas (der andere), 09.09.2003, 22:27
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming -
Bruno,
10.09.2003, 01:48
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming - Lars, 10.09.2003, 17:41
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming -
Maesi,
13.09.2003, 14:22
- Gender-Mainstreaming in BEIDE Richtungen -
Lars,
13.09.2003, 17:28
- Re: Gender-Mainstreaming in BEIDE Richtungen - Maesi, 15.09.2003, 00:55
- Gender-Mainstreaming in BEIDE Richtungen -
Lars,
13.09.2003, 17:28
- OFFENSIV argumentieren! -
Lars,
08.09.2003, 23:07
- Sehr interessanter Artikel - Frank, 09.09.2003, 12:42
- Re: Männertod durch Gender Mainstreaming -
Lars,
08.09.2003, 22:31