Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung
Als Antwort auf: Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung von Arne Hoffmann am 10. August 2003 14:49:48:
Hallo Arne,
2.1 In der Frage wie weitgehend und wie grundsätzlich die Kritik am Feminismus sein soll/darf, sollte es vorerst keine Festlegung (also auch keinen Versuch einer Festlegung) geben, außer der, daß ein EINDEUTIGER "Die-Frauen-gehören-zurück-an-den-Herd"-Standpunkt im Rahmen einer auf wirkliche Gleichberechtigung abzielenden Männerrechtsbewegung nicht akzeptabel ist. (Früher oder später würden solche Stammtisch-Machos natürlich auch zur Männerechtsbewegung stoßen wollen.)
Hier verstehe ich nicht ganz, warum du "eindeutiger" groß geschrieben hast. Ein zweideutiger schon? Ich zumindest kenne niemanden in der Männerbewegung, der einen "Die-Frauen-gehören-zurück-an-den-Herd"-Standpunkt vertritt und hielte das auch für idiotisch. Trotz dem Wunsch, Aufspaltungen zu umgehen, finde ich, wir sollten uns wenigstens den Minimalkonsens leisten, nicht zurück in die fünfziger Jahre zu wollen.
"Eindeutiger" ist vielleicht etwas mißverständlich, da es nach juristisch-semantischen Spitzfindigkeiten klingt, mit denen sich jemand immer rausreden kann. Treffender wären wohl gewesen: "offenkundiger", "nach übereinstimmender Wahrnehmung einer großen Bewegungs-Mehrheit". Ich wollte halt verhindern, daß eine sehr weite Auslegung dieser Ausschluß-Klausel gleich zum Aufhänger für neue "Spalter-Diskussionen" wird.
(Es gibt ja z. B. schon Leute, die davon überzeugt sind, daß Frauen gen-&-gehirnhälften-mäßig im Durchscnhitt weniger zu naturwissenschaftlichen Berufen tendieren - was ich für Quatsch halte -, OHNE daß diese Leute deshalb den bereits real praktizierenden Technikerinnen ect. ihre berufliche Existenzberechtigung in Abrede stellen wollen. Das sind halt so Grau-Zonen. Wenn man da jedesmal eine Diskussion anfängt, ob dies indirekt schon auf "Frauen-zurück-an-den-Herd" hinausläuft und dementsprechend unter die Ausschluß-Klausel fällt, wird´s haarig. Deshalb meine ich: Bei der Abgrenzung auf offensichtliche (Möchtegern)Patriarchen konzentrieren.) [Hier im Forum gibt´s keine, aber draußen an den Stammtischen der Republik wird es sie geben.]
2.2 Allgemeinpolitische Fragen, also solche wesentlich über die Frage der Geschlechtergerechtigkeit hinausgehen (z. B. allgemeine Wirtschafts- und Sozial-Politik; Außenpolitik; Innerer Sichheit / Bürgerrechte ect.) sollten tunlichst ausgeklmmert (bzw. explizit als "off-topic" diskutiert) werden, um sowas wie CDU-, FDP-, SPD-, Grünen-Flügel innerhalb der Männerrechtsbewegung zu vermeiden. (Auch der Feminismus hatte sich erst dann in der Gesellschaft durchgesetzt, als er seine ursprüngliche Bindung an die Linke stark relativiert hatte und dadurch auch für CDU- und FDP-Wählerinnen und bloße Karrierefrauen interessant wurde!) - Ausgeschlossen werden sollten lediglich EINDEUTIG radikale und antidemokratische, totalitäre Kräfte.
Hier habe ich dasselbe Problem. Wollen wir vage antidemokratische, totalitäre Kräfte zulassen, solange sie nur nicht "eindeutig" sind?
Gleiche Antwort. Ich wollte betonen, daß von eng gefassten, eines breiten Konsenses fähigen Radikalismus-Definitionen ausgegangen werden sollte, damit die allgemeinpolitischen "Spalter-Diskussionen" eben nicht durch das Hintertürchen beliebiger Radikalismus-Verdächtigungen dann doch wieder Einzug halten. Denn das Problem in der politischen Kultur ist ja: Für viele "Antifa"-Hardliner ist jeder Konservative, der für höhere Strafen bei Drogendelikten ist oder der die Doppelte Staatsbürgerschaft ablehnt, gleich ein "Faschist"; und für manche´CDU/FDP-Leute ist jeder Gewerkschafter, der eine Erhöhung der Vermögenssteuer oder eine Ausdehnung der Mitbestimmung fordert, gleich ein "Kommunist".
(Als eng gefasste, allgemein konsensfähige Radikalismusdefinitionen würde ich sehen:
Faschist = Wer von der Höherwertigkeit einer bestimmten Rasse/Nation ausgeht und/oder entgegen dem Prinzip demokratischer Legitimation das Führerprinzip vertritt
Kommunist = Wer aus dem Gefühl eines exklusiven Erkenntnis-Monopols heraus auf eine Ein-Parteien-Herrschaft hinstrebt und/oder zur Erziehung des "Neuen Menschen" massiven Eingriffen ins Privatleben der Leute das Wort redet.)
Gruß
Lars
gesamter Thread:
- Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
10.08.2003, 15:16
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Arne Hoffmann,
10.08.2003, 17:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Anabasis,
10.08.2003, 21:01
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Manfred,
10.08.2003, 22:14
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Anabasis, 10.08.2003, 22:53
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
11.08.2003, 13:42
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Manfred, 11.08.2003, 14:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Garfield,
11.08.2003, 18:48
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 16:03
- Ergänzung - Lars, 15.08.2003, 16:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
15.08.2003, 18:21
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 19:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Jörg,
15.08.2003, 23:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Jolanda, 16.08.2003, 01:06
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 11:23
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
16.08.2003, 17:05
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 19:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Simon,
16.08.2003, 20:53
- Männergesundheit -
Norbert,
18.08.2003, 01:49
- Re: Männergesundheit - Anabasis, 18.08.2003, 02:22
- Männergesundheit -
Norbert,
18.08.2003, 01:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Simon,
16.08.2003, 20:53
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 19:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
16.08.2003, 17:05
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Jörg,
15.08.2003, 23:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 19:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 16:03
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Lars, 11.08.2003, 13:30
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Manfred,
10.08.2003, 22:14
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
11.08.2003, 13:17
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Arne Hoffmann, 11.08.2003, 17:07
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Anabasis,
10.08.2003, 21:01
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Arne Hoffmann,
10.08.2003, 17:49