Re: Familien-Lebenseinkommen
Als Antwort auf: Familien-Lebenseinkommen von Mic am 21. Mai 2004 11:04:00:
Hallo!
Zunächst einmal bin ich der Meinung, daß Kinder Privatsache eines jeden Einzelnen sind und nicht eine Sache, wo der Staat in irgendeiner Weise seine Finger drin haben sollte. Das geht los bei dem feministischen "Zwang", daß nur eine arbeitende Mutter eine gute Mutter sei (und der damit verbundenen Forderung nach Fremdbetreuungsmöglichketen, die, natürlich, die Allgemeinheit zu tragen hat).
Selbstverständlich gibt es Familien, in denen es notwendig ist, daß zwei Einkommen vorhanden sind. Aber m.E. ist die Auszahlung von Kindergeld etc., also im Grunde Bargeld, der falsche Weg die Mehrkosten durch den Nachwuchs bzw. die Mindereinnahmen durch Wegfall des betreuenden Elternteils, auszugleichen. Denn die Folge ist (Achtung: Klischee, aber in meiner Umgebung mehrfach erlebtes Klischee), daß in erste Linie ohnehin sozial Schwache, bzw. Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger Nachwuchs bekommen, da jedes Kind erst einmal eine Aufstockung der "Stütze" ist.
Wie oben erwähnt bin ich der Meinung, daß Kinder Privatangelegenheit sind und ebenso meine ich, daß jegliche Subvention in den Reißwolf gehört, egal ob Kindergeld, Baukindegeld (in diesem Zusamenahng auch die Eigenheimzulagen, wo derzeit diskutiert wird, diese an das Vorhandensein von Kindern zu koppeln), und so weiter. Es gibt aber eine Lösung, wie man die direkte Subvention (also die Auszahlung von Geldern) abschafft und trotzdem eine Förderung der Eltern erreicht, nämlich durch die komplette Anrechnung des steuerfreien Existenzminimuns (welches in seiner Höhe realistisch sein muß) auf die zu entrichtende Lohn- und Einkommenssteuer.
Für nachfolgende Beispiele wurde ein fiktiver Steuersatz von 20% angenommen (das ich für eine flat tax eintrete versteht sich von selbst, ebenso wie für die Abschaffung von verschiedenen Steuerklassen oder des Ehesplitttings), das steuerfreie Existensminimum (sE) mit EUR 15.000,-- pro Person.
Beispiel 1:
Paar, verheiratet, beide berufstätig, keine Kinder
Einkommen Er: EUR 60.000,--
Einkommen Sie: EUR 30.000,--
ergibt ein Haushaltseinkommen von 90.000,--
abzüglich sE von EUR 30.000,-- (2 Personen)
verbleiben zu versteuern EUR 60.000,--
20 % Steuer = EUR EUR 12.000,--
verbleiben netto EUR 78.000,--
Beispiel 2
Paar, verheiratet, er berufstätig, 2 Kinder
Einkommen Er = Haushaltseinkommen: EUR 60.000,--
abzüglich sE EUR 60.000,-- (4 Personen)
verbleiben zu versteuern EUR 0,--
verbleiben netto EUR 60.000,--
Beispiel 3
Alleinerziehend (Mann/Frau?), 1 Kind
Einkommen EUR 40.000,--
abzüglich sE EUR 30.000,-- (2 Personen)
verbleiben zu versteuern EUR 10.000,--
20 % Steuer = EUR 2.000,--
verbleiben netto EUR 38.000,--
Beispiel 4
Paar, verheiratet, beide berufstätig (1 Vollzeit, 1 Teilzeit), 1 Kind
Einkommen Vollzeit: EUR 60.000,--
Einkommen Teilzeit: EUR 10.000,--
ergibt ein Haushaltseinkommen von 70.000,--
abzüglich sE von EUR 45.000,-- (3 Personen)
verbleiben zu versteuern EUR 25.000,--
20 % Steuer = EUR EUR 5.000,--
verbleiben netto EUR 65.000,--
Ich bin nun kein Experte für das derzeitige Anrechnungsverfahren von sE, jedoch ist es m.W. a) zu niedrig und b) nicht so einfach zu handhaben. Durch die Neidkomponente (offiziell: Progression) ergeben sich kaum berechenbare Konstellationen, aber in der Einfachheit liegt eine faktische Förderung von Kindern, ohne dabei die Allgemeinheit durch Barauszahlung zu belasten. Eigentlich ein ganz einfacher Vorgang: Laßt den Eltern mehr Einkommen, dann kann sich keiner mehr beschweren. Und, um mal den Arroganten raushängen zu lassen: Wer sich Kinder nur durch Subventionen leisten kann, sollte eigentlich keine bekommen.
Interessanterweise sieht man die Problematik in anderen Ländern auch eher unter der Prämisse, daß Kinder Privatangelegenheit sind. Und daß das auszuzahlende Kindergeld nicht der große Anreiz für Berufstätige ist, Kinder zu bekommen, merkt man ja in Deutschland seit einigen Jahren. Man kann fast sagen: Je höher die Förderung und je mehr Betreuungsangobte vorhanden sind, desto geringer die Geburtenrate. (Hinzu kommt dieser unsegliche Versuch der Politik, die "Lufthoheit über die Kinderbetten" zu erlangen, was manchem mit Sicherhheit auch die Lust auf Kinder ausgetrieben hat).
Abschließend: Die o.g. Rechenbeispiele sind einfach gehalten, aber wenn ich mich im (berufstätigen) Bekanntenkreis umhöre, ist vielen eine solche Lösung lieber als da derzeitige System. Und: Wenn Geld der Hauptgrund ist, Kinder zu bekommen, tun mir diese Kinder jetzt schon leid. Allerdings sollte man den Eltern einfach mehr Geld in der Tasche lassen.
Soweit mein (noch unausgegorener) Vorschlag.
Gruß
AJM
gesamter Thread:
- Familien-Lebenseinkommen -
Mic,
21.05.2004, 14:04
- Re: Familien-Lebenseinkommen - Garfield, 21.05.2004, 15:04
- Re: Familien-Lebenseinkommen - MeckMax, 21.05.2004, 15:18
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen -
Pokemon,
21.05.2004, 19:30
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen -
Garfield,
21.05.2004, 20:36
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen -
Pokemon,
21.05.2004, 21:10
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen - Garfield, 21.05.2004, 21:49
- Eltern = Schmarotzer? -
Mic,
24.05.2004, 11:30
- Re: Eltern = Schmarotzer? - Garfield, 24.05.2004, 12:43
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen -
Pokemon,
21.05.2004, 21:10
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen - Mic, 24.05.2004, 11:23
- Re: Familien-Leben... Eltern statt Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen -
Garfield,
21.05.2004, 20:36
- Re: Familien-Lebenseinkommen -
AJM,
21.05.2004, 19:49
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ AJM -
Pokemon,
21.05.2004, 20:26
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ AJM -
Garfield,
21.05.2004, 21:14
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ Garfield - Pokemon, 21.05.2004, 21:25
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ AJM - AM, 21.05.2004, 21:15
- Erwerbstätige Frauen -
Mic,
24.05.2004, 11:51
- Re: Hausfrauen: Nachteile für beide Seiten @ Mic -
Pokemon,
24.05.2004, 23:22
- Re: Hausfrauen: Nachteile für beide Seiten @ Mic - Odin, 25.05.2004, 02:09
- Re: Hausfrauen: Nachteile für beide Seiten @ Mic -
Pokemon,
24.05.2004, 23:22
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ AJM -
Garfield,
21.05.2004, 21:14
- Re: Familien-Lebenseinkommen -
Steven,
22.05.2004, 15:17
- Re: Familien-Lebenseinkommen - AJM, 22.05.2004, 21:33
- Re: Privatangelegenheit Kinder - Mic, 24.05.2004, 11:39
- Re: Familien-Lebenseinkommen@ AJM -
Pokemon,
21.05.2004, 20:26