Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauen an die Regierung!

Lars, Saturday, 06.09.2003, 17:02 (vor 8187 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Re: Frauen an die Regierung! von Anabasis am 06. September 2003 11:21:52:

Die Frage ist also: Sind die Männer so sehr feministisch indoktriniert, daß sie ihre potentielle Wähler-Macht in der Praxis nicht gegen eine feministische Regierungschefin einsetzen würden?

Ok, in den drei von Dir genannten Punkten ist das wohl wirklich so. Zugegeben, ich hab derlei bis vor kurzem selber geglaubt.

Gleichwohl hat mich das zu keiner Zeit zu einem wirklichen Parteigänger des Feminismus gemacht, und ich vermute, bei der Masse der Männer ist es ebenso:

- Sie können sich z. B. häusliche Gewalt seitens der körperlich ja meist schwächeren Frauen bildlich einfach nicht vorstellen; gleichwohl beunruhigt es sie, daß in den Medien die Männer zunehmend unter Kollektiv-Verdacht geraten und in den öffentlichen Debatten langsam die Beweislast umgekehrt wird, und die Angst davor, Opfer eine falschen Anschuldigung zu werden greift um sich. (Auch wenn die Männer das wegen "political correctness" nicht laut äußern; aber in der Wahlkabine sind sie ja unbeobachtet...)

- Das gleiche gilt beim Thema sexueller Mißbrauch. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf Kinder. Die meisten Männer kriegen doch mittlerweile die Panik, wenn sie auf der Straße von einem Kind nach der Uhrzeit gefragt werden ("Oje, nicht daß die die anderen Passanten denken ...!") D. h. sie haben bemerkt, daß hier aus der Sensibilisierung der Öffentlichkeit mittlerweile eine Hysterisierung geworden ist, die für einen einen Mann ganz schnell existenzbedrohuénd werden kann. (Natürlich traut sich kaum jemand das LAUT zu äußern, aber in der Wahlkabine ...)

- Die Behauptung "weniger Lohn für gleiche Arbeit" wird zwar weithin geglaubt, gleichwohl wird das Quoten-Wesen von der schweigenden Mehrheit der Männer als nicht (oder zumindest: heute nicht mehr) gerechtfertigt abgelehnt.

Der Punkt ist nun: Solange Männer an der Spitze der Regierung stehen, sagen sich die meisten Männer: "Na, so ganz schlimm, wie die Feministinnen es wollen, wird´s aber nie kommen." - Wenn jetzt aufeinmal eine Bundeskanzlerin regiert, wird das (heimliche, unausgesprochene!) Mißtrauen der WählER immens sein! Und dessen wird sich diese Bundeskanzlerin ebenso bewußt sein wie die Oppositionsführerin, die ja beide auch um Männerstimmen KONKURRIEREN müssen. Und dann gilt das uralte Prinzip "Karriere (= Wiederwahl/bzw.Regierungsübernahme)geht vor Prinzipien (=Feminismus)".

Von daher denke, die "Political-Correctness-Disziplinierung" greift nur außerhalb der Wahlkabine, nicht aber innerhalb dieser.


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