Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder

Garfield, Tuesday, 25.03.2003, 11:43 (vor 8352 Tagen) @ Damian

Als Antwort auf: Re: Schröders Politik ist weder Fisch noch Fleisch oder von Damian am 24. März 2003 20:09:08:

Hallo Damian!

Du schreibst immer wieder, daß Schröder sich anders hätte verhalten müssen, aber wenn es um konkrete Alternativen geht, drückst du dich äußerst vage aus. Es hat doch de facto einen "Anti-Kriegs-Block" gegeben, der wohl auch verhindert hätte, daß die UNO einen Krieg legitimiert.

Was hätten Deutschland, Frankreich, Rußland und China denn noch zusätzlich tun können? Den USA mit Krieg drohen? Und das alles für einen Diktator wie Saddam Hussein?

Man muß der amerikanischen Außenpolitik auch entschuldigend zugute halten, daß in der US-Bevölkerung leider ein erschreckendes Desinteresse an außenpolitischen Themen vorherrscht. George Bush hat noch vor wenigen Jahren die Slowakei mit Slowenien verwechselt. Die Mehrheit der Amerikaner scheint das nicht zu stören, vermutlich weil sie noch nicht einmal wußten, daß diese Länder überhaupt existieren. Bei einer Umfrage konnte ein hoher Prozentsatz der befragten US-Bürger noch nicht einmal ihr eigenes Land im Atlas finden.

Das hat einerseits zur Folge, daß die Außenpolitiker in den USA vom eigenen Volk quasi kaum kontrolliert werden. Da gibt es nicht gleich einen halben Volksaufstand, wenn mal beschlossen wird, Truppen irgendwohin zu senden. Klar stehen dann eventuell auch mal ein paar Leute mit Transparenten vor dem Weißen Haus, aber die Mehrheit der US-Bürger interessiert das entweder gar nicht, oder sie sehen das so, daß sie ja sowieso die Größten und Besten sind, deshalb ohnehin immer Recht haben, so daß der Präsident schon richtig handeln wird...

Andererseits muß man deshalb auch davon ausgehen, daß die US-Außenpolitiker wohl zumindest teilweise bei weitem nicht über dieselben Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen wie ihre Kollegen im Ausland. Das erklärt auch die verheerenden Fehler in der amerikanischen Politik gegenüber dem Irak.

Wenn in einem Land mit so großen wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten solche Zustände herrschen, ist das natürlich fatal.

Nur was kann Schröder dagegen tun?

Ein Rücktritt Schröders würde nur dann Sinn machen, wenn es einen geeigneten Ersatz mit einem besseren alternativen Konzept gäbe. Den sehe ich aber nirgends.

Freundliche Grüße
von Garfield


gesamter Thread:

 

powered by my little forum