Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauen an die Regierung!

Bruno, Sunday, 07.09.2003, 02:16 (vor 8187 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Frauen an die Regierung! von Lars am 05. September 2003 23:53:08:

Hallo Lars,

Daß Feminismus in den Medien "in" ist und sich kaum ein Mann traut, sich demgegenüber kritisch zu äußern, ist eine Sache; was die schweigende Mehrheit der Männer denkt/ahnt/empfindet ist eine andere Sache. Und solche unterschwelligen Stimmungen spielen bei der Wahlentscheidung sehr wohl mit rein. Oder meinst Du nicht, daß die Parteien schon längst SpitzenkandidatINNEN aufgestellt hätten, wenn ihre Analysten Grund zu der Annahme hätten, daß das der männlichen Bevölkerung egal wäre (bei den Frauen käme es ja auf jeden Fall gut an)?

...das will ich gerne glauben, aber ist es wirklich so? Vielleicht werden nur deshalb nicht nur SpitzenkanditatINNen aufgestellt, weil die männlichen Politiker auch nach Macht streben und sich die Butter nicht so einfach vom Brot nehmen lassen.

Meinst Du nicht, daß allein schon der vage Eindruck oder das Gerücht, die Regierungschefin bewege sich in eine männerfeindliche Richtung, ausreicht, daß bei der nächsten Wahl ganz schnell ein paar fest einkalkulierte Prozent CDU- bzw. SPD-Stammwählerstimmen fehlen und damait die Regierungsmehrheit futsch ist? Kanzlerkandidatinnen werden (anders als partei-interne Frauenpolitikerinnen!) um ihrer Karriere wegen bedenken müssen, daß die Wählerschaft beider Volksparteien ist zur guten Hälfte männlich ist!

...Das Problem ist, es gibt keine Alternative. Wo die Konkurenz fehlt, gibt es auch keine Wahlmöglichkeit. Beide große Parteien haben ihren Frauenklüngel. Sie doch mal die Familienpolitik. Vom EuGH wird regelmäßig festgestellt, dass in Deutschland Väter diskriminiert werden. Das stört die Familienministeriun nicht. PISA zeigte, was die meisten vorher auch schon sahen, nämlich dass die Jungen die großen Verlierer der Bildungspolitik sind. Aber es gibt nur mädchenspezifische Bildungsprogramme, keine für Jungen. Hat man eine Politikerin oder einen Politiker gesehen, die/der das schlechtere Bildungsniveau beklagt hat? Nein, im Gegenteil. Alle sind stolz darauf. Gut, die political correctness verbietet offen zu sagen, das man/frau für Jungen diskriminierende Politik ist. Aber sie ist heute Gang und gebe.

Glaub mir, ich würde deiner Theorie gerne glauben, aber ich kann dafür kaum Anhaltspunkte sehen. Aber vielleicht bin ich nur ein zu großer Pessimist. Vielleicht aber doch ein Realist.

Wir müssen uns mehr wehren oder noch besser selber aktiv werden. Nur wir selbst können uns helfen.

Gruß

Bruno


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