Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Exakt!

Anti-Sexistin, Tuesday, 10.02.2004, 18:14 (vor 8030 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Ist "Anti-Sexistin" das neue Emmalein? von susu am 10. Februar 2004 15:49:50:

Na, mal sehen
Scheinbar kapierst du auch nicht, das dieses Forum keine Plattform für wissenschaftliche Diskurse in dem völlig unsinnigen Gebiet des 'Gender' ist. Hier geht es um reale gesellschaftspolitische und rechtliche Auswirkungen einer Entwicklung die sich in etwa mit 'Feminisierung von Politik und Gesellschaft' umreißen läßt.
Das sehe ich definitiv anders. So wie ich dieses Forum verstehe, geht es um das, was sich als Männerrechtsbewegung verstehen läßt. Eine Bewegung also, deren Ziel es ist, auf die Problematik aufmerksam zu machen, daß unter den gegebenen Verhältnissen auch Männer zu leiden haben.
Eine politische Bewegung braucht ein Ziel (in diesem Fall die Verwirlichking von rechtlicher Gleichstellung und Chancengleichheit für jedes Individuum) und zur Verwirklichung dieses Ziels einen Weg. Der richtige Weg kann aber nur gefunden werden, wenn bekannt ist, wie sich Handlungen gesellschaftlich auswirken. Ohne genaue Analyse wird die Mehrheit der politischen Handlungen nichts bewirken, oder sogar das Gegenteil des gewollten erreichen. Die Frauenbewegung hat solche Fehler gemacht, es könnte aus ihnen gelernt werden.
Dies ist im Bereich der gender-Studies geschehen. Die Analysebegriffe sind so genau und umfassend wie noch nie und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Genderpolitik können besser verstanden werden denn je. Der Vorwurf, das alles sei zu "lebensfremd", zu "theoretisch" und zu wenig mit den Alltagsproblemen verknüpft ist nicht neu. Er steht seit es die Gender Studies gibt alle paar Monate in der EMMA (zuletzt in Heft 4/2003).
Deshalb stellt sich die Frage, warum die gender-Studies sowohl von Teieln der Männer- wie auch der Frauenbewegung abgelehnt werden. IMO liegt es daran, daß bestimmte liebgewonnene Analysekategorien hier in Frage gestellt werden. Vor allem heben die Gender Studies den Konflikt zwischen Männerbewegung und Frauenbewegung auf, weil sie die Verknüpfungen zwischen Misogynie und Misandrie aufdeckt. Und damit zerstört sie einfache Feindbilder, die durch eine Systemkritik ersetzt werden.
Die gender-Studies sind für die Männerbewegung wichtig, weil nur sie die grundlegenden Praxen aufdecken, die die Geschlechterverhältnisse bestimmen. Sowohl Dröge, als auch Connell haben die Grundlagen der Gender-Studies und der Queer-Theory genutzt, um konkret die Lebenssituation von Männern zu beschreiben und Möglichkeiten zur Veränderung aufzuzeigen.
Und hier hat ein Teil der postenden Personen einfach einen Nachholbedarf, weil potentiell erkenntnisbringende Gedanken ohne wirkliche (auch kritische) Prüfung einfach so weggeschoben werden. Das ist in meinen Augen wirklich kontraproduktiv.

Danke herzlichst für den Literaturhinweis. Ich bin in der Richtung für jeden Tipp aufgeschlossen.

Was Deinen letzten Absatz angeht: einfach nur volle Zustimmung.

susu

Gruß

Anti-Sexistin


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