Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß?
Als Antwort auf: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? von Melanie Sophia am 09. Februar 2005 16:02:39:
... Für die Gründe sollte sich schon die ganze Gesellschaft interessieren, vor allem weil das Geld vom Sozialamt aus unser aller Geldbeutel geht. Aber vor allem wir Frauen selbst sollten uns mit dem Thema beschäftigen. Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Nachdenklichkeit und Verbesserungswille, um ein "weibliches" Problem zu mindern.
Ich gehe jetzt nur ein Thema an, weil mMn alles damit anfängt: die Schwangerschaft und daraus resultierend die Geburt.
Da wird insbesondere in Deutschland ein Geschiss drum gemacht, das selbst mir als Frau da manchmal schlecht wird. Milliarden von Frauen vor uns haben Kinder bekommen, also ein normaler und natürlicher Vorgang und trotzdem lese und höre ich immer wieder von Frauen und MÄNNERN, was für ein Opfer Frau doch bringt. Statt froh darüber zu sein, daß heute so gut wie keine Frau mehr bei einer Geburt stirbt, welches Privileg Mrd. Frauen vor uns nicht hatten, wird weiter rumgejammert, als ob es immer noch um die eigene Existenz geht.
Hier fängt das Opfersein also schon an und deswegen habe ich mir das Thema vorgenommen. Selbstverständlich ist die Schwangerschaft für einen persönlich etwas wunderbares, so habe ich es selbst erlebt und möchte es auch nicht missen. Im Kontext auf die sog. weiblichen Probleme ist die Schwangerschaft noch nicht einmal ein Fingerschnipsen. Die einzige und für mich in dieser Zeit das größte Problem üerhaupt war die Sorge, daß meine Kinder evtl. nicht gesund zur Welt kommen. In dieser Zeit habe ich im übrigen angefangen, Frauenzeitschriften zu meiden, da diese für mich mehr Probleme aufwarfen, als welche zu lösen, was sich später dann auch fortgesetzt hat.
Auch meine Schwangerschaften waren nicht ohne Probleme, trotzdem habe ich sie als begleitumständend gesehen und nicht als Allerweltsproblem. Resultierend aus dem Opfergehabe vieler Frauen fallen die meisten Männer ebenfalls in einen Zustand, der nicht normal ist. Sie lassen sich Dinge gefallen, die teilweise an Hirnrissigkeit nicht mehr zu überbieten sind. Statt hier mal Grenzen zu setzen, Frau ist schließlich während dieser Zeit nicht behindert, unterstützen sie das ganze auch noch und wundern sich anschließend, wenn Frau das Opfersein weiter leidlich ausnutzt.
Hier denke ich, muß erst mal das Bewußtsein entstehen, daß Schwangerschaften etwas NORMALES sind und kein Problem darstellen.
Um sein finanzielles Schäfchen im Trocknen zu wissen, macht es keinen Sinn sich als Frau über Ungerechtigkeiten zu beklagen, sondern sie muss grundsätzlich von Klein auf an einen ausgeprägteren Sinn für Geld und Finanzen entwickeln, als es die bisherigen Frauengenerationen taten. Gleich eine statistische Feststellung hinterher: männliche Existenzgründer verfügen über mehr Eigenkapital als weibliche. Ist Geschäftstüchtigkeit Männersache? Das glaube ich auch nicht.
Dein letzter Satz ist richtig, also muß FRAU sich doch fragen, woher resultiert das Ergebnis und mache ich als Frau nicht etwas falsch, wenn ich nicht soviel Geld für eine Existenzgründung habe, als die Männer, schließlich ist die Grundlage ja ähnlich.
Na, es gibt noch viele Beispiele, nicht nur das Thema Geld betreffend. Wie gesagt, Armut ist ein weibliches Problem,
hier stellt sich mir die Frage, wieso Armut als weibliches Problem überhaupt dargestellt wird. Wiederhole nur immer wieder ein These, stelle es als Problem hin und bei der xten Wiederholung glaubt es nahezu jeder.
Was bedeutet denn Armut? Ich habe Menschen in Ländern kennen gelernt, wo ICH persönlich geglaubt habe, das diese arm sind, aber bei näherem Hinsehen hatte ich den Eindruck, das es diesen Menschen augenscheinlich besser geht als uns, obwohl materiell wesentlich schlechter gestellt.
Woran misst sich also weibliche Armut? Vielleicht an der Statistik, das mehr weibliche als männliche Mitbürger vom Sozialamt leben? Ich selbst habe auch schon von der Sozialhilfe leben müssen, kam mir aber trotzdem nicht arm vor, was vielleicht auch daran liegt, daß ich Armut etwas anders definiere. Die Sozialhilfe hat immerhin für mehr als nur die täglichen Bedürfnisse gereicht.
aber auch psychische Probleme suchen vor allem Frauen heim (Depression).
Hier denke ich, daß es Frauen auch sehr einfach gemacht wird, sich in Depressionen zurückzuziehen. Vor allen Dingen habe ich dieses immer wieder bei Menschen (hauptsächlich) Frauen festgestellt, die einfach zuviel Zeit haben. Viele Frauen machen sich Probleme, wo keine vorhanden sind.
Auch hier wieder ein Beispiel von mir: Als meine Kinder und ich nach der Krebserkrankung meines Sohnes eine Kur bewilligt bekamen, war dieses für mich tatsächlich die reinste Erholung. Ich habe im Vorfeld alles so organisiert, das für jeden und für mich genügend Zeit übrig blieb. Dazu bedurfte es zunächst einiger Anstrengungen, die sich aber für den Rest der Zeit gelohnt haben. Die anderen haben sich alles gefallen lassen und ich wunderte mich am Ende nicht, dass einige danach erst einmal Erholung brauchten.
Das krasseste Beispiel, weshalb ich das überhaupt erwähne, war eine Frau, die ebenfalls mit 2 Kindern da war und hysterisch wurde, weil sie total 'überfordert' war. Woran es lag? Zuhause hat alles ihre Mutter erledigt und in der Kur war diese Frau tatsächlich allein gefordert, zu handeln. Solange solchen Frauen Zucker in den Arsch geblasen wird, werden auch die Depressionen gerade bei diesen Menschen stetig steigen.
Daraus resultiert dann die fatalste Form der Selbstaggression (Suizid).
Diesen Weg gehen Männer aber viel öfters an, weshalb in Deutschland 3/4 der Selbstmorde von Männern begangen werden. Sollte man sich hier also nicht eher den männlichen Problemen widmen?
Diese Problem gilt es zu lösen.
Richtig.
Meiner Ansicht nach kann in den meisten Bereichen nichts mehr durch eine Emanzipationsbewegung verbessert werden, sondern höchstens durch die persönliche Einstellung der Jeweiligen selbst, die zu ihrer Lebenssituation und ihrem Stellenwert in der Gesellschaft Stellung beziehen. In einigen anderen kann die Feminismusbewegung uns der Gleichstellung näher bringen. Uns Frauen stehen sehr unterschiedliche Wege in vielen Lebensbereichen frei, auch wenn sie manchmal holprig sind.
Der letzte Satz sagt eigentlich alles aus. Während es für Männer meisten selbstverständlich ist und sie wissen, dass man sich alles selbst erkämpfen muss, müssen die Frauen dafür erst einmal Verständnis aufbringen, dass sie dieses auch so sehen.
Wie habe ich meinen Kindern immer so schön gesagt: Von nichts kommt nichts und das ist auch meine Lebenserfahrung.
Ein Problem sehe ich allerdings verstärkt bei Frauen, man darf mich aber gerne eines besseren belehren, wenn dem nicht so ist.
Wir Frauen wollen in vielen Bereichen es allen recht machen, aber ich musste feststellen, dass dieses nicht möglich ist. Vielleicht rührt daher auch der Überhang von Depressionen bei Frauen. Statt aber die Probleme irgendwie anzugehen und zu erkennen, das es menschlich ist, Fehler zu machen und es eben nicht allen recht machen zu können, geht überwiegend Frau augenscheinlich den einfacheren Weg, obwohl er letztendlich steiniger ist und daran zerbrechen halt viele, allerdings nicht nur Frauen.
Fazit für mich selber: Ich, (49 Jahre jung *g*) bin einen langen steinigen Weg gegangen, habe mir alles erkämpfen müssen und bin stolz darauf, heute 2 gesunde erwachsene Kinder zu haben, alleine 2 Haushalte (berufsbedingt) inkl. einer Hypothek, unterhalten zu können.
Als ich meinen jetzigen Mann vor fast 10 Jahren kennen lernte, war er ein Workoholiker -bis dahin fast 30 Jahre ununterbrochen im Berufsleben stehend und zunächst auch meine Kinder und mich unterhaltend- nicht davon abzubringen, kürzer zu treten. Bedingt durch den Rosenkrieg mit seiner Ex-Frau und der daraus resultierenden Staatsmacht, ihm Dinge aufzuzwingen, die er so nie wollte, stellte sich eine Änderung ein. Durch unseren gleichzeitigen Kampf gegen die Ungerechtigkeiten Männern und Jungen gegenüber erkannte ich, das die Wahrscheinlichkeit, das mein Mann, wenn er weiter workoholigmäßig arbeitet, er u.U. lange vor mir stirbt, so nicht hinnehmen wollte.
Es war für uns beide ein langer Kampf mit vielen Problemen, die wir aber heute zu unser aller Zufriedenheit mehr oder weniger gelöst haben.
Ich bin zwar stolz auf mich, empfinde das aber trotzdem als keine herausragende Leistung, weil mir 1. die Arbeit Spaß macht, 2. ich tolle Kollegen habe und ein super Betriebsklima herrscht, 3. ich einen tollen Chef habe, und 4. für meine Leistung ordentlich bezahlt werde.
Eines möchte ich zum Schluß aber doch noch anbringen: Leider wird hier viel zu oft pauschalisiert, ich nehme mich da selbst nicht aus.
Es gibt nun mal sehr viele Frauen, hier meine ich hauptsächlich die Zweitfrauen, die einen ähnlichen Weg wie ich gegangen sind und noch gehen. Leider wird dieses all zu oft vergessen und ignoriert. Dadurch 'leiden' natürlich die Frauen ungerechtfertigterweise unter den Pauschalisierungen. Jetzt wird vielleicht der eine oder andere kommen und sagen, das seid ihr selbst schuld, aber dann müsst ihr Euch auch gefallen lassen, das ihr viel dazu beigetragen habt, dass es heute so ist, wie es nun mal läuft.
So, jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte.
Gruß - Christine
gesamter Thread:
- Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Melanie Sophia,
09.02.2005, 18:02
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - ein weiterer Andreas, 09.02.2005, 18:32
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Friedwilli, 09.02.2005, 18:57
- Re: Ja, natuerlich, aber auch die des Mannes - Peter, 09.02.2005, 19:35
- 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Sven,
09.02.2005, 20:59
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Melanie Sophia,
11.02.2005, 15:13
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Scipio Africanus,
11.02.2005, 15:34
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Friedwilli, 11.02.2005, 23:48
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Norbert, 11.02.2005, 15:38
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Sperminator, 11.02.2005, 16:34
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Nikos, 11.02.2005, 17:04
- Re: Haben Maenner selber schuld und Frauen sind Opfer? - Peter, 11.02.2005, 18:02
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Andi,
12.02.2005, 11:07
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 11:38
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Andi, 12.02.2005, 11:49
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - Nikos, 12.02.2005, 14:11
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 11:38
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. - carlos , 12.02.2005, 16:38
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Scipio Africanus,
11.02.2005, 15:34
- Re: 90% der Obdachlosen sind männlich. -
Melanie Sophia,
11.02.2005, 15:13
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Klaus, 10.02.2005, 00:05
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
ChrisTine,
10.02.2005, 13:47
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Eugen Prinz, 10.02.2005, 16:00
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - XRay, 10.02.2005, 22:06
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Karlsson vom Dach, 12.02.2005, 01:07
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - carlos, 12.02.2005, 16:37
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Nikos, 10.02.2005, 14:16
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
carlos,
10.02.2005, 17:33
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Melanie Sophia,
11.02.2005, 15:15
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Andreas,
11.02.2005, 15:20
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? ... sehr schön! Die reine Form ;-) (n/t) - Eugen Prinz, 11.02.2005, 16:27
- Re: zur Freiheit gehoert auch Prostitution -
Peter,
11.02.2005, 18:53
- sexuelle Menschenrechte -
Arne Hoffmann,
12.02.2005, 10:57
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 11:54
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 13:58
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 16:48
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 17:14
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 17:36
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 17:42
- Re: Quatsch! -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 18:21
- Re: Quatsch! - Scipio Africanus, 12.02.2005, 19:03
- Re: Quatsch! -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 18:21
- Re: sexuelle Menschenrechte - Nikos, 13.02.2005, 00:07
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 17:42
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 17:36
- Re: sexuelle Menschenrechte - Nikos, 12.02.2005, 23:53
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 17:14
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 16:48
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Nikos,
12.02.2005, 14:14
- Re: sexuelle Menschenrechte - susu, 12.02.2005, 15:54
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Scipio Africanus,
12.02.2005, 13:58
- Re: sexuelle Menschenrechte -
Andreas (d.a.),
12.02.2005, 11:54
- sexuelle Menschenrechte -
Arne Hoffmann,
12.02.2005, 10:57
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Max,
11.02.2005, 19:27
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Scipio Africanus, 11.02.2005, 19:35
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Tran,
11.02.2005, 21:14
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Max,
12.02.2005, 00:36
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Tran, 12.02.2005, 01:00
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Max,
12.02.2005, 00:36
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - carlos, 11.02.2005, 21:21
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? - Nikos, 12.02.2005, 14:31
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Andreas,
11.02.2005, 15:20
- Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? -
Melanie Sophia,
11.02.2005, 15:15