Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Weißt du...

Pedro, Tuesday, 24.06.2003, 02:35 (vor 8262 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Weißt du... von Maesi am 23. Juni 2003 19:42:04:

Hallo Maesi,

ein wohltuender Beitrag zur Versachlichung des Themas. Ich möchte Dir ausdrücklich in weitaus den meisten Punkten zustimmen.

Einige wenige Anmerkungen scheinen mir jedoch vonnöten.

Ist es wirklich so abwegig, wenn Ferdi postuliert, daß die Tötung eines Menschen eine absolute Grenze markiert bzw. markieren müßte? Selbst das von Dir angeführte Beispiel widerspricht dem eigentlich nur scheinbar:

.....die Toetung aufgrund von Notwehr, beispielsweise, ist gestattet.<

Die Vokabel "gestattet" verstellt nämlich den Blick darauf, daß es sich hierbei keineswegs um eine Art "Erlaubnis" handelt, sondern um etwas, was - ganz spezifischer Umstände wegen - im Einzelfall entschuldigt werden kann. Die ethische Grenze wird hierdurch nicht in Frage gestellt, sondern sogar eher präziser gezogen.

Xenia stellt sich mit ihrer Höherbewertung des Verfügungsrechtes über ihren Körper über das Lebensrecht eines heranwachsenden Menschen ausserhalb jeglicher menschlicher Ethik und hat daher eigentlich die Anwendung dieser menschlichen Ethik auf sich selbst verwirkt.

Das war wirklich nicht noetig, Ferdi.<

Nun - Ferdi hat jedenfalls zutreffend herausgearbeitet, daß Xenia in der Tat die Konkurrenz zweier ungleichwertiger Schutzgüter zu ihren Gunsten auflöst - und damit zu Gunsten des geringwertigeren Schutzguts. Man mag Ferdis Formulierung deshalb als pointiert ansehen, strenggenommen führt sie aber Xenias Vorstellung nur folgerichtig weiter. Es scheint mitunter nützlich, dies den Abtreibungsbefürwortern zu verdeutlichen.

Das Kind koennen wir verstaendlicherweise nicht fragen, ob es weiterleben will oder nicht.....>

Müssten wir das Kind denn überhaupt fragen? Hat es seinen Willen nicht bereits dadurch kundgetan, daß es lebt und wächst? Ich traue Dir zu, daß Du mich jetzt nicht einfach für sophistisch hältst, sondern dem Gedanken einfach mal folgst.

dass jede Frau, die über Abtreibung nachdenkt, genau diese Gedankengänge nachvollzieht, die ihr hier gemacht habt ...<<

Das ist eine Behauptung, die nicht unbedingt stimmt. Wenn es so waere, wuerde das angesichts der hohen Zahl von Abtreibungen bedeuten, dass das menschliche Leben bei vielen Frauen offenbar keinen sonderlich hohen Stellenwert besitzt.<

Ich neige auf Grund allgemein zugänglicher Abtreibungsstatistiken (sehr ausführlich beispielsweise http://www.abbruch.verhuetung-abc.de/) sowie der mehrheitlichen Äußerungen in Diskussionsforen immer mehr zu der Ansicht, daß es heute leider tatsächlich so ist, Kinder vielfach als strategischen Faktor zu betrachten - ganz unbezweifelbar auch von Männern.

Diese Einschätzung wird durch die von Dir aufgezeigten - aber in den seltensten Fällen in Betracht gezogenen - Alternativen zur Abtreibung zwar nicht bestätigt, aber doch realistischer.

Freundlicher Gruß

Pedro


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