Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die Basis ist

Mustermanni, Monday, 26.05.2008, 04:31 (vor 6514 Tagen) @ Drakon

Mal abgesehen davon, dass mich dieses Land auch ankotzt: Hoffentlich ist
der Gestörte im Bedarfsfall auch stolz genug, Dich und Dein Häuflein Elend
mit zu verteidigen.

Ich war Richtschütze und stellvertetender Kommandant eines Kampfpanzers in den Kriseninterventionskräften der Panzerlehrbrigade 9. Und zwar zu Zeiten als der 2. Golfkrieg auch hier in Deutschland für erhöhte Alarmbereitschaft und verstärkten Wachdiensten unter voller Armierung gesorgt hat. Und wenns geknallt hätte, wäre meine Einheit als eine der ersten mobilisiert worden. Den Schuh mit der Bezeichnung "du und dein Häuflein Elend" werde ich mir deshalb nicht anziehen.

Könnte nämlich sein, dass irgendwelche anderen Spinner
auf die Idee kommen, dass das Leben keineswegs zu kostbar und Schwachsinn
ne ganz prima Sache ist.

Es ist ein Unterschied, ob ich Menschen verteidige oder abstrakte Ideen von Nationalität. Für ersteres stehe ich ein, für zweiteres nicht (mehr).

Sorry, ich will hier keineswegs polemisch werden. Hab jedient, jawoll.
Daher die kleine, bleibende Obrigkeitsphobie - ich hab's gehasst. War
vielleicht sogar ein "guter Soldat", weil mit aufgestauten Aggressionen bis
unter den Stahlhelm vollgepumpt.

Ich habe die Bundeswehr nicht gehasst, habe mich sogar freiwillig (auch für die Reserve) gemeldet und möchte die Zeit auch nicht missen. Aber der jugendliche Eifer und Elan ist inzwischen einer reiferen Nachdenklichkeit gewichen. Es geht mir auch nicht um Pazifismus oder "Händchenhalten für den Frieden", sondern darum, ob der Wehrdienst angesichts der gesellschaftlichen Fehlentwicklungen überhaupt noch gerechtfertigt ist? Und da sage ich ganz klar nein! Denn ich will mein Leben nicht zwangsweise für ein gesellschaftspolitisches System riskieren müssen, das meine Interessen vorsätzlich nicht berücksichtigt. Auf diese Art und Weise ist die "Ableistung einer gesellschaftliche Pflicht" nichts weiter als eine Einbahnstrasse. Und warum sollte ich eine Gesellschaft verteidigen, die Männlichkeit überwinden will (SPD), Männer als defizitäre und nicht förderungswürdige "Klötze" verhöhnt und selbst kleine Jungen (die späteren Wehrpflichtigen) bewußt diskriminiert.

Eine solche Gesellschaft hat sich m.E. den Anspruch verwirkt, von Männern eine "gesellschaftliche Pflicht" einfordern zu können!

Wohl noch nie vorher waren die Menschen in diesen Land so
uneins, so aus - ja - "wohlbehüteten" Meinungs- und Lebenslinien gerissen,
speziell wir Männer. Was "männlich" ist, ist selbst für uns etwas, wonach
wir verzweifelt suchen.

Trifft auf mich nicht zu. Ich suche nicht, ich bin es einfach (männlich). Und was sich irgendwelche Lifestyle-Tussies und mediengeile Soziologen zusammendefinieren, interessiert und beeinflusst mich nicht. Genauso wenig wie eine Vorstellung von Männlichkeit, die Kadavergehorsam mit ehrbaren Mut verwechselt.

Um die Schleife nach oben wieder zu kriegen: Ob jemand unseren Respekt,
unsere Anerkennung verdient, diesen Wert müssen wir schon für uns selbst
definieren. Jeder für sich. Und nicht unbedingt pauschal.

Jeder Mensch, der Zivilcourage zeigt und für seine begründete Meinung einsteht, der auch bereit ist die Konsequenzen zu tragen, hat selbstverständlich Respekt verdient. Ob er gleichermassen auch Anerkennung verdient, ist abhängig vom jeweiligen Standpunkt.

"Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt
(Otto von Bismarck )


In diesem Sinne?
der mm


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