Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Mär von den 10 %

Garfield, Thursday, 20.01.2005, 20:28 (vor 7685 Tagen) @ Bubbles

Als Antwort auf: Re: Die Mär von den 10 % von Bubbles am 20. Januar 2005 14:08:55:

Hallo Bubbles!

Deinen Sätzen entnehme ich, daß du eine Frau bist. So ist es verständlich, daß es dir schwer fällt, dich in dem Punkt in einen Mann hineinzuversetzen. Für dich ist es eben ganz klar, daß du die Mutter deines Kindes sein mußt, sofern du denn ein Kind hast. Für Männer ist das aber eben ganz und gar nicht klar. Aber selbst für Frauen ist das nicht immer so klar, wie man meinen könnte. Es hat ja tatsächlich schon Fälle gegeben, in denen Kinder auf der Geburtsstation vertauscht worden sind! 100%ig sicher kannst du dir also auch nicht sein!

Nun stelle dir mal vor, du würdest erfahren, daß in genau der Zeit, als dein Kind zur Welt gebracht wurde in genau dem Krankenhaus, in dem das geschehen ist, Neugeborene vertauscht worden sind. Du würdest dich also fragen, ob dein Kind wirklich dein Kind ist oder ob dein Kind womöglich ganz woanders ist!

Würdest du dir da nicht gern Sicherheit verschaffen? Was wäre nun aber, wenn es ein Gesetz gäbe, das es dir verbietet, einen DNA-Vergleich ohne Zustimmung des zur Zeit der Geburt gerade verantwortlichen Klinik-Personals zu machen? Glaubst du, daß du diese Zustimmung bekommen würdest?

Und was wäre, wenn du das dann gerichtlich klären willst, die Richter dich aber einfach mit der Begründung auflaufen lassen, daß sie deine Zweifel an deiner Mutterschaft nicht als ausreichend ansehen?

Das schon mal grundsätzlich zum Thema.

"Wenn man seine Frau der Untreue verdächtigt, was ist dann so schlimm daran dass offen auszufechten."

Um das zu verstehen, mußt du dich gar nicht in einen Mann hinein versetzen. Stell dir mal folgendes vor: Du wärst beruflich sehr eingespannt und müßtest häufig Überstunden machen. Dein Partner würde deshalb nun vermuten, daß du ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegen hast und daß das gemeinsame Kind nicht von ihm ist. Das würde er dir so offen ins Gesicht sagen. Und er würde dir auch nicht glauben, wenn du ihm das Gegenteil versicherst, sondern er würde auf gerichtliche Klärung des Sachverhaltes bestehen. Wärst du darüber erfreut?

Solange es in der Beziehung oder Ehe gut läuft, ist das Problem gar nicht unbedingt so groß. So mancher Mann möchte bei solchen Zweifeln gar nicht so genau wissen, ob er nun wirklich der Vater seiner Kinder ist.

Sobald es aber zur Trennung kommt, wird das ein Problem. Dann kommen die Kinder üblicherweise zur Mutter (jedenfalls, wenn sie noch nicht alt genug sind, um sich das selbst aussuchen zu können), und der Vater ist somit unterhaltspflichtig. Das ist kein Pappenstiel, denn da geht es um hunderte Euro monatlich. Das ist für viele alleinerziehende Mütter eine wichtige Geld-Quelle, und viele unterhaltspflichtige Männer werden dadurch an die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht, zumal der Staat sie steuerlich nach einer Scheidung plötzlich wieder wie Alleinstehende behandelt. Eine neue Familie aufzubauen, ist dann oft schwierig oder ganz und gar unmöglich.

Was glaubst du wohl, ist es für ein Gefühl, wenn man für Kinder zahlen muß, die man nicht sehen darf, die einem von der Mutter längst entfremdet wurden und die laut Aussage der Mutter die Kinder eines anderen Mannes sind? Wenn man so jeden Monat um einen großen Teil seines Vermögens betrogen wird und mit der neuen Familie finanziell kaum über die Runden kommt oder überhaupt gar kein Geld für eine neue Familie übrig hat? Was glaubst du wohl, wieviel Sinn man dann noch im Leben sieht?

Kannst du dir nicht doch irgendwie vorstellen, daß man da schon gern mal die Vaterschaft testen lassen würde? Und glaubst du ernsthaft, daß die Ex-Frau in der Situation einem Vaterschaftstest zustimmen würde?

Bubbles, soviel Naivität traue ich dir dann doch nicht zu.

Freundliche Grüße
von Garfield


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