Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...

Sven75, Friday, 19.11.2004, 09:17 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 00:12:21:

Hallo Eugen,

Wenn die Kirche von "Bioethik" spricht, (so Nick), dann meint sie natürlich kirchliche Bioethik, und natürlich setzt sie ihre Sichtweise, wie wir schon in dem bemerkenswerten Papier von Josef card. Ratzinger lesen konnten, absolut. Aber das ist ja nichts besonders, das tun sie ja alle, das ist verständlich.

So ganz einfach kann man Nicks Argumentation denke ich nicht wegbügeln.

In einer Diskussion um Bioethik gibt es natürlich jene, die die Wissenschaft beherrschen, und solche, welche etwas zur Ethik sagen. Das ist auch zwingend notwendig weil sonst wirklich alles gemacht wird, was machbar ist. Nun schreibt prinzipiell natürlich keiner vor, dass der Vertreter der Ethik notwendigerweise die Kirche sein muß. Die Frage ist nur: Wer sonst?

Ethische Werte haben in unserer Gesellschaft gravierend an Wert verloren, es scheint alles gerechtfertigt, solange das Ergebnis stimmt und man erfolgreich ist. Daraus könnte man schlussfolgern, dass jede Art genetischer Veränderung zulässig sei, solange damit ein Nutzen erzielt werden kann. Die Einzigen, die da meiner Meinung nach noch Felsen in die wogende See setzen, sind in der Tat die Religionen. Inwieweit diese religiösen Anschauungen nun richtig oder falsch sein mögen, sei dahingestellt. Aber ich persönlich möchte keine Welt erleben, die keine Ethik mehr kennt. Die Ethik ist Teil dessen, was uns zum Menschen, zum sozialen Wesen macht - nicht die Wissenschaft.

Und nein, ich bin kein Katholik, ich bin Attheist. Ich glaube weder an Gott noch laufe ich mit allem konform, was die Kirchen an Werten festsetzen. So ist die Ehe für mich blosse Makulatur. Aber aufgrund der Religionen findet überhaupt eine Diskussion über Ethik statt. Oder glaubt irgendwer, in der Diskussion über Bioethik würde man einen Philosophie-Professor als Gegenpart zulassen, der mit Plato und Aristoteles argumentiert?

Gruss,
Sven


gesamter Thread:

 

powered by my little forum