Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Das lese ich nicht heraus

Zwei Paar Schuhe, Thursday, 10.06.2010, 23:39 (vor 5690 Tagen) @ mee

Es einen Unterschied zwischen dem Verhalten von Individuen und
statistischen Häufungen. Feminismus behauptet, z.B. das statistisch
nachgewiesene weniger ausgeprägte Interesse an einer Vorstandskarriere sei
ein soziales Konstrukt das Frauen diskriminiere.

Das ist richtig. Es gibt dieses soziale Konstrukt, das für unsere Zeit und unsere Kultur typisch ist. Ob man es eine Diskriminierung nennt, hängt von der individuellen Einstellung ab, lässt sich nicht direkt belegen.

Es seien Maßnahmen

notwendig, um dieses soziale Konstrukt zu bekämpfen.

Dies erschließt sich nicht zwingend aus der Feststellung eines sozialen Konstrukts. Es gibt dies - ja. Wie man es "findet" und ob oder was man dagegen zu tun gedenkt, ist eine ganz andere Sache. Also bitte nicht durcheinanderbringen!

Es wird so die Norm

Androgynität aufgestellt und jedem der sich in seiner Individualität dieser
neuen Norm entziehen möchte unbesehen unterstellt, er/sie sei
Verfechter/Kollaborateur des "Patriarchates" - und damit sozial zu ächten.

Eben nicht. Die Norm steht unter Beschuss. Sie kann und soll nicht durch eine neue Norm ersetzt werden. Die Individualität ersetzt die Norm, sonst wäre sie keine.

Der kleine feine Unterschied besteht darin, ob man sich dafür einsetzt
dass Individuen die sich nicht rollenkonform Verhalten nicht gemobbt
werden, oder ob man eine neue Norm bzw. Zwangsmoral aufbaut die die meisten
Menschen nur unter großer Selbstverleugnung, -Ablehnung und Doppelmoral
"hinkriegen".

Eine Zwangsmoral besteht ja bereits. Es macht keinen Sinn, eine neue aufzubauen, denn die wäre nicht besser (oder schlechter?) als die bestehende. Menschen sollten Menschen sein dürfen und keinem Rollenzwang unterliegen. Das ist natürlich eine Utopie.


Ersteres ist nmE für eine aufgeklärte Gesellschaft selbstverständlich, und
letzteres ist eben für eine breite Masse einschränkender als es die
traditionellen Geschlechterrollen unter den heutigen materiellen
Voraussetzungen jemals hätten sein können.

Die traditionellen Geschlechterrollen haben sowieso ausgedient. Ihre Zeit läuft ab. Wodurch sie ersetzt werden, ist eine andere Frage.


Die meisten Frauen wollen insgeheim immer noch den Beschützer und
Hauptversorger, und die meisten Männer sehen darin ihren bestmöglichen
Beitrag zum gemeinsamen Projekt Familie. Und es sieht so aus, als gebe es
für diese Tendenz biologische Ursachen, die meisten Männer und
Frauen "können nicht anders"

Diese biologischen Ursachen sind nicht nachweisbar. Ganz im Gegenteil. Man weiß inzwischen, dass die neurologischen Gegebenheiten der Geschlechter (fast) identisch sind. Doch folgt jeder der gesellschaftlichen Norm, die ihm von Babybeinen an eingetrichtert wird. Wie gesagt - die Wertung ist eine andere Frage.


"Das private ist Politisch", man greift ins Intimste ein was Menschen
miteinander haben, in die Gestaltung ihrer Liebesbeziehungen.

Das war schon immer so. Die Rollenvorschriften der Gesellschaft legen und legten fest, wie sich Mann und Frau zu verhalten haben, wie und warum sie zusammen leben und wie sie ihr Liebesleben gestalten. Davon gilt es Abschied zu nehmen.


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