Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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ganz private Gründe

weingeist, Friday, 29.01.2010, 16:14 (vor 5815 Tagen) @ Müller

Ich habe lange mit dem Feminismus sympathisiert, retrospektiv aus 2 Gründen:

1. glaubte ich (in der 2. Hälfte der 1960er geboren) bis ca. 2000, Feminismus sei ein Eintreten für die Gleichberechtigung, und
2. hatte ich als Jugendlicher viel Stress mit meinem Vater (den mir auch z.T. meine Mutter machte, ala "wenn du nicht X tust, dann sag ich es dem Papa") und ein entsprechend negatives Väter/Männerbild.

Die Wende kam in einigen Schritten:

1. Ich heiratete und musste, sobald meine Gattin den Trauschein fest in Händen hielt, feststellen, dass, wenn von uns beiden einer für Gleichberechtigung war, dann war das ich und nicht sie.
2. Ich wurde Vater und musste zugeben, dass mein Vaterbild nunmehr mein Spiegelbild ist. Ich erkannte viele alte Gemeinsamkeiten zwischen mir und meinem Vater ganz neu, was sowohl mein Selbstbild als auch mein Bild von meinem Vater in ein ganz neues (viel besseres) Licht rückte.
3. Mir wurde klar, dass bei meinen Arbeitgebern Themen wie "Familienfreundlichkeit" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" stets und ausnahmslos so aufgestellt waren, dass es um eine Entlastung von Müttern auf Kosten der Väter ging. In einer Firma war ich der erste Vater der Unternehmensgeschichte, der Elternzeit beantragte, und war massivsten Repressalien ausgesetzt. Ich lernte andere Menschen kennen, die ähnliche Probleme hatten (oft Mütter, die mir von ihren Männern erzählten).
4. Meine Frau drohte mir mit Rausschmiss, und ich begann, mich damit zu beschäftigen, was dies für mich und mein Kind bedeutet.
5. Ein Kollege lieh mir Bücher von Warren Farrell und schickte mir einen Link zu pappa.com; von dort landete ich bei Genderama und Manndat.

Bei allen guten Definitionen: Das Wort Maskulist klingt mir zu sehr nach Feminist; ich bezeichne mich als Menschenrechtler und Apartheidgegner.


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