Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung

Lars, Sunday, 10.08.2003, 15:16 (vor 8214 Tagen)

Ich finde, die Frage, was man gegen die feministischen Mißstände in immer mehr Bereichen der Gesellschaft tun kann, ist in diesem Forum bisher immer etwas zu kurz gekommen. Um hier mal eine Diskussion anstoßen, hab ich mir folgende Thesen überlegt:

1. Da Männer die Hälfte der Bevölkerung ausmachen und viele von ihnen nach wie vor in strategisch wichtigen Bereichen wie Medien, Justiz und Politik tätig sind, müßte ein Umsteuern in den öffentlichen Debatten und der Medienkultur und dann auch in der Gesetzgebung und Rechtssprechung in 5 bis 8 Jahren zu erreichen sein - wenn man es richtig anpackt. Die Feministinnen haben es zwischen 1968 (erste Flugblatt-Aktionen am Rande der Studentenbewegung) und 1983 (Einzug der Grünen in den Bundestag, Beginn des Quoten- und Frauenbeaufteragten-Wesens) geschafft, ihre einseitige Sicht der Dinge zur allgemeinverbindlichen Tagesordnung zu erheben - und das obwohl zunächst kaum Frauen in strategisch wichtigen Berufen arbeiteten.

2. Da die Männerechtsbewegung im Augenblick sehr klein ist, sollten "Spalter-Diskussionen" vorerst vermieden werden und stattdessen auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners gehandelt werden. (Spalten sollten sich Bewegungen immer erst, wenn es sich von der Verteilungsmasse her lohnt) Konkret:

2.1 In der Frage wie weitgehend und wie grundsätzlich die Kritik am Feminismus sein soll/darf, sollte es vorerst keine Festlegung (also auch keinen Versuch einer Festlegung) geben, außer der, daß ein EINDEUTIGER "Die-Frauen-gehören-zurück-an-den-Herd"-Standpunkt im Rahmen einer auf wirkliche Gleichberechtigung abzielenden Männerrechtsbewegung nicht akzeptabel ist. (Früher oder später würden solche Stammtisch-Machos natürlich auch zur Männerechtsbewegung stoßen wollen.)

2.2 Allgemeinpolitische Fragen, also solche wesentlich über die Frage der Geschlechtergerechtigkeit hinausgehen (z. B. allgemeine Wirtschafts- und Sozial-Politik; Außenpolitik; Innerer Sichheit / Bürgerrechte ect.) sollten tunlichst ausgeklmmert (bzw. explizit als "off-topic" diskutiert) werden, um sowas wie CDU-, FDP-, SPD-, Grünen-Flügel innerhalb der Männerrechtsbewegung zu vermeiden. (Auch der Feminismus hatte sich erst dann in der Gesellschaft durchgesetzt, als er seine ursprüngliche Bindung an die Linke stark relativiert hatte und dadurch auch für CDU- und FDP-Wählerinnen und bloße Karrierefrauen interessant wurde!) - Ausgeschlossen werden sollten lediglich EINDEUTIG radikale und antidemokratische, totalitäre Kräfte.

3. Die Männerrechtsbewegung sollte sich in ihrer Kritik am Feminismus eine Reihe von sehr konkreten Kernpunkten offensichtlicher feministischer Einseitigkeit, Doppelmoral und Männerfeindlichkeit konzentrieren und sich dabei auch auf ein paar prägnante Leitbegriffe und -Formulierungen verständigen, um sich auf diese Weise der Öffentlichkeit besser einzuprägen.

4. Mann muß die Diskussion "nach draußen" suchen, sollte dabei aber darauf achten, daß sich die Debatten nicht abstrakt um für oder gegen Feminismus drehen (da sind nämlich Mißverständnisse vorprogrammiert und damit auch die Möglichkeit für Feministinnen, ihre Kritiker entweder einfach in die "frauenfeindliche" Ecke zu stellen oder sich in verschwommenes Theorie-Kaudawelsch zu flüchten); stattdessen sollten in moderatem Ton Diskussionen über ganz anschauliche Ungerechtigkeiten geführt werden - und zwar OHNE dann nahtlos zu allgemeiner Feminismuskritik überzuleiten (und damit anwesenden Feministinnen Gelegenheit zu Polemik und Gender-Geschwalle zu geben); die generellen feminismus-kritischen Schlußfolderungen werden die Zuhörer nach MEHREREN solchen Beispielen VON SELBER ziehen! D. h. anstatt die feministische Diskurs-Hegemonie frontal anzugreifen und damit als "Frauenfeind" abstempelbar zu werden, sollte man sie erstmal durch lauter Einzel-Punkt-Diskussionen - die sich für sich genommen eben nicht mehr so einfach unterbinden lassen) untergraben.


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