Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann
Als Antwort auf: Re: Eine provokante These, wie der F überwunden werden kann von Damian am 25. November 2002 14:38:58:
Hallo Damian!
"Nur schade, dass das Forum der "Mitfrauen" geschlossen wurde und wohl nicht mehr eröffnet wird, zu rauh war der Wind, der ihnen entgegenbliess."
Also hat sich die Mehrheit der "Mitfrauen", die von Anfang an gar kein Forum wollte, nun doch durchgesetzt. Klar - frau lief da immer Gefahr, sich womöglich doch noch von logischer Argumentation beeinflussen zu lassen. Und Logik wurde ja von Radikalfeministinnen mittlerweile auch zum ganz üblen Produkt des Patriarchats zwecks Unterdrückung der Frau erklärt.
Nun sitzen sie also wieder allein und ungestört in ihrem radikalfeministischen Sandkasten und klopfen sich gegenseitig anerkennend auf die Schultern. Na ja, wenn man sonst kein Hobby hat...
"Mit Kritik indes können sie weniger gut umgehen."
Das ist ein Merkmal aller totalitären Organisationen.
"Weil wir schon dabei sind, fällt mir gerade ein, dass Hannibal seine Spielplätze genommen wurden."
Ach, der Ärmste!
Nun muß er sich wohl mit der Seite begnügen, die er unter dem Namen "Hannelore" ins Netz gestellt hat. (Denn es würde mich schon sehr wundern, wenn die nicht von ihm wäre.)
"Sogar Arne Hoffmann hat mal darüber nachgedacht, ob Hannibal
eventuell sogar ein Maskulist sein könnte, der indem er radikale Texte schreibt und die Männer pauschal als minderwertig bezeichnet, den rakikalen Feminismus auf die Schippe nehmen will. Ich glaube da zwar weniger daran, aber ausgeschlossen ist heutzutage nichts."
Das habe ich auch mal vermutet, aber ich hab dann einiges erfahren, was mich zu der Erkenntnis gebracht hat, daß er wohl doch nur ein armer Irrer ist, der seine Fantasien nicht im Griff hat.
"In beinahe jedem zweiten Werbespot wird der Mann als Lackaffe dargestellt, mit dem man x-beliebig umspringen kann. Talkshows und Spielfilme laufen vielfach auf dasselbe hinaus."
Ja, das fällt mir auch immer wieder auf. Vor einigen Monaten hab ich mich mal über eine Ausnahme gewundert: Das war (soweit ich mich jetzt erinnere) ein Werbespot für eines der neuen Handys, mit denen man Fotos machen und verschicken kann. Da wurden erstmal eine Frau und ein Kind gezeigt, und eine Kinderstimme sagte dazu: "Papi ist der Beste. Er arbeitet so hart für uns..." Dann wurde ein Mann eingeblendet, offenbar ein Ingenieur oder Architekt auf einer Baustelle. Er hielt so ein Handy in der Hand und empfing damit nun ein Foto von seiner Frau und seinem Kind.
Es hat mich richtig gewundert, daß da in einem Werbespot mal Männer nicht niedergemacht, sondern gelobt wurden. Aber der Hintergedanke war klar: Es sind vor allem Männer, die neue technische Geräte wie z.B. Handys kaufen. Und genau wie sonst die Werbespots vor allem auf die weibliche Kundschaft ausgelegt werden (Frauen geben ja auf vielen Gebieten das meiste Geld aus), hat man diesen Werbespot eben auf die männliche Kundschaft ausgelegt. Nach ein paar Wochen war der Werbsport aber schon wieder verschwunden und durch einen anderen ersetzt worden. Vermutlich haben Feministinnen eifrig Protest-Briefe geschrieben...
"Im Prinzip bleiben nur noch die wissenschaftlichen Sendungen (und auch die nicht immer) sowie die Nachrichten übrig, in denen nicht sexistisch agiert wird."
Auch in den Nachrichten schlagen sich die üblichen Klischees häufig nieder. Interessant ist dort immer, wie unterschiedliche über männliche und weibliche Gewalttäter berichtet wird. Bei männlichen Gewalttätern ist die Berichterstattung meist neutral, und oft wird noch einiges zu den Opfern gesagt. Bei weiblichen Gewalttätern bleiben die Opfer oft mehr oder weniger außen vor, dafür wird aber immer lang und breit darüber spekuliert, was die arme Frau wohl zu dieser Untat getrieben haben mag. Oft wird dann auch schon ein männlicher Schuldiger ausgemacht...
"Man findet tagtäglich massenweise Beispiele, die in umgekehrter Konstellation undenkbar wären bzw. einen Proteststurm von Frauenbeauftragten, Feministinnen, Politikern usw. auslösen würden."
Ja, das nervt mich ja eben auch immer so. Einerseits sind das oft Kleinigkeiten, über die ich in normalerweise nur lachen würde. Wenn ich dann aber daran denke, wie sich Radikalfeministinnen über jeden Furz aufregen und überall gleich "patriarchale Unterdrückung" anprangern, denn kommt mir doch wieder die Galle hoch.
Besonders deutlich wurde das vor einigen Wochen in zwei Werbespots:
In dem einen Spot spritzt eine Frau im Auto ihres Partners Saft herum. Er traut sich noch nicht einmal, etwas dazu zu sagen, sondern sieht sie nur vorwurfsvoll an. Aber das ist schon Frevel genug, jedenfalls nimmt sie sich ein Papiertuch und wischt ihn zur Strafe weg.
In dem anderen Spot begutachtet ein Mann das neue Auto einer Frau. Er klopft kurz prüfend mit der Schuhspitze gegen einen Reifen. Die Frau sieht das, stürzt sich auf einmal wutenbrannt auf ihn und prügelt ihn mit ihrer Handtasche aus dem Bild.
Ich glaube, das brauche ich wohl nicht weiter kommentieren.
"Das Patriarchat muss für fast alles herhalten, was schief gelaufen ist."
Ja, und vor allem verwenden Radikalfeministinnen das Wort "Patriarchat" immer gern zweideutig. Radikalfeministinnen hängen ja stur und steif an ihren Dogmen und Klischees und vermeiden alles, was sie davon abbringen könnte. So vermeiden sie also ganz besonders auch Diskussionen. Der Begriff "Patriarchat" gibt ihnen nun die Gelegenheit, einerseits immer die Schuld für alles auf die Männer zu schieben, indem sie den Begriff im Sinne von "Männerherrschaft" verwenden. Sobald dann aber jemand das so nicht stehen läßt und eine für Radikalfeministinnen unangenehme Diskussion beginnt, weichen sie aus, indem sie behaupten, es ja gar nicht so gemeint zu haben. Dann soll der Begriff "Patriarchat" auf einmal für eine überlebte Gesellschaftsform stehen, unter der Männer und Frauen ja gleichermaßen leiden würden...
"Es gab aber schon Zeiten, in denen Frauen benachteiligt waren, vor allem, indem sie in ihrer Freiheit eingeschränkt waren."
Was meinst du konkret damit? Nehmen wir wieder mal ein Beispiel:
Ein gängiges Klischee ist, daß Frauen früher nicht studieren durften und sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts Zugang zu Universitäten erkämpft haben.
Wie sah das nun aber tatsächlich aus? Es gab schon im 17./18. Jahrhundert Frauen, die sehr wohl an Universitäten studiert haben. Sie hatten zwar immer gewisse Hindernisse zu überwinden, aber die Tatsache, daß es schon damals studierende Frauen gegeben hat, beweist, daß diese Hindernisse keineswegs unüberwindlich waren.
Außerdem gingen diese Hindernisse auch nicht nur von den Männern aus, sondern von der gesamten Gesellschaft, also sehr wohl auch von Frauen. Auch viele Frauen waren in der damaligen Zeit fest davon überzeugt, daß Studieren nichts für Frauen ist, und bei den Frauen, die trotzdem studiert haben, waren es interessanterweise häufig vor allem die Väter, die sie dazu animiert und dabei unterstützt haben.
Dann muß man auch noch sehen, daß ein Studium damals nicht dieselbe Bedeutung hatte wie heute. Unter "Studieren" verstand man damals nicht zwangsläufig den Besuch einer Universität, sondern z.B. auch Selbststudium. Nicht einmal ein Arzt mußte im 18. Jahrhundert eine Universität besucht haben.
Und viele Männer, die große Erfindungen gemacht haben, haben ebenfalls nie eine Universität von innen gesehen. Das konnte sich ja in früheren Zeiten auch kaum jemand leisten. Studieren war ohnehin nur was für die vermögenden Schichten. Die Mehrheit der Bevölkerung konnte ja noch nicht einmal lesen und schreiben. Das betraf Männer und Frauen gleichermaßen.
Daß im 19./20. Jahrhundert plötzlich mehr Frauen studieren wollten, hatte im wesentlichen zwei Gründe: Erstmal gab es mit der Herausbildung des Bürgertums immer mehr Frauen aus wohlhabenden gutbürgerlichen Verhältnissen, die sich ein Studium leisten konnten. Und zweitens wurde ein Studium immer wichtiger. Nicht nur für die berufliche Karriere, sondern auch für das Ansehen in der Gesellschaft. Aber auch zu der Zeit war das etwas, was die Mehrheit der Bevölkerung kaum interessierte. Denn im einfachen Volk konnte normalweise immer noch niemand studieren, egal ob Mann oder Frau.
Die Männer, die in früheren Zeiten wirklich ernsthaft behaupteten, daß Frauen keine Menschen oder sonst irgendwie minderwertig wären, waren wie die heutigen Radikalemanzen zumeist entweder sexuell frustriert oder aber homosexuell. Von einigen griechischen Philosophen, die bekennende Homosexuelle waren, sind auch Sprüche überliefert, die beispielsweise besagen, daß das feste, starke Fleisch eines Jünglings doch weitaus attraktiver wäre als der weiche, kraftlose Körper einer Frau...
Heterosexuelle Männer dagegen, die mit Frauen zusammen lebten und diese Frauen auch liebten, hätten ja, wenn sie behauptet hätten, daß Frauen minderwertig sind, auch ihre eigenen Frauen beleidigt. Allein schon deshalb hätten die meisten Männer sich wohl sehr gut überlegt, ob sie wirklich sowas von sich geben. Tatsächlich haben sich gerade auch viele sehr mächtige Männer in ihren Entscheidungen von ihren Frauen oder Geliebten beraten lassen und sie auch oft ganz bewußt um Rat gefragt. Umgekehrt kam das genauso vor. Es gab z.B. in England mal einen hochrangigen Politiker, der nie eine wichtige Entscheidung ohne seine Frau getroffen hat. Er sagte dann immer sowas wie: "Dazu muß ich erstmal meine Frau fragen. Sie ist in solchen Dingen unfehlbar und wird einen Rat wissen." Die britische Königin Victoria hat auch in vielen Sachen auf ihren Mann gehört und auch später nach seinem Tod bei schwierigen Entscheidungen immer überlegt, was er ihr wohl geraten hätte.
Deshalb kann man auch historische Ereignisse gar nicht immer wirklich an einer Person oder sogar an einem Geschlecht festmachen. Frauen haben immer die Geschichte mitbestimmt.
"Unter dem Deckmantel der Kunst lässt sich vieles verstecken..."
Dieses Machwerk von Valerie Solanas würde ich aber nicht als Kunst bezeichnen. Es ist ein übles Haß-Pamphlet, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
"...und vor allem, diese Frau muss ja sehr unter den Männer gelitten haben. Du vergisst, was ihr angetan wurde."
Ganz egal, was irgendjemandem angetan wurde: Das gibt niemandem das Recht, direkte oder indirekte Mordaufrufe zu verbreiten oder sogar selbst loszuziehen und zu versuchen, jemanden umzubringen. Verständnis hätte ich dafür maximal, wenn sich die Aggression nur gegen einen wirklichen Täter richtet. Bei der Solanas richtete sie sich aber gegen alle Männer.
"Das rechtfertigt ja jede Entgleisung, solange es in der Richtung Frau attackiert Mann läuft. Umgekehrt wäre die Hölle los bzw. wäre es gar nicht möglich, diesen Sondermüll zu publizieren."
Genau. Man könnte den Holocaust und den zweiten Weltkrieg auch auf Hitlers Penis-Verletzung zurück führen...
"Ob es allerdings vor 300 Jahren verboten worden wären, keine Ahnung. Das war schon eine andere Zeit. Die freie Meinungsäusserung war damals kein sonderlich geschätztes Gut. Könnte auch damit zusammenhängen."
Mag sein. Fakt ist jedenfalls, daß damals Bücher verboten wurden, die sich gegen Frauen richteten und deutlich harmloser waren als dieses Machwerk von Valerie Solanas.
"Wenn unser Blick in unserer pluralistischen Welt mit ihren Informationsfluten nicht so sehr vernebelt wäre, würde alles viel schneller ins Bewusstsein eindringen, was da eigentlich schiefläuft."
Stimmt. Vieles ist eigentlich ganz klar, wenn man es nur mal grob betrachtet. Aber man kommt ja kaum noch dazu, weil man von überallher mit Informationen und Fehlinformationen überschwemmt wird und so bald den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht.
Freundliche Grüße
von Garfield
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