Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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"grottenschlechter Beitrag zum Thema "GM" "- Welcher denn?

Dragman, Vogelsberg, Wednesday, 20.10.2010, 02:45 (vor 5565 Tagen) @ Eugen

"GM ist politisch lanciert worden und nicht akademisch oder gar wissenschaftlich."

Politisch lanciert stimmt; GM ist weder akademisch noch wissenschaftlich, hat aber aus diesen Sphären maßgebliche Unterstützung erhalten, man denke nur an Dr. Money. Mittlerweile haben wir über 100 Lehrstühle für GM und eine Geschlechtertheorie, die zunehmend verbindlich wird. Den akademisch-wissenschaftlichen Einfluss, der in einer sich gegenseitig verstärkenden Wechselbeziehung mit den ideologisch-politischen Interessengruppen steht, zu leugnen, ist töricht.

"Was es mit Simone de Beauvoir zu tun haben soll, oder mit Radikalfeminismus, ist mir schleierhaft."

Sie gehört zu denen, die historisch maßgeblich den Boden bereitet haben. Insofern hat sie damit zu tun. GM ist nichts anderes als institutionalisierter und pseudolegitimierter Radikalfeminismus zum Zwecke der Frauenförderung und Männerunterdrückung. Es kann also mitnichten schleierhaft sein, was er damit zu tun hat. GM und Radikalfeminismus sind die zwei Seiten einer Medaille. Dass GM theoretisch auch Männer fördern könnte, ist lediglich Attitüde. Wer als Mann darauf pocht, läuft sich in einem argumentativen Hamsterrad tot, das durch die Kraft des Überargumentes "Frauen sind immer und ewig Opfer - Männer haben auf ewig Reparation zu leisten" angetrieben wird.

"Es hat vor allem mit GM zu tun. Und GM ist etwas anderes als Gleichstellung. Gleichstellung ist bei uns gesetzlich in mannigfacher Form festgeschrieben, GM allenfalls indirekt."

GM ist festgeschrieben. Es ist zwar nicht als Gesetz codiert, aber in Form von verbindlichen Geschäftsordnungen, zuerst der des Bundeskabinettes von 1998, obligat "implementiert". Das ist noch viel schlimmer und wirksamer, da es so einer rechtlichen Überprüfung (Normenkontrollverfahren) gänzlich entzogen ist.

Es gibt einen guten Text: Der Staat als Super-Super-Nanny; Horst Wolfgang Boger (Hrsg.), Liberal-Verlag, Berlin 2008. Darin findet man ein Kapitel über GM. Hieraus zitiere ich Seite 156: "Wir fassen zusammen: Frauenförderung wurde zur Gleichstellung umbenannt. GM wird als Gleichstellung interpretiert. Darf man daraus schlussfolgern, dass somit GM Frauenförderung ist? Ja, man darf. GM ist der durchsichtige, aber erfolgreiche Versuch, eine weitere Schiene Frauenförderung zu installieren."

Was sagt uns das? All diese Begriffe sind austauschbare Wieselwörter, die der Verwirrung des Publikums dienen, die wiederum maßgebliche Bedingung der Durchsetzung des GM ist. Im Kern bedeuten sie alle dasselbe: Hardcore-Frauenförderung.

Wer da den Konnex des GM mit Beauvoir, Butler und dem sonstigen Radikalfeminismus leugnet, der ist mir schleierhaft. Besonders dann, wenn er Autor des oben von mir zitierten Textes ist.

Dragman

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Vergil: "Varium et mutabile semper femina." (Immer schwankend und wechselnd ist das Weib.)


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