Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...

Nick, Saturday, 20.11.2004, 02:24 (vor 7746 Tagen) @ Sven75

Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 17:53:11:

Lieber Sven!

"Aber wenn die einzigen in diesem Lande, die sich um andere sorgen, jene sind, die sich aufgrund eines Glaubens dazu verpflichtet fühlen, wenn es eine Religion braucht, um sich dazu verpflichtet zu fühlen, anderen zu helfen, dann wird das große Dilemma unserer Gesellschaft offensichtlich."

Das sehe ich genauso. Dir fällt es wenigstens noch auf. Andere freuen sich schon darauf und rechnen rum, ob es nicht vielleicht bald endlich soweit ist. Aber ob sie noch Grund haben werden zur Freude, wenn es dann wirklich soweit ist?

Ich kenne auch sehr viele von diesen Menschen an der Basis, in den Gemeinden und Arbeitskreisen, die ganz still und leise ein Segen sind für viele Menschen, ohne je ein großes Geschiß darum zu machen. Heute war der Gedenktag der Heiligen Elisabeth, traditionell der "Tag der Caritas". Da waren sie mal wieder alle versammelt: so viele großartige, grundglückliche Menschen! Die Vorstellung, daß ausgerechnet die etwa in "Panik" wären, weil ihnen irgendwelche "Fälle davonschwimmen" würden oder dergleichen, ist wirklich nur zum Lachen - aber hier eigentlich nicht mehr wichtig.

"Und dann sollten wir uns in der Tat fragen, warum es in unserer Gesellschaft keine anderen Werte gibt, die uns zu solchem Handeln anleiten. Möglicherweise sind die Kirchen nicht diejenigen, die die Definitionshoheit über die Ethik für sich beanspruchen, sondern nur der letzte Rest an Ethik, der diesem Volke geblieben ist."

So ist es wohl. Möglicherweise verhält es sich ja gar nicht so, daß die Christen furchtbar erpicht wären auf die Definitions- oder sonstige "Hoheit", sondern die Gesellschaft im Grunde ganz schön froh sein sollte, daß es die Christen überhaupt noch gibt? Wir Christen leben in der bewußten Gegenwart einer Ewigkeit, die uns viel realer ist, als die Welt "hier unten": letztere bedeutet uns nun mal nicht "ALLES"... aber gerade das setzt uns frei, selbstloser zu handeln. Das muß zwar nicht zwangsläufig so sein, natürlich, ist es aber doch öfter, als manche denken. Wir sind nicht bessere Menschen als andere, aber wir bemühen uns wenigstens darum, auch dann, wenn der Erfolg dabei eher mäßig ist.

"Dann sollten wir uns in der Tat fragen, was an Ethik uns wohl verbleibt, wenn dereinst auch die Kirchen nicht mehr existieren. Was bleibt dann übrig von der Menschlichkeit?"

Ja, was wird dann wohl übrig bleiben? Man muß eigentlich kein Prophet sein, sich das auszumalen, weil sich das ja bereits abzeichnet, was dann kommt: die restlose Zersplitterung in eine Wolke aus arroganten Ego-Partikeln ohne inneren Zusammenhalt, die ziellos dahintreiben und im Krieg jeder gegen jeden übereinander herfallen, bis irgendein "Großer Vorsitzender" (diesmal wohl eher, wegen der geistigen Dekadenz in Europa, irgendein Großmufti oder Kalif) die Sache unter seine Knute nimmt. Heutzutage allerdings unter völlig veränderten "macht-technologischen" Bedingungen, als sie einem Stalin oder Hitler zur Verfügung standen. Immer mehr Leute wollen es ja so haben und engagieren sich sehr dafür - vielleicht wird es wirklich dazu kommen? Im Prinzip ist die Sache schon kaputt zu kriegen...

Ratzinger spricht sehr treffend vom "pathologischen Selbsthaß" des säkularen Europa. Man findet das inzwischen wirklich an jeder Ecke, nicht mehr nur in den Medien, sondern bereits tief in den Seelen vieler Menschen. Ich halte es für eine kollektive Gemüts- und Geistesstörung, die möglicherweise nicht mehr heilbar ist. Die Freude am Wahnsinn ist erkennbar einfach zu groß geworden. Vielleicht geht es nun in diese Richtung immer weiter? Was hülfe es denn auch, mit Irren darüber diskutieren zu wollen, daß sie den Verstand verloren haben. Sie bräuchten ihn ja, damit sie das begreifen könnten.

Was das Ganze nun mit dem Foren-Thema zu tun hat? In meinen Augen so ungefähr alles...

Aber man muß das nicht immer weiter vertiefen, das ist schon wahr.

Gruß an Dich
vom Nick


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