Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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GirlsDay / BoysDay und die Frauendomäne Erziehungswesen

Lars, Tuesday, 23.09.2003, 19:41 (vor 8171 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Boys Day: eigene Erfahrungen? von Bruno am 23. September 2003 14:17:33:

Das ist die große Frage. Meine persönliche Meinung ist, dass niemand den männlichen Erzieher wirklich will. Die Industrie nicht, weil sie Männer möchte, die sich nur um ihren Beruf kümmern und nicht um die Familie, die Politik nicht, weil sie in Wirklichkeit nicht mehr Väter in der Erziehung möchte, sondern Familien, in denen Mütter und Väter gleichzeitig arbeiten, denn dann kann man beide steuerlich belangen. Warum die Gewerkschaften das nicht wollen, weiß ich nicht, aber ich habe den Eindruck, dass die Frauenressorts dort gegen alles sind, was auch nur annähernd Männern helfen könnte, egal warum.

Bei den Gewerkschaften liegt daß daran, daß die in erster Linie die Interessen ihrer jeweiligen Mitglieder und der daran gekoppelten Job-verschaffungs-Seilschaften vertreten: Die IG-Metall ist eine Männergewerkschaft, die GEW (Lehrergewerkschaft) ist eine Frauengewerkschaft; der IG-Metall-Betriebsrat kennt Mitarbeiter, die ihre Kumpels oder ihre Söhne in der Branche unterbringen unterbringen wollen, die GEW-Vertreterin kennt Lehrerinnen, die ihren Freundinnen oder Töchtern zum Lehramt verhelfen wollen.

Außerdem dürfte es zumindest unter den Feministinnen unter den GEW-Frauen Konsens sein, daß Männer im allgemeinen einen schlechten Einfluß auf den Nachwuchs haben.

Genau bei diesem Widerspruch kann man die Feministinnen kriegen: Sie wollen mehr Frauen in technische und Wirtschaftsberufe-berufe, aber sie wollen nicht wirklich mehr Männer ins Erziehungswesen:

a) weil sie ahnen, daß am Ende doch die meisten Frauen eher in die vermeintlich stressfreieren Erziehungsberufe gehen und demnach die Plätze freigehalten werden müssen

b) weil Feministinnen männlichen Lehrern oder Sozialpädagogen menschlich abgrundtief mißtrauen (so wie man Väter von den Kindern fernhalten muß, muß man Lehrer von Schülern fernhalten)

c) weil das Erziehungs- und Bildungswesen (noch vor den Massenmedien) DAS Instrument feministischer Gesellschaftspolitik ist! Hier sollen der "Neue Mann" und die "Neue Frau" geformt werden! Und erst der "NEUE Mann" darf dann wieder auf die Schüler losgelassen werden.


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