Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauen an die Regierung!

Garfield, Tuesday, 09.09.2003, 17:56 (vor 8184 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Frauen an die Regierung! von Lars am 05. September 2003 23:53:08:

Hallo Lars!

"Oder meinst Du nicht, daß die Parteien schon längst SpitzenkandidatINNEN aufgestellt hätten, wenn ihre Analysten Grund zu der Annahme hätten, daß das der männlichen Bevölkerung egal wäre (bei den Frauen käme es ja auf jeden Fall gut an)?"

Ich glaube, das größte Hindernis für eine Bundeskanzlerin wären gar nicht die Männer, sondern viel mehr die Frauen. Umfragen ergeben immer wieder, daß eine erstaunlich hohe Zahl von Frauen bei Wahlen männliche Kandidaten bevorzugt.

Ich kann mir dafür mehrere Gründe vorstellen, vor allem den Neid und die Mißgunst, die man oft unter Frauen feststellt. Das ist ja auch der Grund, wieso es in einigen Zahnpasta-Werbespots schon seit Jahrzehnten die berühmte Zahnarztfrau gibt, während die von Feministinnen vehement geforderte Zahnärztin schnell wieder aus den Werbespots verschwunden ist.

Dabei denken sich die Produzenten solcher Werbespots nämlich sehr wohl etwas. Die analysieren genauestens, wie ihre Werbe-Konzepte auf potenzielle Kunden wirken. Zahnpasta wird öfter von Frauen als von Männern gekauft. Wenn nun eine Hausfrau, die es vielleicht noch nicht einmal für nötig gehalten hat, einen Beruf zu erlernen und ein paar Stunden pro Woche im Supermarkt um die Ecke Regale einräumt, in solch einem Werbespot eine Zahnärztin sieht, dann kommt dieser Neid eben auch hoch. Neid ist eine negative Emotion, Werbespots sollen aber möglichst nur positive Assoziationen wecken. Also verzichtet man lieber auf die Zahnärztin und zeigt stattdessen eine Zahnarztfrau, mit der sich auch jede Hausfrau identifizieren kann.

Schon Dorothea Leporin fiel im 18. Jahrhundert auf, daß gerade Frauen - vor allem, wenn sie selbst sehr ungebildet waren - häufig versuchten, andere Frauen daran zu hindern, sich zu bilden. Der Grund dafür war eben auch wieder dieser Neid unter Frauen.

Und ich denke, daß das wirklich der wesentliche Grund dafür ist, daß wir immer noch keine Bundeskanzlerin haben. Denn genügend männliche Wähler würde eine Kandidatin für dieses Amt finden. Es waren schon immer vor allem die Männer, die die Frauenbewegung unterstützt und überhaupt erst ermöglicht haben.

Freundliche Grüße
von Garfield


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