Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen

Pokemon, Friday, 21.05.2004, 21:10 (vor 7931 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen von Garfield am 21. Mai 2004 17:36:07:

Hallö!

Das wäre undemokratischer Schwachsinn und ist sowieso praktisch überhaupt nicht realisierbar.

Bedeutet Demokratie nicht Herrschaft des Volkes? Wenn man es genau nimmt zählen Kinder doch auch zum Volk, oder?

Bevorteilen würden man damit vor allem diejenigen, die Kinder als Garantie für möglichst viel Geld vom Staat betrachten.

Das Risiko hast Du aber bei jeder Maßnahme, mit der die Situation der Familien verbessert werden sollen.

Außerdem sind Kinder nebenbei bemerkt auch keine Lösung des Rentenproblems. Denn Rentenbeiträge zahlt nur, wer (legal) arbeitet. Da die Zahl der Erwerbslosen aber immer weiter ansteigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß die Rentner von morgen von den heutigen Kindern nicht nur keine Renten finanziert bekommen, sondern daß sie diese Kinder, wenn sie dann in der Zukunft massenhaft arbeitslose Sozialhilfeempfänger sind, auch noch mit ihren Steuergeldern durchfüttern müssen.

Ob Kinder die Lösung für unser Rentenproblem sind? Keine Ahnung. Aber zumindest wird es immer behauptet. Wir haben keinen Arbeit für die Kinder,die wir angeblich brauchen, da hast Du recht. Aber es muss doch einen Grund geben für so häufig geäußerte Behauptung, wir bräuchten mehr Kinder. Ein Argument wäre der Anstieg der Nachfrage, wodurch die Konjunktur angekurbelt werden würden. Aber um nachzufragen braucht man Geld, nicht wahr? Und da das Kindergeld zusammen mit den steuerlichen Vergünstigungen normalerweise den Unterhalt der Kinder nicht deckt frage ich mich, woher dieses Geld kommen soll.

Trotzdem ist der Geburtenrückgang natürlich ein Problem. Dieses Problem wird man aber nicht mit zusätzlicher Alimentierung von Eltern lösen. Viel wichtiger sind dafür zwei ganz andere Punkte:
1. Müssen die Menschen wieder eine Perspektive sehen. Wer sich nicht sicher ist, ob er in einem Jahr seinen Job noch hat und ob er im Falle von Arbeitslosigkeit wieder einen neuen Job findet, der wird in dieser unsicheren Situation auch entsprechend weniger dazu neigen, Kinder in die Welt zu setzen. Und wenn man dann obendrein auch noch sieht, wie sich die jetzigen Jugendlichen schon abstrampeln müssen, um noch Ausbildungsplätze und Jobs zu finden, dann trägt das auch nicht gerade dazu bei, optimistischer in die Zukunft zu schauen.

Die Unsicherheit der Arbeitsplätze ist natürlich ein Problem. Andererseits habe ich im Focus einen Bericht über Dänemark gelesen wonach die Dänen so gut wie keinen Kündigungsschutz haben, die dänische prozentuale Arbeitslosenquote aber weit unter der deutschen liegt. Auch sollen Dänen weniger Angst vor der Arbeitslosigkeit haben weil sie die Hoffnung haben schnell wieder an einen Job zu kommen. Die Unternehmer wissen: Wenn`s gut läuft können sie kurzfristig jemanden einstellen, den sie bei einer Flaute auch schnell wieder loswerden. Das schafft Arbeitsplätze, wenn auch nur kurzfristig und unsicher. Wie es mit der dänischen Geburtenrate aussieht weiß ich nicht, aber es würde mich nicht wundern bekämen die Dänen auch mehr Kinder als wir.
Da fällt mir ein: Ein Grund für die (vielleicht) höhere Geburtenrate der Dänen könnten die Ganztagsschulen sein. Das Angebot an nachmittäglicher Betreuung ist an dänischen Schulen wirklich sehr gut und teilweise auch kostenlos.

Noch mal eine Frage zum Schluss: Braucht Deutschland jetzt Kinder oder nicht? Immerhin wird das doch andauernd behauptet. Wer klärt einen politischen Laien auf?

Pokemon


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