Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung
Als Antwort auf: Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung von Garfield am 11. August 2003 15:48:23:
Hallo Garfield,
es ist zwar richtig, darauf hinzuweisen, daß Erwerbsarbeit in der Regel nichts mit Selbstverwirklichung, sondern vielmehr mit Streß und Rechnungen-bezahlen-müssen zu tun hat. Auch stimmt es, daß bis in die 1960er Jahre hinein die Masse der Frauen in realistischer Erahnung des Stresses in der Berufswelt sich nur zu gerne von dem Mutter&Hausfrau-Leitbild in den Medien hat leiten lassen.
Das Problem ist nur: Auch wenn die Frauen aus kurzfristigen Bequemlichkeits-Erwägungen heraus dem Heim&Herd-Idyll zustrebten, ändert das nichts daran, daß dieses Idyll ein trügerisches oder zumindest ambivalentes Idyll war, denn:
- Auch der blödeste Job hat einen knallharten Vorteil gegenüber dem Heim&Herd-Idyll: Man kriegt GELD in die Hand, und ist damit gegenüber dem im Haus arbeitenden Partner in einer stärkeren, im Grunde Arbeitgeber-ähnlichen Position.(*) Und früher, als es für die geschiedene Frauen noch nicht die Möglichkeit gab, von der Scheidungs-Abzocke zu leben, war der Weg in die Ehefrau-Hausfrau&Mutter-Rolle de facto ein Sackgasse ohne Wendemöglichkeit: Nach einer gewissen Zeit gab es kaum noch realistische Chancen ins Berufsleben zu wechseln und dort noch eine einträgliche Position zu erreichen. Und wenn dann die Ehe nicht mehr so gut lief, hatte sie Pech gehabt. Dann mußte sie die Zähne zusammenbeißen und jeden Streit mit dem Geld-nach-Hause-bringer vermeiden.
Insbesondere aber für Frauen mit höherer Bildung konnte sich das Heim&Herd-Idyll als Trugbild herausstellen (weshalb dann ja auch gerade in diesem Milieu die Frauenbewegung enststand), denn:
- Das zuletzt beschriebene Problem, unbedingt den Streit mit dem Geld-nach-Hause-Bringer zu vermeiden, war hier wohl besonders virulent, da (auch wenn das jetzt komisch klingt) "Intellektuellen"-Partnerschaften per se konflikt-trächtiger sind als andere (es gibt einfach mehr und vertracktere, abstraktere Themen, über die man sich zerstreiten kann).
- Und Frauen mit höheren Bildungsabschluß hätten natürlich auch die Option auf wirklich interessante, dem Selbstverwirklichungs-Ideal nahekommende Berufe gehabt. Und wenn dann eine 1er-Abiturientin nach dem Verfliegen des ersten Mutterglücks aufeinmal begriff, daß sie auch ganz gerne wie ihr Gatte Wissenschaftlerin wäre, es dafür jetzt aber zu spät war, konnte das wohl eine ziemliche Ernüchterung sein. Ich schätze mal, daß aus solchen Lebensituationen 1968/69 die Feministinnen der ersten Generation hervorgegangen sind.
Von daher meine ich, daß es schon gut und richtig war, daß die Frauenbewegung in den 70er Jahren (ungeachtet aller Polemik, ideologischer verstiegenheit und Einseitigkeit) die Frauen in Bezug auf das trügerische Heim&Herd-Idyll wachgerüttelt hat.
Gruß
Lars
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* = Ganz genau hier lag der Unterschied zur vor-industriellen und vor-monetären Arbeitsteilung. Auf dem bäulerichen Familienberieb der Feudalzeit, waren Bauer und Bäuerin gleichermaßen aufeinander angewiesen (wie auch schon die Bezeichnungen andeuteten!). Für den Arbeiter oder Angestellten den Industrie-Zeitalters, der außer Haus arbeitere und dort auch sein Geld bekam, war die Hausfrau zwar praktisch, aber nicht unverzichtbar.
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Lars,
10.08.2003, 15:16
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Arne Hoffmann,
10.08.2003, 17:49
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- Re: Was tun? - Thesen zur Strategie einer möglichen Männerrechtsbewegung - Anabasis, 10.08.2003, 22:53
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15.08.2003, 18:21
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18.08.2003, 01:49
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