Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung
Als Antwort auf: Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung von Lars am 11. August 2003 10:42:27:
Hallo Lars!
"Damals wurde nun mal allen Mädchen via Erziehnung und Medien das Hausfrau- und Mutter-Dasein als einziges denkbares Lebensziel nahegelegt (und Erwerbsarbeit allenfalls als finanzielle Überbrückungsmaßnahme vor der Ehe)."
Das wurde den Frauen damals von der Gesellschaft nicht nur nahe gelegt, sondern sie wollten es selbst zumeist auch.
In den 50er/60er Jahren war die deutsche Gesellschaft noch sehr von 12 Jahren Nazizeit geprägt. Eigentlich vertraten die Nazis Frauen gegenüber eher konservative Positionen. Trotzdem hat es gerade in der Nazizeit paradoxerweise wesentliche Verbesserungen für Frauen gegeben, die ihnen das Berufsleben sehr erleichterten und zum großen Teil auch nach dem Krieg noch beibehalten wurden.
Als beispielsweise der Zweite Weltkrieg ausbrach und dann seit Herbst 1939 immer mehr Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden, machte sich allein schon durch die steigende Rüstungsproduktion bald ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Die Unternehmen führten daraufhin vieles ein, um Frauen das Berufsleben möglichst attraktiv zu gestalten. Überall wurden Stillräume und ähnliches eingerichtet, es gab Gesetze, die getrennte Umkleideräume und Toiletten für Männer und Frauen vorschrieben und einiges mehr. Auch die Bezahlung der Frauen stieg in der Zeit stärker als die der Männer. Vorher hatte man Frauen aufgrund der meist schlechteren Qualifikation, kürzeren Berufserfahrung und geringeren körperlichen Leistungsfähigkeit oft grundsätzlich niedriger bezahlt, aber ab Ende der 30er Jahre schrumpfte der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen deutlich zusammen.
Trotzdem drängte es nur wenige deutsche Frauen ins Berufsleben. Der Anteil der Frauen, die in Fabriken arbeiteten, war jedenfalls in Deutschland während des Krieges deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern. Man hat unter dem Druck der Umstände mehrmals versucht, Zwangsdienste für Frauen einzuführen. Diese Versuche scheiterten allesamt, da die meisten Frauen Mittel und Wege fanden, sich erfolgreich davor zu drücken.
Zwar arbeiteten auch in der Rüstungsindustrie nicht wenige Frauen, das waren aber meist Zwangsarbeiterinnen aus den eroberten Gebieten im Osten. Aus Frankreich beispielsweise wurden so gut wie keine Frauen zur Zwangsarbeit verschleppt - dort betraf auch das weit überwiegend Männer. Nur Männer und "Untermenschen" sollten zu Zwangsdiensten herangezogen werden, während "arischen" Frauen so etwas in der Regel nicht zugemutet wurde.
In manchen Studienrichtungen (z.B. Jura) versuchten die Nazis anfangs, den Frauenanteil zu senken, z.B. durch Numerus-Clausus-Regelungen. Diese Versuche scheiterten auch zumeist. Zwar mußten tatsächlich einige Frauen ihr Studium abbrechen, das lag dann aber meist daran, daß sie z.B. Jüdinnen waren. Gegen Kriegsende lag jedenfalls der Anteil der Frauen auch beim Jura-Studium höher als in der Vorkriegszeit. Diese Versuche, Frauen aus bestimmten Berufsrichtungen, für die sie den Nazis als ungeeignet erschienen, herauszuhalten, hatten nur den Effekt, daß Frauen, die studieren wollten, sich dann eben verstärkt anderen Fachrichtungen zuwandten. So stieg beispielsweise der Anteil der Studentinnen in naturwissenschaftlichen Fächern bis Kriegsende auf über 60 %.
Es gab nämlich noch einen ganz wesentlichen Grund, der Frauen den Zugang zu einem Studium ganz enorm erleichterte: Männer wurden ja massenweise zum Kriegsdienst eingezogen. Bald betraf das nicht mehr nur erwachsene Männer, sondern ganze Abiturklassen gingen direkt von der Schulbank zur Wehrmacht.
Somit standen Frauen dann in den 50er Jahren, als es wirtschaftlich wieder vorwärts ging, auf dem Arbeitsmarkt oft besser da als ihre Männer, die oft erst nach Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten und dann Schwierigkeiten hatten, sich wieder im normalen Leben zurecht zu finden.
Und gerade in dieser Zeit suchte die deutsche Wirtschaft händeringend Arbeitskräfte. Das bot Frauen ideale Möglichkeiten, die aber vielfach nicht genutzt wurden.
Schon in der Nazizeit hatten sich auch Feministinnen gar nicht ungern mit dem Regime arrangiert. Einige führende deutsche Feministinnen haben schon vor 1933 mit den Nazis kooperiert, und sie fanden es auch völlig okay, daß man sich das Ziel setzte, daß in der Zukunft keine deutsche Frau mehr arbeiten solle.
Denn auch damals sahen die meisten Frauen Erwerbstätigkeit keineswegs als Privileg an, sondern eher als lästige Pflicht, was sie für viele Menschen ja nun einmal auch ist.
Und so ist es denn auch kein Wunder, wenn noch heute regelmäßig die Mehrheit der Frauen bei Umfragen angibt, Hausfrau mit Teilzeitjob als ideales Lebensmodell anzusehen.
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
10.08.2003, 15:16
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Arne Hoffmann,
10.08.2003, 17:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Anabasis,
10.08.2003, 21:01
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Manfred,
10.08.2003, 22:14
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Anabasis, 10.08.2003, 22:53
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
11.08.2003, 13:42
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Manfred, 11.08.2003, 14:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Garfield,
11.08.2003, 18:48
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 16:03
- Ergänzung - Lars, 15.08.2003, 16:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
15.08.2003, 18:21
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 19:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Jörg,
15.08.2003, 23:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Jolanda, 16.08.2003, 01:06
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 11:23
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
16.08.2003, 17:05
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 19:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Simon,
16.08.2003, 20:53
- Männergesundheit -
Norbert,
18.08.2003, 01:49
- Re: Männergesundheit - Anabasis, 18.08.2003, 02:22
- Männergesundheit -
Norbert,
18.08.2003, 01:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Simon,
16.08.2003, 20:53
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Norbert,
16.08.2003, 19:46
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
16.08.2003, 17:05
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Jörg,
15.08.2003, 23:49
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 19:18
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
15.08.2003, 16:03
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Lars, 11.08.2003, 13:30
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Manfred,
10.08.2003, 22:14
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Lars,
11.08.2003, 13:17
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Arne Hoffmann, 11.08.2003, 17:07
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Anabasis,
10.08.2003, 21:01
- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung -
Arne Hoffmann,
10.08.2003, 17:49