Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Mähr von den 10 %

Ferdi, Thursday, 20.01.2005, 15:06 (vor 7685 Tagen) @ Bubbles

Als Antwort auf: Re: Die Mähr von den 10 % von Bubbles am 20. Januar 2005 11:27:57:

Die Tests werden aber doch nur von eh schon zweifelnden Männern gemacht, sind also nicht repräsentativ für alle Vaterschaftsverhältnisse.
[quote]Schätzungen anhand von Männern die den Verdacht des Betruges hegen sind einfach nicht sehr wissenschaftlich.
[/quote]

Hallo Bubbles!

Ja, das mag sein. Ebenso kann man annehmen, dass viele zweifelnde Väter aus Liebe zu ihrer Frau und zum Kind sagen: "Ach was, scheiss was drauf, der Familienfrieden ist mir wichtiger". Auch wenn der Prozentsatz der untergeschobenen Kinder wahrscheinlich dieselbe Grössenordnung hat.

Nach meiner Meinung ist das Ärgernis nicht so sehr die Tatsache, dass es fremdgezeugte Kinder überhaupt gibt, sondern die Tatsache, dass die Frauen das vor ihren Männern/Partnern verheimlichen. Ausserdem ist die Tatsache ein Ärgernis, dass sich unverheiratete Frauen mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr, die schwanger geworden sind, unter ihren Bettpartnern denjenigen für die Unterhaltsleistungen aussuchen und als Erzeuger benennen, der am meisten Kohle hat. Sowas gibt's nämlich auch.

Wenn ein Mann eine geschiedene oder verwitwete Frau heiratet, die ein oder mehrere Kinder hat, dann akzeptiert er diese nicht von ihm gezeugten Kinder ja auch und behandelt sie in der neuen Familie wie seine eigenen. Denn die sind ihm nicht in betrügerischer Absicht als seine eigenen untergeschoben worden. Hier wird den Männern unberechtigterweise das Vorurteil entgegengebracht, dass sie - gefühllos wie sie immer dargestellt werden - nur die selbst erzeugten Kinder lieben. Wenn in einem Interview Männer aussagen, dass sie, falls ein Vaterschaftstest negativ ausginge, das fremdgezeugte Kind verstossen würden, dann machen sie diese Aussage, weil sie sich maßlos über die Unehrlichkeit und betrügerische Manipulation ihrer Frauen ärgern. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass auch diese Männer nach Beruhigung der Gemüter ein anderes, positiveres Verhältnis zu dem Kind aufbauen (muss nicht sein, aber kann sein!). Denn das ist ja nun mal wahr: Ein Kind kann nichts dafür, dass es auf der Welt ist und dass es unter solch niederträchtigen Verhältnissen auf die Welt gekommen ist.

Die ganze Aufregung um die Kuckuckskinder rührt meines Erachtens also daher, dass die Frauen mit aller Verzweiflung zu verhindern suchen, dass solche Betrügereien ans Tageslicht kommen. Früher war das mangels Diagnosetechnik schwer bis unmöglich, von wenigen Ausnahmen (Vater, Mutter weiss, Kind schokoladenbraun) abgesehen. Zwei Gründe haben die Frauen da: Erstens wollen sie den Betrug nicht zugeben, weil dadurch die weisse Weste der Frauen beschmutzt wird (...sind Frauen bessere Menschen?), zweitens wollen sie ihren Unterhaltszahler nicht verlieren.

Zypries fragte vor einigen Wochen in einem ersten Kommentar zu dem heftigen Widerstand gegen ihren Gesetzentwurf, warum die Männer den Frauen so massiv misstrauen. Ich gebe die Antwort: Weil die Frauen nicht mehr vertrauenswürdig sind. Früher konnte man das nur erahnen, jetzt kann man das beweisen. Und dieser Vertrauensverlust trifft die Frauen nun nicht nur bezüglich der Kuckuckskinder, sondern in allen Bereichen, von Ehevertrag bis zum Scheidungsfolgenrecht. Wer einmal lügt...kennt ja wohl jeder. Und den Männern geht ein Scheinwerfer auf, dass es doch besser ist, sich nicht in allzu enge Beziehungen mit Frauen einzulassen.

Gruss,
Ferdi


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