Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nein!

Der Frankfurter, Friday, 07.05.2004, 22:40 (vor 7945 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Zustimmung, aber immer! von Nick am 07. Mai 2004 17:20:23:

...Peter (der das Kinderewahlrecht immer noch fuer eine Generationenfrage hält und nicht fuer eine Geschlechterfrage)

Das sehe ich haargenauso, Peter. Wenn "wir" in Altensilos abhängen werden (wenn's denn überhaupt so "komfortabel" wird), dann werden "wir" die unangefochtene, nummerische Mehrheit besitzen und als reine Leistungsempfänger Gesetze durchsetzen, die den Leistungserbringern, den wenigen Jungen nämlich, weiter und weiter erwürgende Lasten aufbürden.
Ich bin aus diesem und einer Reihe weiterer Gründe der Überzeugung, daß die "Genderfrage", die uns heute so ungemein bewegt, dann überhaupt keine Rolle mehr spielen wird. Es wird nämlich zu einer stetig ansteigenden Selbsterdrosselung der Gesellschaft kommen. Die Lasten für die vielen Alten (= wir) werden von den wenigen Jungen irgendwann nicht mehr aufgebracht werden können. Sie werden gleichwohl keine gestaltenden Mehrheiten mehr aufbringen, also keine verfassungsmäßigen Gestaltungsspielräume mehr besitzen. Wohin diese multiple Krisenverknotung sich einmal auflösen - oder explodieren - wird, bleibt vorerst noch der reinen Phantasie überlassen. Ich sehe dunkler als rabenschwarz!
Von daher stimme ich einem erweiterten Wahlrecht für FAMILIEN (und eben nicht pauschal "für Kinder"!) zu. Intakte Familien sind die unverzichtbare Quelle neuen menschlichen Lebens. Das wird in den kommenden Jahrzehnten die wesentlichste (und knappste) Ressource sein. Ohne eine solche Änderung im Wahlrecht wird diese "Ressource" von uns alten Ego-Säcken vollends erwürgt werden.
Eine funktionierende Ehe wird auf jeden Fall nicht ausgerechnet daran zerbrechen, daß es Auseinandersetzungen über die Stimmabgabe (natürlich durch die Eltern, nicht durch die minderjährigen Kinder!) geben könnte. Ich denke sowieso, daß dieser Konflikt zu schärfsten parteipolitischen Polarisierungen führen wird, ähnlich der Zeiten der Arbeiterbewegung, wo es auch "eh klar ist, was für eine Partei eine sozialdemokratische Familie wählt" - Familien wählen dann eben bestimmt nicht die Rentnerlobby-Partei. Falls es dann überhaupt noch eine Demokratie gibt.
Daran zweifle ich nämlich sehr. Die einzige Chance, die demokratische Staatsform beizubehalten, sehe ich deshalb darin, den Leistungsträgern[/b] ihre gestaltende Mehrheit zu sichern. Deshalb unbedingte Unterstützung für ein erweitertes Wahlrecht für Familien (neben vielen weiteren Privilegien und Vergünstigungen) - je früher, desto besser.
Ich gebe deshalb jetzt schon öffentlich bekannt, daß ich, obwohl ich dann ein schauerlich klappernder, alter Sack sein werde, die Familienpartei wählen werde - total "gegen meine Interessen"!
Generationen-Verrat also. Eiskalt.
Verkündet
der Nick

Hallo Nick, Du schreibst:

Daran zweifle ich nämlich sehr. Die einzige Chance, die demokratische Staatsform beizubehalten, sehe ich deshalb darin, den Leistungsträgern ihre gestaltende Mehrheit zu sichern. Deshalb unbedingte Unterstützung für ein erweitertes Wahlrecht für Familien (neben vielen weiteren Privilegien und Vergünstigungen) - je früher, desto besser.<

An dem Punkte denke ich, irrst Du. Egal welche Staatsform auch immer es zu bewahren gilt; nur die Leistung ist bewahrender Faktor, womit Du Recht hast.
Aber Kinderwahlrecht, haben wir doch schon seit geraumer Zeit! Seit die Volljährigkeit auf 18 heruntergesetzt wurde, ist das doch quasi der Fall!
Mit Sicherheit führte dieser Blödsinn dazu, daß sich bekiffte Randalierer
in obere Staatsebenen hinauf quengeln konnten, weil sie später gewählt wurden.
Das Idiotischste käme zum Zuge, wen Eltern mit Hilfe mehrerer Stimmen, im Glauben an die Familie fragwürdige Parteien wählen würden.
Und: Im Grunde sind diese Familien-Wähler in Zukunft doch eh absolut vernachläßigbar, so bitter das auch klingt. Die Egomanie schreitet doch fort. Was wird in 10-20 Jahren, 1. einen Mann noch bewegen, die Risiken
einer Vaterschaft einzugehen, 2. Frauen, von denen man weiß, daß sie bei zunehmender beruflicher Qualifizierung eher auf Kinder verzichten, weil
Audi-Coupe schöner zu fahren ist, Hausinterieur in Ruhe ausgesucht sein will, und Karriere fürs Weibchen eindeutig mehr Prestige und Anerkennung bringt als sich als echte Mutter zu versuchen!
Doch Mutterschaft klappt ja noch so halbwegs, indem man Kindlein ins Grippchen, Kindergarten (Volltag), Grundschule mit anschließender Betreuung ( wie es ja in anderen EU's Alltag ist) und später in die Ganztagsschule bringt. Steht dem Ergeize nichts mehr im Wege und schon gar nicht die eigenen Babs! Kindererziehung per Staatsapparat, Frau auf Trip, Mann auf Trip, Kinder?
In meinem Umfeld habe ich festgestellt, daß die Kinder fünftes Rad am Wagen sind.
Mittelständler, Bildungsbürgertümler, die jede Mark(Euro, wie ich ihn hasse) ins Heimchen stecken, aber für ein Fahrad für den Bub geht man dann ganz alternativ auf Flohmarkt und checkt für 20 Euro den letzten Schrott an Fahrad ab, was man sich nur vorstellen kann. Geiz ist geil? Nein;
Die Leutchen sind Habenkrank! Kinder? Na,ja!
In solchem Ambiente werden die groß.
Von den Anderen will ich gar nicht sprechen; für die Kinder nur das Beste.
Bestes Tennis, bestes Klavierspiel, bestes Skifahren,beste Noten, Privatunterricht u.s.w.

Was sollen solche Kinder später für uns tun?

Meine Fragen lauten: Wo und wie und wann können wir die Mitte für Kinder sein? Wo sind wir eigentlich an-oder hingekommen?

Gruß vom Frankfurter


Liebe, liebe Grüße an meinen Sohn!



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