Feminismus -> Genderismus -> Relativismus
Ihn als genuine Ursache zu bekämpfen indes gliche
zum Beispiel dem Kampf der schlesischen Weber im 19.
Jahrhundert gegen die mechanischen Webstühle in den industriellen
Webereien.
Den Vergleich finde ich nicht gerade hilfreich.
Der Feminismus als Motor und Transmissionsriemen ist mehr als nur ein Oberflächensymptom, mehr wollte ich ja gar nicht sagen.
Gegen den Relativismus könnten sich die Leute ja wehren.
Nein, das können sie eben gerade nicht. Warum? Weil ihnen zumeist die
Voraussetzung dafür (der christliche Glaube und seine Welt- und
Wertorientierung) verlorengegangen ist …
Man braucht nun nicht gerade eine christliche Werteorientierung, um einen klaren Werterahmen gegen den Relativismus zu haben.
… Haltungen wie der: "Egal welche Religion, oder auch
überhaupt keine, Hauptsache es ist nicht die christliche!"
Das ist Unfug. Wer einer Religion angehört, hat ein nicht relativistische Wertesystem. Sie können nicht jeden, der nicht Ihrer Religion angehören zum Relativisten abstempeln.
Das genau bedeutet Relativismus: Er immunisiert sich selbst …
Das mag sein, Selbstimmunisierungsmechanismen findet man aber auch in den Religionen.
Sie mögen gänzlich anderer Ansicht sein als ich …
Ist ja nicht schlimm, ich wollte nur Ihren Gedankengang nachvollziehen können.
Mit dem "Sklaven des toten Gottes" ist, wie bereits gesagt, der von
aller Moral "befreite" Übermensch Friedrich Nietzsches gemeint, der
den Tod Gottes verkündet und mit der erdachten Figur des Übermenschen
den Relativismus philosophisch idealisiert hatte.
Sie schrieben aber Nach dem Propheten des toten Gottes kommt der Prophet des falschen Gottes (Mohammed). Mohammed kam aber wesentlich früher als Nietzsche und nicht nach ihm. Deshalb meine Ratlosigkeit.
Relativistische Antifeministen sind folglich ein Widerspruch …
Relativistische Antifeministen, das muss ich mir mal auf der Zunge zergehen lassen. Kenne ich relativistische Antifeministen, ich muss mal nachdenken.
Ich hatte es geschrieben, um da und dort vielleicht Nachdenklichkeit und
Einsicht in solche Zusammenhänge zu wecken. Eine typische Parole dieser
Leute lautet zum Beispiel: "Wir sind genauso für die Gleichberechtigung wie
die Feministinnen, nur eben für die echte Gleichberechtigung!" Ihnen
ist also alles noch nicht gleich genug. Daß die "Gleichheit" selbst der Tod
ist – auch der ihre – das durchschauen sie einfach nicht bzw. wollen es
nicht wahrhaben.
Die Vollendung des Relativismus wäre die Gleichheit von Gut und Böse, von Richtig und Falsch.
"Sklaven des toten Gottes" habe ich das genannt – vulgo: Gottlosigkeit.
Oder so. Das ist aber nur die Transzendetierung. Es gibt aber auch philosophische Denkschulen, die Menschen zur Selbsterkenntis, zum Erkennen von Richtig und Falsch fähig halten, ohne eine Religion oder Gottheit vorauszusetzen.
Nichts anderes hatte ich doch zum Ausdruck gebracht ("Diese Welt ist nicht
mehr zu retten") …
Die Erde dreht sich aber weiter und auch die Sonne hört nicht auf zu scheinen.
Nach dem Untergang einer Kultur kommt eine Neue. Das wollte ich andeuten.
Für die einen ist das Gelaber, für die
anderen bedeutet es das Gewinnen von Einsichten.
Wichtig ist mir, dass jemand einen Standpunkt hat und (für sich) Richtig und Falsch unterscheiden kann. So ein Mensch ist greifbar und hat Profil.
Um ein Negativbeispiel zu bringen, profillose Betroffenheitsrhetoriker mag ich weit weniger.
Im Zusammenhang mit Mohammed hatte ich nicht vom
toten, sondern vom falschen Gott gesprochen.
Mich irritierte, dass Sie schrieben Nach dem Propheten des toten Gottes (Nietzsche) kommt der Prophet des falschen Gottes (Mohammed). Nietzsche kam aber nach Mohammed und nicht andersherum. Das konnte ich nicht auflösen.
Der Islam hingegen ist von Beginn an eine militärische und politische
Konstruktion zur Eroberung und Befriedung annektierter Völker gewesen.
Sie konstruieren hier einen Gegensatz, der so nicht existiert.
Das vorchristliche Römische Reich wäre ohne Militär und politische Struktur genauso wenig denkbar gewesen, wie das christliche Byzanz oder das islamische Reich.
Die Gegenüberstellung eines Friedensapostels Jesus und eines Kriegsherrn Mohammed ist irreführend und falsch. Entweder ist das Bild von Jesus falsch oder die Berufung des Christentums ist falsch. Was wird denn gemeinhin (in Europa) als Christentum gesehen? Das ist die von dem römischen Kaiser aus der Taufe gehobene Staatsreligion, heute Katholische Kirche genannt. Da die koptische und orthodoxe Kirche in Westeuropa kaum vertreten ist, ist das Christentum bei uns entweder Katholische Kirche oder Abspaltungen davon.
Die Religion ist hier Mittel zum politischen Zweck und eine Trennung
von Religion und Politik vom Grundsatz her undenkbar.
Wie oben dargelegt, das europäische Christentum hat seinen Ursprung nicht in Jesus Christus, sondern in der römischen Politreligion, gegründet von einem römischen Kaiser zusammen mit einer christlichen Splittergruppe, heute würde man sagen Joint Venture.
Sie sollten die Grundlagen Ihrer eigenen Religion besser kennen, bevor Sie sich an Religionsvergleiche wagen. Es könnte nämlich schnell sehr peinlich für Sie werden. Der einzige Vertrag von Hitlerdeutschland, der heute noch Gültigkeit besitzt ist das Konkordat zwischen dem tausendjährigen Reich und der noch viel älteren Kirche. Bislang hat noch kein Papst den Anstand gehabt, diesen (hochpolitischen) Vertrag für aufgehoben und nichtig zu erklären.
Erzählen Sie mir also nichts von Trennung von Religion und Politik.
Ehrlich und konsequent hat das bspw. Frankreich hingekriegt. Deutschland ist davon meilenweit entfernt.
Das wäre a priori unislamisch, denn es würde tatsächlich den
Kern außer Betrieb setzen.
Schon interessant, was sie als unislamisch und als Kern des Islam ausmachen. 
Ich habe in Bibelschulen Seminare über den Islam erlebt und weiß, dass da gelehrt wird.
Der Islam kennt nicht einmal kirchliche Strukturen. Eine (von mehreren) wichtigen Unterschieden zwischen Christentum (auf die hier vorherschende Variante als römische Staatskirche) ist zentralistisch und totalitär von einer Priesterschaft geführt. Der Islam ist eher wie eine Laienbewegung von unten aufgebaut und kennt keinen (zentralistischen) Überbau. Es gibt und gab zwar immer wieder sehr einflussreiche und akzeptierte Islamgelehrte, doch lag ihre Legitimation in dem Ansehen und den Respekt, den sie unter den Gläubigen hatten und nicht in einem (angeblich von Gott) aufgetragenen "Petrusamt".
Ich könnte die weitreichenden Implikationen … leicht weiter ausführen …
Sie können gar nicht, wenn schon anfangen falsche Vergleiche anstellen, aufgebaut auf falschen Implikationen.
Hier geht es bloß um die Frage, was das für Konsequenzen
hat in Hinblick auf die gegenwärtige Islamisierung Europas.
Das sind doch Nebelkerzen. Ich kann beim besten Willen keine "Islamisierung Europas" erkennen. Woher, bitte schön, soll die denn kommen? Von den (meist bildungsfernen) Migranten aus der Türkei, die ihren Volksislam mit nach Deutschland gebracht haben? Das ist doch nicht Ihr ernst, oder?
Können Sie mir auch nur einen angesehenen und ernstzunehmenden Islamgelehrten in Deutschland nennen? Ich höre?!?? Außer ein paar Funktionäre, die von der Türkei gesteuert die Aufgabe haben, die Rückbindung der Türken zur Türkei warm zu halten, weil man auf ihre Devisentransfers angewiesen ist, ist mir persönlich nichts bekannt. Und das soll die beschworenen Islamisierung sein? Ich lach mich kringelig.
Nein, diese Nebenkerzen dienen dazu, davon abzulenken in wieweit Deutschland von Feminismus, Genderismus, Alt-68er-Neue-LINKE-Gesülze und Relativismus beherrscht werden. Ob die Muslime in Deutschland dem etwas entgegen zu setzen haben, müssen die mir erst noch zeigen. Noch sehe ich davon nichts.
Soviel steht für mich fest: Das Vordringen des Islam in das dekadente,
postmoderne Europa bringt nicht etwa eine neue Religion auf diesen
Kontinent, sondern ein im Prinzip totalitäres politisches System,
dem die Religion bloß akzidentiell beigegeben ist und künftig zunehmend
immer bedeutungsloser werden wird.
Sie tragen hier nur Ihre Vorurteile vor und zeigen, dass Sie sich mit der Materie noch nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben und nicht über das an der Oberfläche kratzen hinausgekommen sind.
Erstens bringt sich Europa mit seinem Genderismus, Feminismus und Relativismus selbst zu Fall, dazu braucht es den Islam nicht. Dies zusammenzubringen ist subjektives Geschwafel.
Zweitens sind 95% dessen, was man leichthin als Moschee bezeichnet in Wirklichkeit türkische (oder auch marokkanische, bosnische, …) Kulturvereine mit angeschlossenem Gebetsraum. Die meisten Migranten haben das Bedürfnis ihre Kultur und Sprache zu pflegen, dabei betet man auch zusammen. Von Politik oder gar Unterwandern ist das weit, sehr weit entfernt. Wenn Politik im Spiel ist, dann eher rückwärts gewandt gen Türkei. Denn die Türkei braucht, wie oben angedeutet, die Devisen ihrer Auslandstürken. Wenn ich in den Moscheen alte Männer treffe, mit durchwachsenen Deutschkenntnissen und tag ein tag aus laufenden türkischen Fernsehprogrammen … also wirklich. Man muss schon arg ahnungslos sein, um daraus ein Bedrohungspotential zu konstruieren.
Nicht nur die europäischen Konvertiten des Islam
(nicht selten waren sie zuvor vollkommen areligiöse, atheistische
Linke gewesen, denen ihre politische Utopie abhanden gekommen ist) …
Haben Sie da belastbare eigene Erfahrungen oder schreiben Sie da nur ergoogeltes ab? Also ich als Konvertit war Christ und weder areligiös noch links, wenn Sie das wissen wollen.
Also ich habe nicht viele Atheisten und Linke als Konvertiten getroffen. Einige waren zuvor Christen wie ich, andere haben eine Pilgerschaft durch viele Religionen hinter sich (und man fragt sich manchmal, wann sie weiter pilgern), dann etliche aus dem esoterischen Bereich (darunter nicht wenige Frauen) …
Also das mit dem totalitären politisches System müssten Sie schon besser belegen. Meine empirischen Kenntnisse der Szene bestätigen das nicht. (Wobei ich nicht behaupten will, dass ich die gesamte Szene kenne.)
Dazu kommt noch eine entscheidende Schwächung in der Diaspora, die Zersplitterung in kleine und kleinste Gruppen. Ich kann da beim besten Willen keine Gefährdung sehen, nicht einmal im Ansatz. Die größte Gruppe ist die DITIB, die agiert mit dem Wohlwollen von türkischer und deutscher Regierung. Da gibt es bilaterale Übereinkommen. Was soll denn da anbrennen?
"Al Qaida" ist nur ein Symbol für dieses hochgefährliche Massenphänomen
der Begegnung von Islam und Moderne im gottlosen Westen.
Ach herrje, diese CIA-Organisation, die den Auftrag hat Menschen in Europa und Amerika zu erschrecken wie weiland der schwarze Mann bei der Kindererziehung?!??
Die Bush, Saud und Laden-Familien haben doch in den gleichen Branchen investiert (Öl, Rüstung, etc.). Die treffen sich doch beim Golfen und Teetrinken. Muss ich noch mehr sagen?
Ein "Gottesstaat", den es im Christentum nie gegeben hat und aus Prinzip
auch nie geben konnte, …
Das ist ideologisches Schwachsinnsgeblubbere, Sie sollten es besser wissen.
Die KK ist eine Staatreligion, die das Römische Reich überlebt hat. Ob Sie es nun Staatsreligion oder Gottesstaat nennen, spielt keine Rolle. Im Kern ist die KK seit ca. 1700 Jahre unverändert.
Mit viel Erfahrung in PR kann sie sich aber ein netteres Aussehen verschaffen. Davon lassen sich viele Christen blenden. Als Nichtkatholik brauchte ich selbst einige Zeit, bis ich darauf kam.
Vorbringungen wie Sie es tun brachten mich drauf, über das Wesen des Christentums nachzuforschen. Das war sehr aufschlussreich.
Ein pseudoreligiöser "Gottesstaat" postislamischer Provenienz als
verbrämte Manifestation menschlicher Allmachtsphantasien …
Oh je, dass ist mir dann doch zu arg, als dass ich das noch kommentieren wollte …
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Mus Lim,
18.06.2009, 18:48
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19.06.2009, 03:08
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- Feminismus -> Genderismus -> Relativismus - Charlie, 19.06.2009, 12:11
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20.06.2009, 03:11
- Ich unterschreibe nichts … - Mus Lim, 20.06.2009, 13:26
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Chato,
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