Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Zustimmung, aber immer!

Nick, Friday, 07.05.2004, 20:20 (vor 7945 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Zustimmung nie und nimmer von Peter am 06. Mai 2004 23:30:33:

...Peter (der das Kinderewahlrecht immer noch fuer eine Generationenfrage hält und nicht fuer eine Geschlechterfrage)

Das sehe ich haargenauso, Peter. Wenn "wir" in Altensilos abhängen werden (wenn's denn überhaupt so "komfortabel" wird), dann werden "wir" die unangefochtene, nummerische Mehrheit besitzen und als reine Leistungsempfänger Gesetze durchsetzen, die den Leistungserbringern, den wenigen Jungen nämlich, weiter und weiter erwürgende Lasten aufbürden.

Ich bin aus diesem und einer Reihe weiterer Gründe der Überzeugung, daß die "Genderfrage", die uns heute so ungemein bewegt, dann überhaupt keine Rolle mehr spielen wird. Es wird nämlich zu einer stetig ansteigenden Selbsterdrosselung der Gesellschaft kommen. Die Lasten für die vielen Alten (= wir) werden von den wenigen Jungen irgendwann nicht mehr aufgebracht werden können. Sie werden gleichwohl keine gestaltenden Mehrheiten mehr aufbringen, also keine verfassungsmäßigen Gestaltungsspielräume mehr besitzen. Wohin diese multiple Krisenverknotung sich einmal auflösen - oder explodieren - wird, bleibt vorerst noch der reinen Phantasie überlassen. Ich sehe dunkler als rabenschwarz!

Von daher stimme ich einem erweiterten Wahlrecht für FAMILIEN (und eben nicht pauschal "für Kinder"!) zu. Intakte Familien sind die unverzichtbare Quelle neuen menschlichen Lebens. Das wird in den kommenden Jahrzehnten die wesentlichste (und knappste) Ressource sein. Ohne eine solche Änderung im Wahlrecht wird diese "Ressource" von uns alten Ego-Säcken vollends erwürgt werden.

Eine funktionierende Ehe wird auf jeden Fall nicht ausgerechnet daran zerbrechen, daß es Auseinandersetzungen über die Stimmabgabe (natürlich durch die Eltern, nicht durch die minderjährigen Kinder!) geben könnte. Ich denke sowieso, daß dieser Konflikt zu schärfsten parteipolitischen Polarisierungen führen wird, ähnlich der Zeiten der Arbeiterbewegung, wo es auch "eh klar ist, was für eine Partei eine sozialdemokratische Familie wählt" - Familien wählen dann eben bestimmt nicht die Rentnerlobby-Partei. Falls es dann überhaupt noch eine Demokratie gibt.

Daran zweifle ich nämlich sehr. Die einzige Chance, die demokratische Staatsform beizubehalten, sehe ich deshalb darin, den Leistungsträgern[/b] ihre gestaltende Mehrheit zu sichern. Deshalb unbedingte Unterstützung für ein erweitertes Wahlrecht für Familien (neben vielen weiteren Privilegien und Vergünstigungen) - je früher, desto besser.

Ich gebe deshalb jetzt schon öffentlich bekannt, daß ich, obwohl ich dann ein schauerlich klappernder, alter Sack sein werde, die Familienpartei wählen werde - total "gegen meine Interessen"!

Generationen-Verrat also. Eiskalt.

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der Nick


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