Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Abtreibung

Martin, Thursday, 12.06.2003, 20:03 (vor 8273 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Abtreibung von Xenia am 12. Juni 2003 14:33:24:

Fragt sich, woher du weißt, dass der Embryo bereits Angst empfinden kann, geschweige denn Schmerzen.

Das dürfte wohl empirisch belegt sein. Wer Nervenzellen hat, ist sensibel für adäquate Reize. Woher wollen wir wissen, dass ein Stachelschwein sehen kann? Naja, es hat halt zwei Augen mit allem was dazu gehört. Woher will ich wissen, dass du und ich beim Anblick von Gras den gleichen Farbeindruck haben? Vielleicht ist das Gras bei dir das, was ich rot nenne! Weiß man's? In Naturwissenschaften und Medizin gibt's sowieso keine exakten Beweise.

Der Mensch spielt hier Gott. Er meint, Gebieter über Leben und Tod sein zu dürfen.

Nunja, ein meiner Meinung nach auch sehr strapaziertes (Totschlag-)Argument. Was tut denn der Mensch anderes, als "Gott" zu "spielen"? Wir erfinden Medikamente und Heilverfahren für Kranke. Damit pfuschen wir "Gott" ja auch ins Handwerk. Wir versiegeln die Natur für Gebäude und Verkehrswege und vernichten damit die "Schöpfung". Und das Gleiche gilt im Prinzip für alles und jedes, was der Mensch erfindet und macht. Ich sehe da keine klare Grenze.

Es geht nur darum, über den eigenen Körper bestimmen zu können.

Das Problem ist, dass der Fötus biologisch nicht zum Mutterkörper gehört, sondern ein eigenständiges Individuum ist, mit eigenem Genom. Es lässt sich also bei einer beliebigen Körperzelle per genetischem Fingerabdruck klar feststellen, ob sie zur Mutter oder zum Kind gehört. Nur den Blutkreislauf haben Mutter und Kind gemeinsam. Die Geburt findet im Prinzip zu einem willkürlichen Zeitpunkt statt. Das Kind ist sowohl vor wie auch nach der Geburt vollkommen hilflos und abhängig.

Martin


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