Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Emmalein

Garfield, Thursday, 01.04.2004, 19:23 (vor 7981 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Emmalein am 01. April 2004 14:21:38:

Hallo Emmalein!

"Hast Du Dir jemals vorher, bevor Du Kinder hattest (oder auch wenn Du jetzt noch keine hast), Gedanken darum gemacht, wie Du Kind und Karriere vereinbaren kannst?"

Meine Partnerin und ich haben noch keine Kinder. Falls wir mal welche haben, wäre es für mich ideal, wenn wir dann beide nur noch auf Teilzeit arbeiten und uns so alles aufteilen würden.

"Ich habe dafür für mich schon einen klaren Plan ausgearbeitet, dem mein jetziger Freund auch zustimmt."

Wie sieht der denn aus?

"Und genau das liegt eigentlich an den Strukturen, die ich immer wieder hier beklage und von denen behauptet wird, dass sie gar nicht existieren: Strukturen, die die klassische Aufteilung: Mann Beruf- Frau Hausfrau stark begünstigen,steuerrechtlich, scheidungsrechtlich etc."

Moment mal, also zumindest ich habe nie behauptet, daß diese Strukturen nicht existieren! Das kann man aber nicht den Männern anlasten, denn die haben dadurch auch Nachteile. Z.B. wenn sie beruflich gern zugunsten der Familie kürzer treten würden, ihnen dies aber gerichtlich verboten wird, da sie dann die Unterhaltszahlungen für die Ex-Frau nicht mehr oder nicht mehr in voller Höhe leisten könnten. Und dann fühlt man(n) sich natürlich erst recht verarscht, wenn immer wieder von den egoistischen Männern geredet wird, die angeblich ihren Frauen die berufliche Karriere nicht gönnen würden und deshalb nicht bereit wären, mal selbst zurück zu stecken.

"Als ich von neuen Stellen sprach, dachte ich an neue Stellen für Wiedereingliederungsberatung."

Soviel ich weiß, werden dafür keine Extra-Stellen geschaffen, sondern Frauen bekommen als Wiedereingliederungshilfe zusätzliche Fortbildungs- oder sonstige Schulungsmaßnahmen von den Arbeitsämtern bezahlt. Für Frauen ab 50 wurden Anfang der 90er Jahre im Osten allerdings eigens ABM-Stellen geschaffen.

"Das Frauenstudium wurde massivst bekämpft,weil man glaubte, dass es Frauen von ihrem eigentlichen Lebenssinn,dem Bekommen und Erziehen von Kindern, entfernen würde. Ausserdem traute man Frauen nicht die nötige Rationalität zu, um Wissenschaft zu betreiben (Quelle: "Vom Schwachsinn des Weibes, und ähliche Traktate)."

Ja, das waren zwei der Gründe. Dazu kam dann noch, daß man Männer und Frauen nicht gemeinsam unterrichten wollte, weil man befürchtete, daß dadurch Sitte und Moral leiden würden.

Das alles waren Vorurteile, die vor allem dadurch entstanden sind, daß tatsächlich nur wenige Frauen sich für Wissenschaft interessierten und es somit auch nur wenige Frauen gab, die studieren wollten. Sehr interessant ist in dem Zusammenhang das Buch "Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten", geschrieben 1742 von Dorothea Leporin (später bekannt als Dorothea Erxleben). Sie wußte sehr genau, wovon sie schrieb, da sie sich selbst nach dem Vorbild ihres Vaters wissenschaftlich betätigte, in Halle studiert hat und dann als Ärztin tätig war. Laut dem heute weit verbreiteten feministischen Geschichtsbild war das alles im 18. Jahrhundert gar nicht möglich.

Interessanterweise erwähnte sie in ihrem Buch auch nichts über irgendeine männliche Unterdrückung. Sie setzte sich zwar mit dümmlichen Vorurteilen über die angeblich geringere weibliche Intelligenz auseinander und auch mit den Behauptungen einiger Wirrköpfe, daß Frauen keine Menschen wären (wobei sie interessanterweise auch erwähnt, daß ein Buch eines solchen Spinners schon im 17. Jahrhundert verboten wurde). Aber sie sah die Quellen dieser Vorurteile keineswegs nur bei den Männern, sondern in der gesamten Gesellschaft. Sie widmete sogar ein Kapitel eigens der Tatsache, daß gerade Frauen anderen, gebildeten Frauen sehr skeptisch gegenüber standen und oft aus Neid heraus versuchten, solche Frauen öffentlich zu diskreditieren, indem sie z.B. behaupteten, daß Frauen, die sich zu sehr mit wissenschaftlichen Themen beschäftigen ja eigentlich gar keine richtigen Frauen und nicht fähig wären, Familien zu gründen. Sie rief die Frauen ihrer Zeit dazu auf, sich weniger um Mode und Kosmetik zu kümmern, dafür aber mehr um ihre Bildung. Darunter verstand sie nicht nur ein Studium, sondern jegliche Art von Bildung. Es war damals auch nicht unbedingt nötig, zu studieren, um als Wissenschaftler anerkannt zu werden. Leider ignorierten die allermeisten Frauen ihrer Zeit diesen Aufruf, so blieben Frauen an Universitäten eben noch lange Ausnahmen und diese Vorurteile blieben erhalten.

"Ich kenne dennoch andere Beispiele:Polizistinnen, die an den dummen Witzchen der Kollegen fast zerbrochen sind, obwohl sie ihren eigenen Job gut machen und sogar mit hart gesottenen Verbrechern fertig werden konnten, Handwerkerinnen, die total angekotzt nach Hause kommen etc. Ein gutes Kollegium, in dem man positiv aufgenommen wird, hilft viel - ein schlechtes schadet mindestens ebenso viel."

Das ist richtig, aber das gilt für Männer ebenso. Es gibt auch männliche Mobbingopfer.

"Das habe ich bereits bei Bruno beantwortet."

Was meinst du wohl, wieso beispielsweise ein Bergarbeiter relativ gut verdient? Nicht weil er ein Mann ist, sondern weil die Arbeit gefährlich und häufig auch ungesund ist. Männer arbeiten sehr oft in solchen Jobs, und dann profitieren sie finanziell natürlich von diversen Zulagen. Gesundheitlich machen sie dabei aber häufig minus. Vielen Männern ist das sehr wohl bewußt, aber sie stehen eben weit mehr unter Druck, möglichst viel Geld heranzuschaffen, als Frauen. Und so nehmen sie gesundheitliche Beeinträchtigungen in Kauf. Frauen sind dazu häufig weniger bereit.

Vor einiger Zeit habe ich mal eine Reportage über eine Notärztin gesehen. Die Reporter stellten fest, daß die meisten Notärzte männlich sind und fragte diese Ärztin, wieso das so ist. Sie antwortete darauf, daß viele Frauen eben die ungünstigen Arbeitszeiten stören. Man hat dann ja auch häufig Nacht- und Wochenenddienst. Bei manchen Frauen liegt das wahrscheinlich daran, daß sie Kinder haben und deshalb nicht gern abends und am Wochenende beruflich unterwegs sind. Aber das kann nicht der einzige Grund sein, wieso es so wenige Notärztinnen gibt. Denn so manche Frau bleibt doch heute kinderlos, und viele Frauen haben nur 1-2 Kinder, die ja auch nach ein paar Jahren schon selbstständig genug sind, um nicht ständig beaufsichtigt zu werden. Außerdem gibt es auch Ärztinnen, die schon deutlich über 40 sind und somit wohl kaum noch kleine Kinder zu versorgen haben. Die haben aber trotzdem keine Lust dazu, sich den Streß anzutun und als Notärztinnen zu arbeiten. Das überlassen sie lieber ihren männlichen Kollegen, die dann natürlich durch Nacht- und Wochenendzuschläge mehr verdienen.

"Frauenberufe sind teilweise körperlich und seelisch genauso hart."

Deshalb habe ich ja auch geschrieben, daß der Pflegebereich da eine Ausnahme bildet. Aber da ist es dann ja auch so, daß auch Männer als Krankenpfleger arbeiten, und ein guter Teil der anstrengenden Drecksarbeit wird im Pflegebereich durch Zivildienstleistende übernommen, die zu 100% männlich sind. Kranken- bzw. Altenpfleger ist somit eigentlich kein typischer Frauenberuf.

Alle sonstigen typischen Frauenberufe sind körperlich eher anspruchslos und auch üblicherweise nicht gesundheitsschädlich.

"Die Berufe sind aber im Dienstleistungsbereich. Das ist eine der wenigen Branchen, die noch Wachstum zeigen. Daher könnte es auch rühren, dass Frauen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Männer."

Das ist definitiv so, wie die Statistiken des Arbeitsamtes deutlich zeigen. Die Benachteiligung für Männer liegt darin, daß es trotzdem zwar spezielle Fördermaßnahmen der Arbeitsämter für Frauen gibt, nicht aber für Männer.

Allerdings wird es auch im Dienstleistungssektor in der Zukunft einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen geben...

"...was im Dienstleistungsbereicht teilweise so nicht möglich ist."

Da ist noch einiges möglich. Es wird in Zukunft immer weniger Bank- und Postfilialen geben, dafür aber immer mehr Automaten. Die Post plant mittlerweile schon, Abholautomaten für Pakete einzurichten.

Automatische Supermarktkassen sind schon einsatzreif, es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis sowas massenweise eingeführt wird. Telefonische Kundenbetreuung erfolgt zunehmend durch Automaten, und im Ruhrgebiet werden bereits vollautomatische unterirdische Transportsysteme getestet.

Büros gibt es eigentlich vor allem nur noch deshalb, weil die Finanzämter nun einmal verlangen, das Belege auf Papier aufbewahrt werden müssen. Wenn es da demnächst vielleicht auch Vereinfachungen gibt, dann wird das der Startschuß für massiven Arbeitskräfteabbau bei Bürotätigkeiten sein. Buchhaltung, Rechnungsversand, Mahnwesen usw. wird dann vollautomatisch durch Computer abgewickelt werden.

Wenn dann viele Büros geschlossen werden, werden auch deutlich weniger Reinigungskräfte benötigt. Also fliegt da auch massenweise Personal raus.

"Wegen eines Haarschnitts werden höchtens grenznahe Leute in ein anderes Land fahren, das lohnt sich noch nicht."

Ja, aber wenn immer mehr Menschen arbeitslos sind, dann lassen sie sich die Haare mangels Geld lieber von irgendeinem Verwandten oder Bekannten schneiden, wie du ja auch hier schreibst. Und schon machen auch Friseurgeschäfte massenweise dicht. So dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller, weil unsere werten Politiker es nicht für nötig halten, irgendetwas dagegen zu unternehmen.

"Gut, Reperaturdienstleistungen im KFZ-Bereich könnten vielleicht auch in Eigenarbeit übenommen werden, aber das ist viel schwerer bei den modernen Autos, weil die sehr kompliziert geworden sind."

Ja, als beim Golf meiner Partnerin neulich mal eine Birne kaputt war, und ich im Handbuch nachschlagen wollte, wie man die wechseln kann, stand da doch tatsächlich, daß man die Birne in einer Fachwerkstatt wechseln lassen solle, weil sie beim Wechseln explodieren könne...

Wenn aber in Zukunft immer mehr Menschen arbeitslos sind und dann nach einem Jahr in die Sozialhilfe abgeschoben werden, dann müssen sie auch ihre Autos verkaufen. Sonst gibt's nämlich keine Sozialhilfe. Schon hat sich das Problem auch erledigt, und schon kann man auch noch Stellen in Werkstätten und in der Autoindustrie abbauen.

Da kommt noch einiges auf uns zu, und zwar auch auf diejenigen von uns, die das Glück haben werden, ihre Jobs (oder auch ihre Unternehmen) zu behalten. Denn je mehr Menschen chancenlos im Regen stehen, umso stärker wird die Kriminalität ansteigen. Ich denke, schon in 20 Jahren werden viele Deutsche über die Probleme, die wir hier diskutieren, nur noch müde lachen können und sich wünschen, daß sie diese Sorgen noch hätten.

"Ich sprach nicht von gleicher Qualifikation, aber Männer wählen eher den Sekundarstufen- als den Primarstufenbereich zum Unterrichten. Und da verdient man auch mehr, sehr viel mehr, obwohl die Regelstudienzeit nur 2 Semester höher liegt (Grund- und Hauptschullehrer 6 Semester, Wirtschaftspädagogen 8 semester, zumindest an unserer Uni)."

Ja, aber Männer verdienen da nicht mehr, weil sie Männer sind, sondern weil sie eben in der Sekundarstufe arbeiten. Wer hindert Frauen daran, ebenfalls 2 Semster mehr zu studieren und dann ebenfalls in der Sekundarstufe zu arbeiten?

"Theoretisch sind viele MÄnner bereit,den Hausmann zu spielen, aber wenn es praktisch konkret wird, möchten sie doch lieber ein eigenes Einkommen und den besseren Status."

Würdest du gern arbeiten gehen, wenn deine gesamte Familie und überhaupt deine gesamte Umwelt dich dann als Mannsweib ansehen würde? Wenn die allermeisten Menschen, die du kennst, dann sagen würden, daß du deine Familie vernachlässigst, deinen Kindern keine gute Mutter und deinem Partner keine gute Frau bist? Wenn man dann über dich lachen und dich teilweise sogar beschimpfen würde?

Du vergißt eines: Das althergebrachte Rollenbild der Frau wurde in den letzten 50 Jahren so aufgeweicht, daß es mittlerweile praktisch gar nicht mehr existiert. Das althergebrachte Rollenbild des Mannes wurde jedoch nicht nur nie wirklich aufgeweicht, sondern sogar noch gefestigt. Denn je mehr eine Frau selbst beruflich leistet, umso mehr berufliches Engagement erwartet sie auch von ihrem Partner. Das ist so.

Wenn der Partner dann aber auf einmal Hausmann werden möchte, dann kommt das bei seiner Umwelt und meist auch bei seiner Partnerin nicht gut an. Viele Frauen möchten zu ihren Partnern immer auch ein wenig aufschauen und stolz auf sie sein können. Selbst wenn sie selbst kein Problem damit haben, wenn der Partner Hausmann ist, dann haben sie aber doch ein Problem damit, wenn sie von Freundinnen, Eltern und Großeltern immer wieder zu hören bekommen, daß ihr Partner ja nur faul wäre und sie ausnutzen würde. Das zerfrißt eine Beziehung mit der Zeit.

Die meisten Männer spüren das sehr genau und versuchen dann eben, diesen gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden.

"Auch wenn man tough sein muss, um einen Führungsposten zu besetzen, können einem Menschen schon die abschätzigen Blicke aus der Nachbarschaft und das abfällige Raunen von "Karrierefrau" hinter dem Rücken, zusammen damit, immer als dafür verantwortlich zu gelten, wenn das Kind schulische oder andere Probleme hat, gewaltig zusetzen."

Ja, es gibt Leute, die so reden. Vor allem die Vollblut-Hausfrauen. Aber es ist heute so, daß für Frauen verschiedene Lebensalternativen gesellschaftlich akzeptiert werden, und Vollzeitarbeit gehört dazu. Die meisten Menschen akzeptieren das, und für jeden Mitmenschen, der da vielleicht mal eine blöde Bemerkung macht, findet frau einen anderen, der sie bewundert. Ein Hausmann dagegen wird kaum irgendwo Bewunderung und Anerkennung finden.

"Noch Ende der 1980er wurde mit der Ernährerpflicht von vielen männlichen Arbeitgebern das Abschieben der Frauen in die Leichtlohngruppen begründet. Das steht in einem Politikbuch, das aus der Zeit stammt und einen Arbeitgeber im Original zitiert. Wenn sich da also die Arbeitgeber geändert haben, kann das noch nicht lange her sein."

Na ja, aber solange viele Frauen die Ernährer-Pflicht gern ihren Männern überlassen, geben sie solchen Chefs sogar noch recht.

"Zusätzlich würde ein Mann ebenfalls Witwer-Rente bekommen, wenn die Frau ununterbrochen berufstätig gewesen wäre und wenn er sie überleben würde. Das passiert aber de facto eher selten."

Vor allem passiert das deshalb selten, weil Männer nun einmal im Durchschnitt früher sterben als Frauen.

"Das ist also keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts."

Nein? Das sehe ich anders. Zumal - wie Bruno in einem Beitrag vor kurzem sehr gut dargelegt hat - im Gesundheitswesen für Frauen mehr getan wird als für Männer. Trotzdem Männer heute ein geringeres Alter erreichen.

"Und heute muss ich für eine private Rentenversicherung sehr viel mehr auf den Tisch des Hauses blättern als ein Mann. Da wird der unterschiedlichen Lebenserwartung wirklich zu Genüge Rechnung getragen."

Das gilt so aber nur für private Rentenversicherungen. Sowas kann ich mir überhaupt nicht leisten, weil ich nämlich jeden Monat mehrere hundert Euro in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen muß, die aufgrund der Mißwirtschaft unserer Politiker leider leer sein wird, wenn ich dann mal ins Rentenalter komme.

"Man kann aber an der Lebenserwartung der Männer nichts ändern, das können nur die Männer selbst, indem sie gesünder leben."

Diese Äußerung finde ich sehr ignorant. Da ließe sich schon etwas ändern, wenn die Krankenkassen beispielsweise auch schon für Männer ab 30 Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen bezahlen würden. Oder wenn auch mal Frauen bereit wären, stressige, schwere und/oder gesundheitsschädliche Berufe zu erledigen. Vielleicht würde es auch helfen, wenn es wenigstens ein Männergesundheitszentrum gäbe. Oder wenn die Aufwände für Forschungen zu Prostatakrebs genauso hoch wären wie die Aufwände für Forschungen zu Brustkrebs.

"An der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf kann man aber eine Menge ändern ,was unsere Nachbarländer sehr deutlich zeigen."

Ja, das könnte man. Nur wozu? Bevor man da etwas tut, muß man erstmal das Problem der zunehmenden Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Da tut sich leider aber nichts.

"Werden die Ehen aber durch Scheidung beendet, steht den Frauen das Geld der gemeinsamen Eheleute nicht mehr zur Verfügung."

Wie kommst du denn darauf? Wenn es ein gemeinsames Konto gab, dann wurde üblicherweise keine Gütertrennung vereinbart. Und wenn noch nicht mal ein Ehevertrag existiert, dann gilt automatisch Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, daß der Frau bei einer Scheidung die Hälfte des Vermögens gesetzlich zusteht. Wenn sie während der Ehe das Geld verwaltet hat, dann hat sie natürlich Zugriff auf die Konten und somit alle Möglichkeiten, sich nicht nur die Hälfte des Geldes, sondern auch noch mehr zu sichern.

Da Scheidungen in den meisten Fällen von Frauen eingereicht werden, hat eine Frau dann sogar die Möglichkeit, alles schon lange vorher zu planen und schon vor der Scheidung Geld auf ein geheimes, eigenes Konto zu überweisen. Es gibt sogar Frauen, die schon vor der Scheidung versuchen, ihre Kinder subtil darauf vorzubereiten. In einer Reportage habe ich mal einen geschiedenen Mann gesehen, der den Reportern ein Buch gezeigt hat, das seine Ex-Frau dem gemeinsamen Kind Monate vor der Scheidung geschenkt hat. Es war ein Kinderbuch aus DDR-Zeiten, das extra zu dem Zweck herausgebracht worden war, Kindern eine Trennung der Eltern zu erklären. Zu der Zeit, als sie dem Kind dieses Buch schenkte, hatte der Mann noch keinen blassen Schimmer davon, wie es um seine Ehe stand. Wenn Frauen schon die Kinder so auf eine Scheidung vorbereiten, dann kannst du sicher sein, daß sie auch finanziell möglichst viel auf die Seite schaffen.

Und wenn eine Frau wirklich kein Geld hat, dann hat sie vielleicht eine Rechtsschutzversicherung. Die wird immer zahlen, weil ja allgemein bekannt ist, daß Frauen bei Scheidungsprozessen nur selten den Kürzeren ziehen. (Meist nur dann, wenn sie selbst während der Ehe auf Vollzeit gearbeitet haben und der Mann z.B. arbeitslos war.) Und wenn auch keine Rechtsschutzversicherung da ist, dann gibt es Prozeßkostenhilfe. Es gibt genügend Beratungsstellen, in denen scheidungswilligen Frauen sehr genau erklärt wird, was sich alles machen läßt. Männer dagegen werden in solchen Situationen oft nicht vernünftig beraten. Weil es auch gar keine Beratungsstellen speziell für sie gibt.

"Ich werde darüber nachdenken,das Buch als Ganzes zu lesen. Wenn ich allerdings merke, es ist es nicht wert, werde ich es nach ein paar Seiten wieder weglegen, wie beim ersten Mal."

Du solltest es auf jeden Fall lesen. Gerade wenn manche Aussagen darin dir nicht so zusagen. Ich habe als Atheist sogar die Bibel gelesen...

Freundliche Grüße
von Garfield


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