Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Emanzipation weiterhin zeitgemäß?

Melanie Sophia, Wednesday, 09.02.2005, 18:02 (vor 7665 Tagen)

Nach längerer Abstinenz melde ich mich mal wieder. Ich hoffe diesmal nicht zu sehr anzuecken. Mir ist natürlich schon klar, dass Emanzipation hier eher kritisch betrachtet wird ;-)

Das Problem an der Thematik ist, dass es keine himmelschreienden Ungerechtigkeiten mehr gibt, aber dennoch die kleinen subtilen gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Männer und Frauen, die sich summieren.
Da las ich letztens in unserer Stadtzeitung, dass Armut weiblich ist. Das Problem ist alt und bekannt, und dennoch eine Statistik des hiesigen Sozialamtes wurde veröffentlicht, wieviele Frauen (Alleinerziehende, die vergeblich auf den Unterhalt ihres Ex warten) im Gegensatz zu den Männer am Existenzminimum entlang leben. Sind wir Frauen fauler als die Männer, mal ganz platt und polemisch gefragt? Nein, sicher nicht. Für die Gründe sollte sich schon die ganze Gesellschaft interessieren, vorallem weil das Geld vom Sozialamt aus unser aller Geldbeutel geht. Aber vor allem wir Frauen selbst sollten uns mit dem Thema beschäftigen. Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Nachdenklichkeit und Verbesserungswille, um ein "weibliches" Problem zu mindern.
Um sein finanzielles Schäfchen im Trocknen zu wissen, macht es keinen Sinn sich als Frau über Ungerechtigkeiten zu beklagen, sondern sie muss grundsätzlich von Klein auf an einen ausgeprägteren Sinn für Geld und Finanzen entwickeln, als es die bisherigen Frauengenerationen taten. Gleich eine statistische Feststellung hinterher: männliche Existenzgründer verfügen über mehr Eigenkapital als weibliche. Ist Geschäftstüchtigkeit Männersache? Das glaube ich auch nicht.
Na, es gibt noch viele Beispiele, nicht nur das Thema Geld betreffend. Wieg gesagt, Armut ist ein weibliches Problem, aber auch psychische Probleme suchen vor allem Frauen heim (Depression). Daraus resultiert dann die fatalste Form der Selbstaggression (Suizid). Diese Problem gilt es zu lösen.

Meiner Ansicht nach kann in den meisten Bereichen nichts mehr durch eine Emanzipationsbewegung verbessert werden, sondern höchstens durch die persönliche Einstellung der Jeweiligen selbst, die zu ihrer Lebenssituation und ihrem Stellenwert in der Gesellschaft Stellung beziehen. In einigen anderen kann die Feminismusbewegung uns der Gleichstellung näherbringen. Uns Frauen stehen sehr unterschiedliche Wege in vielen Lebensbereichen frei, auch wenn sie manchmal holprig sind.

Melanie Sophia


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