Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Eugen poltert, aus seiner Sicht mit Grund.

Roslin, Wednesday, 20.10.2010, 22:08 (vor 5564 Tagen) @ Dampflok


Denn wenn das Idol Beauvoir erlegt ist, erledigt sich eventuell sogar für
Teile der irrational agierenden Hälfte der Gesellschaft der weitere
Glauben an sein Gewäsch.

Ich halte solche Beiträge auch für sinnvoll.

Mein Verdacht ist ja, dass Eugen sich ganz einfach ärgert, wenn er sehen muss, wieviele Zeit und Aufwand investieren in anonyme Internet-Aktivitäten, Aufwendungen, die er für verschwendet hält, während andererseits MANNdat knapp an MANNschaft ist, so dass er und andere dort ackern wie blöde, um die Dinge am Laufen zu halten.

Ich finde, Eugen darf da wütend sein, übrigens auch über mich, selbst wenn ich ihm inhaltlich hier nicht zustimme.

Wer den Kommunismus bekämpfen wollte, konnte Marx, Engels und Co. nicht außen vor lassen, auch wenn der ordinäre Feld-Wald-und Wiesenfunktionär keine tiefschürfenden Rückgriffe auf die Ideologie brauchte, um nach dem Motto zu verfahren "WIR haben die Macht und so soll es bleiben!".

Beauvoir, Butler, Foucault, Connell, sie iefern den ideologischen Knochenbau, der Fett und Muskeln der Genderpolitik trägt.
Deshalb halte ich den von Dampflok geposteten Text auch für sinnvoll.

Die einzelne Gleichstellungsbeauftragte, die Frau auf der Strasse, sie wissen nichts von Beauvoir und Butler, sie wissen nur, dass Feminismus irgendwie gut für Frauen ist und was für Frauen tut, dass Frauen früher ganz schlimm unterdrückt wurden von DEN Männern, denen man darum nicht trauen kann, die man zur ´Sicherheit selbst ein wenig unterdrücken muss, damit das nicht wieder passiert, nehmen mitlaufend ihre Privilegien in Anspruch, übersehen geflissentlich die gewollte Diffamierung und Deklassierung der "hegemonialen" Männer, die von ihrer "hegemonialen" Männlichkeit gar nichts haben, nur immer stärker unter ihrer realen Diffamierung, Diskriminierung und Deklassierung leiden, unter ihrer Ausbeutung durch den frauenfördernden Nanny-Staat.

Aber die IdeengeberInnen, die all die vielen JournalistInnen formatieren, z.B., die den feministischen Generalbass des Zeitgeistes herunterschrammeln, sie wissen um sie, beziehen aus deren pseudowissenschaftlichem, säkular-"theologischem" Geschwätz ihre Legitimation, ihr Selbstbewusstsein, können durch Verweis auf die Arbeit dieser "großen" Geister all den vielen, kleinen Feld-, Wald- und WiesenfeministInnen das Gefühl vermitteln, sie seien Teil einer großen Bewegung, die, gelenkt von den Ideen großer Geister, das Richtige tut, in die richtige Richtung voranschreitet zur Schaffung einer besseren Menschheit.

Das ist wichtig für den Idealismus, die Überzeugtheit, den agitatorischen Schwung vieler AlltagsfeminstInnen, dieses Gefühl, teilzuhaben an der hehren Bedeutsamkeit großer HumanistInnen.

Wenn demonstriert werden kann, wie windig und unsubstantiiert die Basis dieser großen Bewegung tatsächlich ist, wie unmenschlich, verliert sie bei vielen an Glanz und damit an Schwung, ein allmählicher Erosionsprozess.

Deshalb ist das Posten und Verbreiten solcher Texte wichtig, auch das Leserbriefschreiben, das Diskutieren in Foren wie SPON, ist alles wichtig, was unterhalb der offiziellen Massenmedien, die fest im feministisch befeuerten Femizentrismus verharren, auf die Öffentlichkeit einwirkt, auch wenn all das keine unmittelbaren Effekte hat.

Es hilft, eine Ideologie zu delegitimieren, die westlichen Gesellschaften, Jungen, Männern und damit letzten Endes auch Frauen schadet.

Trotzdem verstehe ich Eugens Ärger sehr gut, der darin wenig Sinn sieht und viel zu wenige Mitaktivisten hat für Aktionen, die er für viel sinnvoller hält, die unmittelbareren Nutzen versprechen, in die er viel investiert.

Deshalb verstehe ich die in's Persönliche gehende Kritik mancher an seinem Poltern nicht.
Sie wird dem Mann nicht gerecht!


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