Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Wer aus der Geschichte nichts lernt....

Maesi, Thursday, 20.11.2003, 20:37 (vor 8113 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Wer aus der Geschichte nichts lernt.... von Xenia am 09. November 2003 17:33:59:

Hallo Xenia

...(abgesehen davon, daß meines Erachtens nicht alle Männerrechtler
automatisch auch als politisch rechts stehend eingeordnet werden können).

Okay, das war auch nur ne mehr oder weniger provokante These, die radikalen würde ich aber auf jeden Fall dort einordnen, da sie über dieselben Argumente und Argumentationsweisen verfügen.

Leider bleibst Du uns einen Beleg fuer Deine provokante These schuldig. Im Grunde genommen, sind die meisten hier Postenden politisch nicht so einfach einzuordnen. Im Falle der Wehrpflicht beispielsweise wird wohl mehrheitlich deren Abschaffung gefordert, was die Besetzung einer eher linken oder zumindest liberalen Position bedeutet. Grossmehrheitlich wird hier die Abschaffung sexistischer Gesetzgebung und Rechtsprechung gefordert. Man(n) sollte eigentlich meinen, dass das geradezu klassisch linke Postulate sind, da Linksgerichtete sich doch selber immer so gern als Foerderer von Gleichberechtigung sehen. Weit gefehlt! Die institutionalisierte Linke denkt sich unter dem Etikett Opferschutz immer neue Gesetze aus, die sowohl unverhohlen sexistisch begruendet werden, als auch von Gerichten sexistisch ausgelegt werden sollen. In Bezug auf solche 'Gleichstellungs'-Gesetze wuerde ich die meisten Postenden eher als liberal und antipaternalistisch einstufen.

Darum plädiere ich auch immer dafür, den gesunden Menschenverstand als
oberste Maxime zu nehmen und nicht die Geschlechtszugehörigkeit.

Wär auch mein Ideal, ist aber in einer Bewegung, wo das Geschlechtliche so unendlich viel bedeutet, egal jetzt, ob Maskulismus oder Feminismus, sehr schwierig

Die Frage ist: Wer hat ueberhaupt dezidiert die Zugehoerigkeit zum Geschlecht zur politisch entscheidenden Maxime erhoben?

Antwort: der Feminismus!

*klingeling* Der Kandidat hat hundert Punkte gewonnen.

Es sind gerade Gleichstellungsbuerokratinnen, die beispielsweise Geschlechterquoten einrichten wollen oder es teilweise bereits getan haben und so das biologische Geschlecht zum relevanten Qualifikationsmerkmal beispielsweise fuer die Besetzung Arbeits- oder fuer Frauen reservierte Ausbildungsstellen erheben. Wenn Du den feministisch induzierten Gender-Mainstreaming-Text durchliest, wirst Du feststellen, dass nahezu alles unter dem Geschlechterschema betrachtet und der Staat zu entsprechenden Massnahmen verpflichtet werden soll. Du schlaegst hier den Sack und meinst den Esel.

Ein Mensch ist nicht automatisch "gut", weil er dem gleichen Geschlecht
angehört und nicht automatisch "schlecht", weil er dem anderen Ge-
schlecht angehört. Das wäre in der Tat eine sehr verkürzte Sichtweise
der Dinge.

Klar ist es das, ich weiß das, du weißt das. Radikalen auf beiden Seiten wird dies aber nimmer klar werden.

Leider scheint aber gerade der feministische Radikalismus salonfaehig zu sein; denn dass Frauen weitherum als das edlere Geschlecht gehandelt werden, weil sie weniger gewalttaetig seien, weniger die Umwelt zerstoerten, die kluegeren Menschen seien und kommunikativer, sensibler, einfuehlsamer usw. usf. ist inzwischen fuer jeden, der den Geschlechterdiskurs mitverfolgt, ziemlich einfach festzustellen. Umgekehrt gilt jeder Mann als potentieller Gewalttaeter, Vergewaltiger, Kinderschaender, Ausbeuter etc. Kurzum: es wird ein Klima der Angst und Abscheu vor Maennern geschaffen und die Frau als Wesen einer besseren Zukunft gepriesen. Das alles wurde hier und andernorts schon oft durchdiskutiert.

Demgemäß sehe ich dieses Forum auch nicht als "maskulistisches Forum"
an, sondern als ein Forum, das sich mit Ungerechtigkeiten in der
Gleichberechtigungspolitik auseinandersetzt, die leider oftmals zu Lasten
von Männern ausfallen.

Imho macht es das zu einem maskulistischen Forum (wobei Maskulismus nicht generell als negativ konnotiert zu verstehen ist).

Mir ist es ziemlich egal, ob ich als Maskulist bezeichnet werde; auch wenn der Ausdruck von bestimmten Leuten ausschliesslich im negativen Sinne verwendet wird.

was auch gerne übersehen wird: dieses Forum ist ein eigenständiges Forum.
Es gibt keinerlei Verbindung zu irgendwelchen anderen "Maskulistenforen".
Dies schon deshalb, weil man sich von manchen Erscheinungen in anderen -
vordergründig ähnlich gelagerten Foren - nur distanzieren kann.

Jaein. ich habe nicht nur dieses Forum angesprochen, sondern jene Trias gemeint, zu der dieses Forum doch gehört.

Das war uns schon klar. Aber eine Trias von Foren gibt es nicht, das wurde von Dir konstruiert.

Klar, dieses Forum steht sehr gut alleine, der Posterbetrieb ist recht hoch, die Ausdrucksweise moderat und deswegen nicht abschreckend für Interessierte, die sich genau in jenem Foren nicht wiederfinden können, wo mit großer Worthuberei die Faust auf dem Stammtisch knallt. Trotzdem ist es schon alleine durch die Themenwahl und das posten verschiedener Leute auch ein Teil eines Foruenzusammenhangs.

Wenn mehrere Foren demselben Thema gewidmet sind, besteht insofern ein Zusammenhang, dass halt in allen ueber dasselbe diskutiert wird, teilweise auch von denselben Personen.

Denn es ist Zeichen dafür, dass sich auch die Männerrechtsbewegung nicht vor der Aufspaltung bewahren kann.

Die Frage ist, ob die Verhinderung einer Aufspaltung ueberhaupt wuenschenswert ist...

Und der weißliche Ausfluß in anderen Foren gegen dieses zeigen dies nur zu gut.

Eine gewisse Rivalitaet zwischen gleich- oder aehnlich gelagerten Foren ist wohl kaum zu vermeiden. Ich jedenfalls habe keinerlei Probleme damit.

Ausserdem gibt es mehr als genug 'weisslichen Ausfluss' aus anderen Foren, die absolut nichts mit der Maennerrechtsbewegung am Hut haben; und jener 'Ausfluss' ist IMHO eindeutig schaedigender als die bisher eher harmlosen Rivalitaeten zwischen thematisch aehnlichen Foren - von einzelnen wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

Ich schlage vor, dass Du Deine Probleme mit dem Diskussionston in anderen Foren jeweils dortselbst diskutierst bzw. dem betr. Forenmaster mitteilst. Niemand hier ist an einem Forenkrieg interessiert - weder mit angeblich befreundeten noch mit angeblich verfeindeten Foren. Besten Dank im voraus.

Noch etwas: Du und auch andere scheinen der Meinung zu sein, ein Maennerrechtsforum sei eine Art Partei oder Interessenvertretung fuer Maenner. Dies ist ein Irrtum. Es ist lediglich eine Plattform, zu der jeder eingeladen ist, zu diskutieren (sofern er es im vernuenftigen Rahmen tut).

Gruss

Maesi


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