Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Rechte, die Linke und der Feminismus

Michael, Friday, 14.11.2003, 16:00 (vor 8119 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Die Rechte, die Linke und der Feminismus von Lars am 14. November 2003 12:32:42:

Hallo Max,
ich bin jetzt etwas verwirrt nach Deiner Antwort, denn: Einerseits stimmst Du meinem Posting zu (in dem ich ja den Links-Rechts-Dualismus wieder in den ursprünglichen Kontext der sozialen Frage, des Demokratieverständnisses und der Betonung der Bürgerrechte gestellt und damit der feministischen Gleichsetzung von "feministisch" und "links" widersprochen hatte); andererseits begründest Du Deinen Schwenk von "links" zu "etwas rechts von der Mitte" eben mit Deiner neuerlichen kritischen Wendung gegen den Feminismus (akzeptierst insofern doch deren Gleichsetzung von "links" und "feministisch"!), sowie allgemein den Totalitarismus.
Um die Begriffe zu entwirren, müssen wir konkreter werden. Erstmal zum Stichwort Totalitarismus: Mit "links und rechts" meinte ich ja NICHT die jeweiligen EXTREME (also kommunistisch und faschistisch, beides sehr Minderheiten in unserer Gesellschaft). Mit "links" meine ich einfach: sozialdemokratisch (in vor-schröderschen Sinne!*g*) oder links-liberal; mit "rechts" meine ich einfach: konservativ oder wirtschaftsliberal/neoliberal.
Zur Definition, ob man eher links oder rechts steht würde ich folgende Kriterien anwenden:
- in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik teilen Linke eher die Forderungen der Gewerkschaften und Rechte eher die der Unternehmer, wollen Linke eher mehr Wohlfahrtstaat und Rechte eher weniger Wohlfahrtstaat.
- in Fragen der Innen- und Rechtspolitik sehen die Linken traditionell v.a. die Freiheit bedroht, Rechte traditionell v.a. die Sicherheit. Linke sind für eine eher großzügige Auslegung des Demonstrations- Vereins- und Presserechts, Rechte für eine eher enge Auslegung; bei Kriminellen betonen Linke eher Milieu-Ursachen und fordern Re-Sozialisierung, Rechte betonen eher individuelle Schuld und fordern härtere Strafen.
- in Fragen der Bildung und Erziehung legen Linke relativ viel Wert auf Selbstverwirklichung und Schärfung eines kritisch-demokratischen Staatsbürgerbewußtsein; Rechte legen relativ viel Wert auf messbare Leistungen und auf traditionelle (d.h. ordnungsbetonte) Werte.
Wie gesagt, mit der Frage, wie man zum FEMINISMUS steht, hat das alles erstmal wenig zu tun! Man kann sowohl aus einer konservativen oder wirtschaftsliberalen Haltung als auch aus einer sozialdemokratisch-linksliberlen Haltung gegen die Femiinistinnen sein - nur eben teilweise mit jeweils anderen Argumenten! Deshalb ist es auch wichtig, daß sich die Männerbewegung hier auf einen soz. parteien- und lager-übergreifenden KLEINSTEN GEMEINSAMEN NENNER verständigt

Muß ich was zu sagen. Was du schreibst mag generell richtig sein, aber für alle Zuweisungen gilt, Sie beanspruchen diese nur oder anders, der Wille ist da, es fehlt meist die Fähigkeit.
Untersuchen wir z.b deine Aussage, linke suchen bei Kriminalität nach Ursachen. Das tun Sie natürlich, laßen aber bekanntermaßen aus idiologischen Gründen wichtige Ursachen aus, bzw. messen diesen keine Bedeutung zu. Sie werden in dieser Frage nicht nur unglaubwürdig, sondern völlig inakzeptabel, vor allem wenn ich sehe, wie sehr diese Ursachensuche zur Schlammschlacht verkommen ist.

Auch die großzügige Auslegung des Presserechts, sehe ich nur da, wo eigene Idiologien nicht gefährdet sind. Für die Zensur von Männerdiskriminierung sehe ich tatsächlich das Feminat verantwortlich, für die Zensur im Falle Hohmann jene Kräfte, die glauben die Warheit nicht ganz sagen zu müßen und die sind ja parteiübergreifend. Auch Schwarze haben erkannt, daß es ohne das Feminat nicht mehr geht und deshalb können die Grenzen lins rechts nicht mehr so eng gezogen werden. Niemand will Feministinnen, außer den Schwulen, aber alle brauchen Sie auch.

Michael


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