Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung

Norbert, Saturday, 16.08.2003, 19:46 (vor 8207 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung von Lars am 16. August 2003 14:05:26:

Hi Lars

Die Feministinnen haben das dann natürlich gewaltig überzeichnet und versucht, die Masse der Männer als Haustyrannen hinzustellen. Aber es gab in all der Polemik einen kleinen, nicht ganz unwichtigen waren Kern: Die besschriebene finanzielle Abhängigkeit der meisten Frauen, die nicht ausgenutzt werden mußte, aber ausgenutzt werden konnte.

Wie schon gesagt ein kleiner Kern.
Die Realität sah IMHO im Gros der Familien anders aus.
Außerdem stellt sich die Frage ob das Ausnutzungspotential wirklich so hoch war. So rechtlos waren die Frauen nie.

Z.B. wurde immer das Preussische Landrecht als Negativbeispiel herangezogen, was das für Rechte den Männern angeblich gab.
Nicht erwähnt wurde dabei jedoch das Schlüsselrecht, welches bei den Frauen lag.
Dieses schon vor über 100 Jahren aufgeobene Gesetz wurde z.B. bei den Beratungen über das Gewaltschutzgesetz thematisiert.

...

Daß DEIN Vater - warum auch immer - nicht von seinem Verfügungsrecht über sein Arbeitseinkommen GEBRAUCH gemacht hat, ändert nichts an der grundsätzlichen Autorität, welche das Geldeinkommen damals dem Mann gegenüber der Ehe- und Hausfrau verlieh.

Ich halte diese Autotität für einen typischen Mythos.
Welches real kaum so gelebt wurde.

...

HEUTE ist das auch eine ganz andere Situtation. Heute (d. h. seit den Familienrechtsreformen der 70er Jahre) gibt es die Möglichkeit der beliebigen Scheidungsabzocke, durch die die einstige Geld-rannschaffer-Autorität des Mannes sich schnell ins Gegenteil verkehren, d. h. in einen Frondienst verwandeln kann.

Nicht kann, tut.
Und das Heute ist das wichtige, nicht ein angeblich so gewesenes gestern.

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* = Mein Großvater war zeitweise so was wie ein Vorarbeiter in der Industrie, als da noch der Lohn in Tüten ausgezahlt wurde. Da kamen öfters kurz vorm Lohntag die Ehefrauen bestimmter Arbeiter vorbei und baten ihn, er möge IHNEN den Lohn aushändigen, um zu verhindern, daß die Ehemänner mit der Lohntüte gleich in die Kneipe verschwinden. Das spricht nicht gerade dafür, daß zuhause gemeinsam über das Geldausgeben beratschlagt wurde.

Könnte es auch sein, das diese Ehemänner sich so verhielten weil sie von ihrem Geld auch nichts gehabt hätten?
Außerdem 'bestimmte Arbeiter', spricht doch genau für das was ich schon anführte, eher die Ausnahme.
Und daß die Frauen dieser Arbeiter schon damals bestimmen wolten.

Keinen Zweifel, manche Menschen sind solche Egoisten, daß sie sich auch nicht um ihre Pflichten kümmern.
Gibt es heute, gab es früher.
Nur es war/ist nicht die Regel.
Und darum geht es.

Gruß
Norbert


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